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Der Zehdenicker Boxring setzt auf den Nachwuchs

Mein Verein Der Zehdenicker Boxring setzt auf den Nachwuchs

In der MAZ-Serie „Mein Verein“ stellen wir diesmal den Zehdenicker Boxring vor. Der Verein hat in der Vergangenheit viele Hochs und Tiefs erlebt, aber derzeit erfreut er sich großer Nachfrage.

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Bei den Landesmeisterschaften erfolgreich: Dominic Bandekow, Nino Rinkau, Lara Matthes, Niklas Backhaus, Jonas Backhaus und Lisa Kühne (v.l.).

Quelle: Foto: Verein

Zehdenick. Imran, Jonas, Melissa und Lara wirbeln durch die kleine Halle. Die Trainer haben alle Mühe, das Temperament der jungen Boxer zu zügeln. Mut, Kameradschaft und Disziplin steht schon in den Vereinsinsignien. Beim Zehdenicker Boxring wollen sie den Kids auch Werte vermitteln.

Die Trainer Michael Ungar, David Schulz und Hagen Jeche haben alle Hände voll zu tun, ihren Zöglingen das Box-Abc beizubringen. „Das Interesse am Boxen bei den Kids ist groß. Wir haben wieder Zulauf. In unserer kleinen Halle müssen wir dann immer schauen, wie wir alle unterkriegen“, erzählt Schulz. Der 29-Jährige hat früher selbst geboxt.

Trainer Ungar übte einst bei Ulli Wegner

Der Zehdenicker Boxring hat sich 1998 nach dem durch Henry Maske ausgelösten Box-Boom gegründet. Doch zwischendurch sei das Ganze wieder eingeschlafen, berichtet Schulz. Erst als Ungar 2010 beruflich nach Oberhavel kam, ging es wieder aufwärts. Der Bauingenieur, der beim Wasser- und Schifffahrtsamt arbeitet, kann nicht ohne das Boxen. Auch er war früher selbst aktiv, streifte gar als Leistungssportler beim DDR-Sportklub TSC in Berlin die Fausthandschuhe über. Er war von 1979 bis 1982 in der Trainingsgruppe von Ulli Wegner, der später zu einem der bekanntesten und erfolgreichsten Boxtrainer der Welt wurde.

Als Ungar 1983 seine Leistungssport-Karriere beendete, war das nicht das Ende vom Boxsport. „Ich habe gleich meinen Trainerschein gemacht.“ Bei der damaligen Betriebssportgemeinschaft Tiefbau Berlin trainierte er den Nachwuchs, konnte auch das weiter vermitteln, was er bei Wegner gelernt hatte. Später war das bei Blau-Gelb Berlin und nun beim Zehdenicker Boxring.

Eine AG an der Linden-Grundschule

Ungar ist einer, der anpackt und auf die Leute zugeht. So wurde an der Linden-Grundschule eine AG Boxen ins Leben gerufen. „Da sichten wir nun quasi die Talente, suchen Mädchen und Jungen ab neun Jahre. Wer mehr trainieren möchte, kann das im Verein“, berichtet der 52-Jährige. Der Boxring nutzt im Sportstudio Fit & Fun dienstags und donnerstags (17.30 Uhr bis 19 Uhr) sowie sonnabends (14 Uhr) zwar nur eine kleine Halle, „aber wir arrangieren uns“, sagt Ungar. Die Boxtrainer haben sogar schon die Landesliga-Fußballer aus Zehdenick fit gemacht.

Zulauf erhalten die Boxer auch durch Flüchtlingskinder. „Wir haben bei uns viele Nationalitäten“, berichtet Ungar. „Da gibt es keine Berührungsängste. Die Sprachbarrieren werden schnell überwunden.“ Insofern leisten die Boxer tatkräftig Integrationsarbeit.

Besonders stolz sind sie auf die Erfolge der jungen Sportler. Bei den Landesmeisterschaften holten die Zehdenicker immerhin dreimal den ersten und dreimal den zweiten Platz. Die zwölfjährige Lara Matthes wurde bei den Schülerinnen bereits zum zweiten Mal Landesmeisterin von Brandenburg. Auch Lisa Kühne (17) bei den Juniorinnen und Nino Rinkau bei den Männern im Schwergewicht holten den ersten Platz. „Wir wollen die jungen Sportler ausbilden, hoffen, dass sie bei der Stange bleiben, damit wir später auch mal eine Box-Veranstaltung in Zehdenick auf die Beine stellen können“, sagt Ungar. Früher habe es so etwas im Trockendock schon gegeben. Aber Ungar und seine Mitstreiter setzen auf die Zukunft und den Nachwuchs. Am Wochenende geht es für Imran, Jonas und Melissa mutig zum nächsten Wettkampf nach Schwedt.

Von Peter Stein

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