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Auch kleinere Brötchen können schmecken

Serie „Mein Verein“ Auch kleinere Brötchen können schmecken

Der HC Neuruppin hat sich nach dem Abschied aus der Oberliga wieder aufgerappelt.

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Neuruppins Nico Hecht verlor am Wochenende mit 25:27 gegen den SSV Falkensee.

Quelle: Roland Möller

Neuruppin. Es war eine fast perfekte Saison. Die Männer des HC Neuruppin dominierten die Handball-Oberliga Berlin-Brandenburg und sicherten sich im Mai 2010 die Meisterschaft. Vor den Aufstieg in die neue 3. Liga hatten die Funktionäre jedoch eine Relegation gegen den Stralsunder HV gesetzt. Die Brandenburger verloren das Hinspiel daheim mit 27:28. Im Rückspiel kippelten die favorisierten Stralsunder, die erst ein Jahr zuvor aus wirtschaftlichen Gründen aus der Bundesliga geflogen waren. Doch sie fielen nicht. Neuruppin verlor 26:29 und musste sich den Traum vom Aufstieg abschminken.

Der Sprung in die 3. Liga wäre die Krönung einer rasanten Entwicklung gewesen. Erst 2004 war der HC Neuruppin gegründet worden. „Früher gab es zwei Vereine“, erzählt der langjährige Trainer Wilfried Mundchen. Der 1. HV Neuruppin und die Handballabteilung des RSV Maulwürfe bildeten eine Spielgemeinschaft. „Bis wir einen neuen Verein gründeten und die Kräfte bündelten“, sagt der heutige Co-Trainer Mundchen.

Prominenter Trainer

2008 holte Neuruppin Trainer Dietmar Rösicke und spannte ihn vor die Aufstiegsambitionen. Der prominente Übungsleiter war 2004 deutscher Meister mit den Frauen des Frankfurter HC geworden. Der HCN bestimmte das Niveau in der Oberliga mit, näher als 2010 kam man dem Aufsteig jedoch nicht. Die hohen sportlichen Ziele kosteten viel Geld. Und das wurde spätestens 2011 knapp. Es drohte sogar eine Insolvenz. Rösicke und einige Legionäre verließen Neuruppin. Die Knappheit blieb. So mündeten die Turbulenzen 2014 trotz des geschafften Klassenerhalts in den Rückzug der ersten Mannschaft aus der Oberliga. Der Neustart erfolgte mit der zweiten Vertretung in der 2. Landesliga.

Fokus auf dem eigenen Nachwuchs

„Das war der richtige Schritt“, sagt Olaf Dau, der Ende 2014 den Vereinsvorsitz übernahm. Unter der Regie des 45-Jährigen backt der HCN kleinere Brötchen. Doch das ist ganz nach dem Geschmack des Transportunternehmers. „In der Oberliga haben wir mit wenigen Neuruppinern gespielt. Doch für externe Spieler gibt es keine Gelder mehr. Unser Fokus liegt auf dem eigenen Nachwuchs.“ Dau legte mit seinen Mitstreitern 2014 ein Nachwuchskonzept auf. „Wir bieten Schul-AGs an und wollen noch mehr Kinder für den Handball begeistern.“ Einige Altersklassen sind noch schwachbrüstig, doch beispielsweise die C-Jugend trumpft in der Oberliga auf. In diesem Jahr geht jeweils ein HCN-Talent auf die Sportschule nach Potsdam und nach Cottbus. „Daran sieht man, dass der Verein gute Arbeit macht“, sagt Dau. Sein Wunsch: „Jedes Jahr sollen zwei, drei eigene Talente in die erste Mannschaft kommen.“

Die „Erste“, die 2014 den Platz der „Zweiten“ in der 2. Landesliga übernahm, stieg bereits bis in die Verbandsliga auf. Das Team von Trainer Christian Will steht derzeit auf dem achten Tabellenplatz und wird von durchschnittlich 300 Zuschauern angefeuert. Olaf Dau: „Die Fans sind uns nach dem Rückzug aus der Oberliga zum Glück treu geblieben.“

Auch eine zweite Mannschaft gibt es beim HC Neuruppin mittlerweile wieder. Jürgen Pramschiefer, Jahrgang 1952, gibt dort im Tor noch immer eine gute Figur ab.

Von Ronny Müller

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