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Die Kraft der zwei Vereine bei der HSG Ahrensdorf/Schenkenhorst

MAZ-Serie „Mein Verein“ Die Kraft der zwei Vereine bei der HSG Ahrensdorf/Schenkenhorst

In der MAZ-Serie „Mein Verein“ stellen wir diesmal die HSG Ahrensdorf/Schenkenhorst vor. Die Handball-Frauen des Vereins schafften gerade den Aufstieg in die Oberliga.

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Meisterlich: Das Damenteam der HSG Ahrensdorf/Schenkenhorst feierte am Wochenende den Gewinn der Brandenburgliga.

Quelle: fotos (2): Julius Frick

Ahrensdorf/Schenkenhorst. Die Zeit, in der sie sich durch eine tiefe Talsohle kämpften, hat Hartmut Walter zwar nicht in guter, aber in reger Erinnerung. „Wenn mir damals jemand gesagt hätte, dass sich die Dinge so entwickeln werden“, sagt der Vorsitzende der Handball- Spielgemeinschaft aus Ahrensdorf und Schenkenhorst, „dann hätte ich ihm gesagt, dass ich das für sehr unwahrscheinlich halte.“

Diplomatisch formuliert, angesichts des unerwartet rasanten Steigfluges der vergangenen Jahre: Am vergangenen Sonntag feierte die Frauenmannschaft der HSG erstmals die Landesmeisterschaft inklusive des Aufstieges in die Oberliga Ostsee-Spree, einen Tag zuvor hatte das Herrenteam in der Brandenburgliga den Klassenerhalt erkämpft.

Aufstieg in die Oberliga ist der größte Erfolg der Vereinsgeschichte

Vor nicht einmal zehn Jahren dagegen hatte sich das Damenteam des Vereins freiwillig aus der Verbandsliga in die Kreisliga zurückgezogen, die Herrenvertretung verpasste in der Brandenburgliga den Klassenerhalt und in Jahren darauf den Wiederaufstieg. Als nun am vergangenen Sonntag in der Sporthalle Ahrensdorf Sektkorken knallten und Konfetti flog, freute sich Walter: „Dieser Aufstieg ist der größte Erfolg in der Vereinsgeschichte. Wir hatten auch schwere Zeiten, aber wir sind gemeinsam immer wieder aufgestanden.“

Wenn jemand Erfolge historisch einordnen kann, dann Walter: Der 67-jährige ist seit 42 Jahren Vereinschef der SG Ahrensdorf, neben der SG Schenkenhorst mit ihrem Vorsitzendem Wolfgang Bernicke einer der beiden Stammvereine, die seit 1972 in allen Altersklassen gemeinsam auf Punktejagd gehen. Zunächst unter dem Namen SG Schenkenhorst/Ahrensdorf und seit 1998 als HSG. Derzeit hat die SG aus dem Ludwigsfelder Ortsteil Ahrensdorf 277 Mitglieder, von den 322 Mitgliedern der SG Schenkenhorst (einem Ortseil Stahnsdorfs) gehört der größte Teil zu anderen Sektionen wie Fußball oder Volleyball. Rund vier Kilometer liegen zwischen beiden Dörfern, die Grenze der Kreise Potsdam-Mittelmark und Teltow-Fläming durchschneidet die Landkarte – eine viele Jahrzehnte andauernde enge Partnerschaft zwischen der SGA und der SGS hat das nicht gestoppt.

Zusammenschluss der Handball-Mannschaften

Der gemeinsame Weg begann schon im zerstörten Nachkriegsdeutschland, als sich die Sportler beider Ortschaften gemeinsam wieder auf die Beine halfen: In der Vereinschronik ist vom „erstmaligen Zusammenschluss der Handballmannschaften aus Schenkenhorst, Sputendorf, Nudow und Ahrensdorf zur SG Vorwärts Nord-West in der Zeit von 1950 bis 1957“, die Rede. In den Jahren danach gingen die Partner erst einmal wieder getrennte Wege, hüben wie drüben aber werkelten die Vereine an ihren Heimstätten und brachten sich infrastrukturell in Position: „Am 7. Juli 1957 wird anlässlich eines großen Handball- Turnieres in Ahrensdorf ein aus einem alten Lokschuppen geschaffener Umkleideraum auf dem Ahrensdorfer Sportplatz eingeweiht“, ist in der Chronik vermerkt.

Seit 1998 eine eigene Halle

Die Sportanlage in Schenkenhorst, auf der Hartmut Walter schon als Kind gespielt hatte, putzte sich im Lauf der Zeit zu einem Vorzeigeobjekt heraus. Ende des Jahres 2014 wurde beispielsweise das neue Clubhaus in Betrieb genommen. In Ahrensdorf konnte mit einem Anbau an die Sporthalle ein eigenes Vereinsheim eröffnet werden. Die Arena, in der ab 1998 gespielt werden konnte, wurde zum Meilenstein in der Geschichte der HSG. „In den Anfangsjahren spielte sich viel in Schenkenhorst ab“, erinnert sich Walter, „die hatten gute Plätze und eine schön ausgebaute Scheune. Wir hatten keine Heimhalle, wir mussten lange in Potsdam oder Luckenwalde spielen, erst 1998 bekamen wir unsere eigene Arena. Mit der Eröffnung der Sporthalle begann in jeder Hinsicht ein neues Zeitalter im Verein.“ Auch wegen der Heimstatt ist die HSG in den vergangenen Jahrzehnten zunehmend sportlich konkurrenzfähiger geworden.

Jüngere Generation soll mehr Verantwortung übernehmen

Auch in Zukunft will man bei der HSG weiter die Sportlandschaft am Rande der beiden Landkreise prägen und zum Beispiel das jährliche Feldhandballturnier ausrichten. Und natürlich wird es weiterhin Ligaspiele, die vor einer stattlichen Fankulisse absolviert werden, geben. Hartmut Walters Wünsche für die Zukunft? „Es wäre schön“, sagt er, „wenn die jüngere Generation noch mehr Verantwortung im Verein und mehr Ämter übernehmen würde, auch dann, wenn die aktive Laufbahn beendet ist. Und natürlich wünsche ich mir, dass wir in der Oberliga bestehen können und dass beide Vereine weiter so eng beieinander bleiben.“

Von Lars Sittig

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