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Die Potsdamer Eisenbahner verbinden die Welt

Mein Verein - ESV Lokomotive Potsdam Die Potsdamer Eisenbahner verbinden die Welt

Der ESV Lokomotive ist einer der größten Vereine Brandenburgs im Breitensport. Entsprechende viele Anekdoten haben die Sportler zu erzählen.

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Länderspiel Deutsche Eisenbahner Auswahl gegen Aquila

Quelle: MAZ

Eine Anekdote aus Lokomotive Potsdams Vereinsgeschichte beginnt bezeichnenderweise in einem Schlafwagen. Ein Schaffner der Mitropa – gleichzeitig Mitglied bei den Potsdamer Eisenbahnern – fand dort Mitte der 1980er Jahre die Ergebnisliste der Leichtathletik-Weltmeisterschaften der Senioren. Das Fundstück brachte er gleich zu seinen Vereinskollegen, die allesamt verblüfft feststellten: „Wir sind besser. Das ist natürlich schmerzlich gewesen. Und damals hat sich niemand träumen lassen, dass sich bald die Chance dafür ergibt, an einer WM teilzunehmen – und die haben wir dann auch genutzt“, erzählt Jürgen Happich. „Alleine seit 1990 haben wir schätzungsweise 20 Weltmeistertitel in den Seniorenaltersklassen geholt“, erklärt der Vereinsvorsitzende.

Der 63-Jährige kennt viele solcher Anekdoten, seit 1986 steht er dem Verein vor, zehn Jahre zuvor trat er ein. Damit hat er auch die Wendezeit unmittelbar erlebt. Er erinnert sich noch genau an den 5. Januar 1990, als ein unerwarteter Brief hereinflatterte. „Er war von einem Sportverein aus Uesen, einem Stadtteil von Achim bei Bremen. Da stand drin: ,Lieber Sportfreund, wir haben 1958 Fußball gegeneinander gespielt, das Rückspiel ist aber noch offen’“, sagt Happich, der auch Präsident des Verbandes Deutscher Eisenbahner-Sportvereine ist.

In den 1950ern hatten die Fußballer des damaligen Reichsbahn-Ausbesserungswerkes zwei Gastspiele in Niedersachsen gegeben, zweimal war Uesen zu Gast. Das dritte Mal verhinderte das schlechter werdende politische Klima. Das holten die Potsdamer noch 1990 nach. „Wir haben den 3. Oktober 1990 schon zusammen gefeiert und jedes Jahr treffen wir uns am Tag der Einheit“, erzählt Happich über die Vereinsfreundschaft. Auch die Frauengymnastikgruppen aus Potsdam und Uesen treffen sich noch regelmäßig.

Doch nicht nur die innerdeutsche Verständigung liegt dem Verein am Herzen. Im Fußball-WM-Sommer 2006 war die Nationalmannschaft des Karibikstaats Aquila zu Gast im Lok-Stadion und absolvierte ein Freundschaftsspiel gegen die Deutsche Eisenbahner-Auswahl.

Aktuell machen die Fußballer durch eine unglaubliche Aufstiegsserie von sich reden: Vier Spielzeiten hintereinander gelang der Sprung in die nächsthöhere Liga, inzwischen ist das Team in der Landesklasse West angekommen. „Die Fußballer haben nicht nur den Verein, sondern glaube auch sich selbst überrascht. Das ist eine Erfolgsgeschichte jüngeren Datums“, sagt Happich. Denn bis vor kurzem gab es noch gar keine richtigen Jugendbereich bei Lok. Doch mit der Ansiedlung einer Fußballschule waren auf einen Schlag 70 Kinder auf dem Fußballplatz an der Berliner Straße, inzwischen sind es 180.

Insgesamt 1333 Mitglieder, die alle zur morgigen Mitgliederversammlung eingeladen sind, hat der Verein und zählt damit zu den größten Brandenburgs – und das in kompletter Eigenfinanzierung. „Wir bieten der Stadt eine Gratisleistung und der Bevölkerung ein Top-Angebot. Wir haben eine eigene Sportstätte und sind ein offener Verein“, sagt Happich.

Damit das auch künftig so bleibt, soll das gepflegte Gelände in der Nähe der Glienicker Brücke weiter ausgebaut werden. 2017 sei der Verein schuldenfrei, so Happich, entweder eine Sporthalle oder ein Kunstrasenplatz soll dann geplant werden.

Von Stephan Henke

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