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Aufschlag für Jedermann

Mein Verein - Tennisclub Pritzwalk Aufschlag für Jedermann

42 Mitglieder schlagen beim Tennisclub Pritzwalk auf. Mitte der 1990er-Jahre hat sich auch bei den Pritzwalkern der Tennis-Boom bemerkbar.

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Quelle: MAZ

„Ich habe jahrelang Tischtennis gespielt, dann wollte ich es unbedingt mit dem Tennis versuchen. Ich habe mir das selbst beigebracht. Wir haben aus Spaß an der Freude gespielt“, erinnert sich Hans-Jürgen Krause. Seine ersten Aufschläge auf dem Tennisplatz vollführte er zu DDR-Zeiten bei der Betriebssportgemeinschaft des Zahnradwerkes BSG Motor Pritzwalk. „Wir hatten nur einen Tennisplatz. Damals waren wir ein Dutzend junger Männer, spielten, wie wir es gerade konnten.“

Steckbrief

  • Gründung: 12. Oktober 1992
  • Mitgliederzahl: 42
  • Vorsitzende: Reinhild Schwope (seit 2012); 1. Stellvertreter und Jugendsportwart: Roland Weber; Schatzmeister und Schriftführer: Torsten Gruschke.
  • Ältestes Mitglied: Klaus Schumacher (67 Jahre)
  • Jüngstes Mitglied: Jasmin Kurth (9 Jahre)
  • Termin: Am 25. April lädt der Verein zur Saisoneröffnung.

Dann kam die Wende – und der rote Sandplatz verwaiste mehr als ein Jahr. Am 12. Oktober 1992 wurde der Tennisclub Pritzwalk gegründet. Dank einer ABM-Maßnahme entstanden auf der Anlage nahe dem Erholungsgebiet Hainholz zwei Tennisplätze. Der durch Boris Becker und Steffi Graf ausgelöste Tennisboom machte um die Prignitz keinen Bogen. „Auf einmal hatten wir regen Zulauf“, sagt Krause, der ab 1996 Vorstandsmitglied und von 2002 bis 2012 Vorsitzender des Vereins war. „Wir waren mal 160 Mitglieder, hatten Mühe, die Spielzeiten für die Tennis-Interessierten zu koordinieren.“

Aber dann folgte der Einbruch. Stand heute gibt es nur noch 42 Mitglieder. „Das ist bitter“, findet der 63 Jahre alte Krause, der das Racket ebenso noch nicht aus der Hand gelegt wie der mit 67 Jahren älteste Aktive Klaus Schumacher. „Die jungen Leute gehen nach der Schule zum Studium und kommen wegen der Arbeit meist nicht mehr wieder. Die Generation zwischen 20 und 40 fehlt uns völlig“, benennt Krause ein Strukturproblem, mit dem auch die Sportvereine in der Region zu kämpfen haben.

Reinhild Schwope (57), die 2012 das Zepter übernahm, sagt: „Ich habe mich wählen lassen, damit der Verein nicht kaputt geht.“ Die Zahnärztin steht vor einer schwierigen Operation: „Wir versuchen immer wieder, Jugendliche zu gewinnen. Aber die meisten halten nicht lange durch. Dabei ist jeder bei uns willkommen.“ Die Mitgliedsbeiträge von 14 Euro monatlich für Erwachsene – Kinder zahlen die Hälfte – scheinen erschwinglich.

Trotzdem gibt es ein reges Vereinsleben, das sich nicht nur auf die zehn Arbeitsstunden pro Mitglied und Jahr zur Pflege der Anlage beschränkt. Der Clubraum hat schon so manche Vereinsfete erlebt. Das Gros der aktiven Mitglieder hat sich dem Breitensport verschrieben, da werden spontane Mixed-Doppel gespielt oder es gibt Spaßturniere. Etwa wenn mit zwei Schlägern agiert wird.

Die U18-Juniorinnen spielen in der Bezirksoberliga. Auch die Ü50-Herren sind im Punktspielbetrieb. Heike Retzlaff, Anke Watschke und Nicole Telschow haben sich dem SV Empor Grün-Rot Wittenberge angeschlossen, wurden in der Prignitz zur Mannschaft des Jahres gewählt. „Mangels Masse sind diese Spielgemeinschaften sehr beliebt“, sagt Reinhild Schwope. Die Vereinschefin lässt sich so schnell den Zahn nicht ziehen: „Der Verein lebt, wir sind eine gute Gemeinschaft.“

Von Peter Stein

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