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Die Übungsleiter sind das A und O

Mein Verein - VfL Rathenow Die Übungsleiter sind das A und O

Der Verein für Leichtathletik aus Rathenow hat 104 Mitglieder. Für einige Trainer ist der Verein zur Lebensaufgabe geworden. Darauf haben sich viele Partner und Arbeitgeber aber eingestellt. 

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Quelle: MAZ

Nico Streng hat Kuchen mitgebracht. Damit überrascht der Vorsitzende des Vereins für Leichtathletik (VfL) Rathenow (Havelland) erst mal seine Frau – sie haben an dem Tag Hochzeitstag, der Rest ist dann für seinen Kollegen, den stellvertretenden Vorsitzenden Lothar Ohst, und die MAZ. Strengs Frau hat Verständnis, dass er selbst am Hochzeitstag schnell los musste zur Sportanlage: „Meine Frau sagt immer: ‚Ohne den Verein könnte mein Mann nicht!’ “, erzählt Nico Streng und lacht. Und auch sein Arbeitgeber, die Sparkasse im zehn Kilometer entfernten Premnitz, hat Verständnis, wenn der Filialleiter dem Verein zuliebe heute etwas später zur Arbeit kommt.

Steckbrief

Gründungsdatum: 28. November 1991, nachdem die in den 50er Jahren gegründete „Einheit Rathenow“ mit der Wende aufgelöst wurde.

Mitgliederzahl: 104

Jüngstes Mitglied: Lina Halbmaier (3)

Ältestes Mitglied: Günter Hagedorn (84)

Vorstand: Nico Streng (36)

Abteilungen: Vier Trainingsgruppen, nach Alter getrennt, Bambinigruppe (5-7 Jahre), 7-10 Jahre, 10-15 Jahre, ab 15 Jahre

Das Team: cirka 15 Eltern und Ehrenamtliche kümmern sich um die Trainingsgruppen

Bekannte Namen: Martin Geske (deutscher Meister Kugelstoßen im Jugendbereich), André Wartke (Juniorenvizemeister als Mittelstreckler im Crossbereich), Nadine Prill (bei deutschen Meisterschaften über 400 Meter sehr stark), Egon Andrés (hat 1964 an den Olympischen Spielen in Tokio teilgenommen, ehemaliges Mitglied), Manuel Wenzer (7-Meter-Weitspringer als Freizeitsportler), Karsten Thomas (engagierter Übungsleiter)

Saison-Höhepunkte: Der traditionelle Werfertag, Springermeeting, Herbstsportfest

Internet: www.vfl-rathenow.de

Streng ist seit Gründung des Vereins Mitglied, seit sieben Jahren Vorsitzender und trainiert hier mehrmals in der Woche, am liebsten im Sprint- und Sprungbereich. Zur Seite steht im Ohst. „Das ist die gute Seele des Vereins, der macht alles im Hintergrund“, sagt Nico Streng über seinen Kollegen, der jahrelang Geschäftsführer des Kreissportbundes war. Die beiden ergänzen sich perfekt, diskutieren gerne. „Wir haben eine Bambinigruppe“, erzählt Streng. „Naja, Bambinigruppe würde ich das nicht nennen, es sind halt Kinder“, unterbricht Ohst. Ehe man zu einer Einigung kommt, hält vor dem Vereinsheim ein Wagen. „Ach, Kuchen statt arbeiten“, heißt es von dem jungen Mann, der vereinsinterne Papiere vorbeibringt. Es wird viel gescherzt, ehe der Wagen die Anlage im Schwedendamm verlässt. Hier trainieren die Sportler im Sommer, im Winter geht es in die moderne Havellandhalle.

„Wir sind ein sehr offener Verein, alles ist sehr freundschaftlich“, erklärt Ohst. Im Moment gehören dem VfL Rathenow 104 Mitglieder an – Höchststand seit Gründung. „Wir könnten durchaus noch mehr Mitglieder aufnehmen“, sagt Streng. „Doch dann brauchen wir auch mehr ehrenamtliche Übungsleiter.“ Denn diese seien das A und O des Vereins. „Wir als Vorstand können nur die Rahmenbedingungen schaffen.“

Für die verschiedenen Altersgruppen wird mehrmals in der Woche Training angeboten. Auch das kulturelle Leben spielt eine wichtige Rolle: Neben dem Sport werden gemeinsame Fahrten, etwa ein gemeinsames Campingwochenende organisiert. Jahreshöhepunkte sind die vom Verein organisierten Sportveranstaltungen wie Biathlon, der Staffellauf in Rathenow oder die gut besuchte Weihnachtsfeier. Jedes Jahr an Karfreitag ist der Traditionswettkampf, den selbst ehemalige Vereinsmitglieder nicht verpassen. Dem traditionellen Werfertag stattet immer Paralympics-Siegerin Martina Willing, die im Rollstuhl sitzt und blind ist, einen Besuch ab. „Sie beginnt hier ihre Freiluftsaison. Trotz Training findet sie immer die Zeit, hierher zu kommen. Das ist wirklich etwas Besonderes für unseren Verein“, freut sich Streng.

Im Mai und Juni findet auf dem Sportplatz die vom Kreissportbund organisierte Kreisolympiade junger Sportler statt. Beim alljährlichen Herbstsportfest beteiligen sich bis zu 15 Vereine, nicht nur aus Brandenburg, sondern auch aus Berlin und Sachsen-Anhalt. Es kommen bis zu 200 Athleten.

Ende Juni veranstaltet der Verein das so genannte Springermeeting. Das Weit- und Hochsprung-Turnier wurde erst vor drei Jahren eingeführt. Da es relativ wenig Sprungwettkämpfe in der Region gibt, hat sich das Format gut etabliert. Im kommenden Jahr organisiert der Verein zur 800-Jahr-Feier der Stadt einen Brückenlauf mit einer 10-Kilometer-Etappe. Beide, Streng und Ohst, sind sich sicher, dass wieder viele Interessierte dabei sind.

Ihre Herausforderung sei, erklärt Streng, dass die Einwohnerzahl der Stadt Rathenow zurückgehe, die Bevölkerung werde immer älter. „Die gleiche Anzahl an Vereinen kämpft um weniger Nachwuchs“, sagt der 36 Jahre alte Rathenower. „Da ist es eine Herausforderung, so bestehen zu bleiben. Das jetzige Level zu halten, sollte unser Ziel sein.“

Von Anne-Kathrin Fischer

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