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Mein Verein - Tennisverein Hennigsdorf Der Mittelpunkt der Nachbarschaft

Insgesamt 75 Mitglieder hat der Hennigsdorfer Tennisverein, mehr als die Hälfte davon ist noch am Schläger aktiv. Auch ältere Mitglieder sind häufiger auf der Anlage zu sehen.

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Peter Heck (2.Vors. der Vereins) beim Tennis.

Quelle: MAZ

Klaus Tschorn ist 72. Mit 26 Jahren spielte er das erste Mal Tennis, bis heute hat er den Schläger nur selten aus der Hand gelegt. Die Anlage des Hennigsdorfer Tennisvereins (Oberhavel) in der Fontanesiedlung hat er in den 70er Jahren mit aufgebaut, die Steine auf der Terrasse gelegt, viele der Grünpflanzen auf dem Gelände stammen aus seinem ehemaligen Garten. Hier schießen die Vereinsmitglieder im Sommer die Bälle übers Netz. Im Winter weichen die Sportler auf Turnhallen an Schulen der Stadt aus.

Steckbrief

Gründung: 1953

Vorstand: Michael Lindenberg

Mitglieder: 75, davon 40 Aktive

Jüngstes Mitglied: Henry Gelrich (5)

Ältestes Mitglied: Wolfgang Heilenz (81)

Abteilungen: Damen, Herren 60, Herren 40, Kinder

Team: Ein lizenzierter Trainer und zwei Übungsleiter kümmern sich um die Trainingsgruppen, außerdem springen viele Mitglieder ein.

Bekannte Namen: Horst Storbeck (Übungsleiter, von Anfang an dabei), Richard Pohlitz (erster Sektionsleiter), Manfred Buch, Dieter Ziegler (langjähriger Sportwart, bis vor einem Jahr Mannschaftsleiter der Herren 60), Helmut Knappe (hat die Jugendarbeit auf Vordermann gebracht), Klaus Tschorn (gut 45 Jahre lang im Vorstand), Rosi Tschorn (baute die Damenmannschaft auf, war über 20 Jahre lang Mannschaftsleiterin)

Gegründet wurde der Tennisverein Hennigsdorf 1953 – als Sektion Tennis der damaligen BSG Motor. Gleich am Stahlwerksgelände wurden zwei Tennisplätze errichtet, so dass die Mitarbeiter dem weißen Sport direkt nach der Arbeit frönen konnten. Anfang der 70er Jahre brannte dann die Sauna des Stahlwerks ab, als Ersatz sollte auf der Tennisanlage ein Neubau entstehen. Das Stahlwerk beauftragte die Tennisspieler mit der Suche nach einer geeigneten Fläche für eine neue Anlage.

Die neue Sauna wurde nie gebaut, doch die Mitglieder der Sektion Tennis der BSG Stahl hatten schon so eifrig an der neuen Anlage gebaut, dass sie die neuen Plätze behalten durften. 1977 fand dann die feierliche Einweihung statt. Auf vier Tennisplätzen wird heute der Ball übers Netz geschossen, es gibt außerdem eine Tenniswand zum Trainieren und ein kleines Vereinshaus. Nach der Wende trat die Tennissektion aus der BSG Stahl heraus und gründete einen eigenen Verein unter dem Namen TV Hennigsdorf. Der Verein darf die Anlage, die nun der Stadt gehört, pachtfrei nutzen.

Neben dem regelmäßigen Training – der Verein zählt eine Damen- und zwei Herrenmannschaften und bietet Kindertraining an – gibt es zahlreiche Attraktionen. Einer der vereinsinternen Höhepunkte ist das alljährliche Wohngebietsfest, bei dem alle Anwohner die Möglichkeit haben, Tennis auszuprobieren und dabei von den aktiven Mitgliedern betreut werden. Beim „Spaßturnier“ gibt es für die Fans immer einiges zu lachen. „Wenn wir keine Frauengruppe voll bekommen, müssen sich die Männer zum Beispiel als Damen verkleiden“, sagt Tschorn. Auch das Mixed-Turnier, bei dem die Mannschaften ständig neu gelost werden, erfreut sich großer Beliebtheit. „Das ist mitunter wie ein Lotteriespiel und macht den Reiz aus“, sagt Tschorn. Bei den Stadtmeisterschaften starten nicht nur die beiden Hennigsdorfer Tennisvereine – der Tennisverein und der Tennisclub –, sondern auch Vereine aus den nahen Gemeinden Hohen Neuendorf, Oranienburg und Bergfelde. Daneben nehmen die Sportler an Punktspielturnieren des Tennisverbandes Berlin-Brandenburg teil.

Klaus Tschorn hat 45 Jahre lang im Vorstand des Hennigsdorfer Tennisvereins gearbeitet. Seine Frau leitete 20 Jahre lang die Damenmannschaft, seine Tochter war lange Zeit Schatzmeisterin, auch sein Sohn spielt den weißen Sport. „Tennis ist an der frischen Luft, es ist ein Laufsport, ein Ballsport, und ein Verstandssport“, erklärt der Senior die Faszination des Tennis.

Am Vereinssport gefällt ihm das Miteinander. Nach dem Training treffen sich viele Spieler auf ein Bier auf der Terrasse – die „tolle Anlage“ lade dazu ein. Da kommen auch mal andere Sportler vorbei. Oft gesellen sich auch Anwohner für ein Getränk dazu. Tschorn kann sich noch gut erinnern, wie ein aufmerksamer Nachbar in den 70er Jahren am späten Abend einen Unbekannten im Vereinsheim bemerkte, der eine Schubkarre auf der Terrasse abgestellt hatte – vermutlich, um darin Diebesgut zu transportieren. Als der vermeintliche Einbrecher auf das Rufen des Nachbarn nicht reagierte, nahm er die Schubkarre kurzerhand mit. „Es wurde nichts geklaut, die Schubkarre aber hat er noch heute“, erzählt Tschorn.

Derzeit legt der Verein sein Augenmerk auf die Nachwuchsförderung. „Wir wollen erreichen, dass wir wieder komplette Kindermannschaften bilden können“, sagt Tschorn. Beim Tag der offenen Tür im Juni kamen rund 30 Interessierte, jetzt gilt es, diese im Training von dem Verein zu überzeugen. Dazu hat der Verein trotz der Kosten einen lizenzierten Trainer eingestellt.

Bei den älteren Gruppen braucht sich Tschorn hingegen keine Sorgen machen, Leute wie er, die einmal Feuer gefangen haben, bleiben meist dabei. „Tennis kann man bis ins hohe Alter spielen“, weiß Tschorn. Und: „Die über 60-Jährigen sind die Schlimmsten. Denn die, die dann noch spielen, die können spielen. Und sind sowas von ehrgeizig.“

Anne-Kathrin Fischer

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