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Ein Schmuckstück an der A 24

Mein Verein - Blau-Weiß Walsleben Ein Schmuckstück an der A 24

Der Fußballverein Blau-Weiß Walsleben hat 120 Mitglieder und liegt direkt an der Autobahn 24. Trotz dörflicher Bedingungen können die Fußballer gut mit größeren Vereinen aus der Region mithalten.

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Ein eingespieltes Team: Hans-Joachim Krüger (l.), der auch im Kader der Erfolgs-Mannschaft von 1983 stand (kl. Foto) und Joachim Pritzkow.

Quelle: MAZ

Schon der Parkplatz vor dem Vereinsheim des SV Blau-Weiß Walsleben ist picobello gepflastert. Das Zuhause der Fußballer im Ortsteil Darritz ist ein echtes Schmuckstück geworden. „Da haben wir alle viel Kraft und Zeit investiert”, sagt Hans-Joachim Krüger, der seit 40 Jahren im Verein ist und 2006 den Vorsitz übernommen hatte. Vor 18 Jahren hatten die Walslebener den Tipp erhalten, dass in Eberswalde sechs Büro-Container à 60 Quadratmeter einen neuen Platz suchten. „Die haben wir dann im Frühjahr 1998 hergeholt und in einer Ein-Tages-Aktion aufgestellt”, erinnert sich Joachim Pritzkow.

Steckbrief

  • Gründungsdatum: August 1968
  • Mitgliederzahl: 120 (1995: 318), Ältestes Mitglied: Karin Eckermann (82); Jüngstes Mitglied: Louis Pommeranz (5).
  • Vorstand: Hans-Joachim Krüger (Vorsitzender), Holger Engler (2. Vorsitzender), Robert Krüger, Rico Schindler (beide Geschäftsführer).
  • Abteilungen: Fußball und Frauen-Gymnastik
  • Teams: eine F-Junioren-Mannschaft, zwei Männer-Teams, eine Alt-Herren-Mannschaft und eine Ü 50. Die Jugend und die Oldies bilden eine Spielgemeinschaft mit dem TuS Wildberg.
  • Vereinsgelände: Vereinsgelände befindet sich im Dorf Darritz, einem Ortsteil der Gemeinde „Märkisch Linden” im Landkreis Ostprignitz-Ruppin. Zwei Fußballplätze und ein Trainingsplatz befinden sich dort (18 000 Quadratmeter Fläche).
  • Bekannte Namen: Dieter Born, Hans-Joachim Krüger, Manfred Reeck, Matthias Bienck, Joachim Pritzkow, Norbert Born, Thomas Erfurth, Eckhard Hampe, Alois Schmidt.

Der 62-Jährige gehört zu den Gründungsmitgliedern und hatte vor der Ära Krüger das Sagen im Verein. „Den Innenausbau haben wir dann allein gemacht. Mit Firmen aus dem Umkreis und Sponsoren. Zum 30-jährigen Jubiläum haben wir die Räume dann im Juni 1998 eingeweiht.” Zuvor mussten die Kicker erst über die Straße gehen — zum Häuschen mit den vier kleinen Kabinen. „Davor war es üblich, dass wir uns in Schweinetrögen gewaschen haben. Damals war das aber durchaus normal”, so Pritzkow, der nie selber gespielt hat, weil sein Vater in der Landwirtschaft tätig war und keine Zeit für den Fußball blieb.

Trotz der dörflichen Bedingungen boten die Blau-Weißen jahrelang in der Bezirksklasse ordentlichen Fußball und lieferten sich in einer Saison mit Chemie Velten, Stahl Hennigsdorf oder Schwarz-Rot Neustadt heiße Spiele in der Bezirksliga. „Das war 1983”, so Krüger, der auch zum Kader der Erfolgs-Mannschaft gehörte. Udo Treinies war der Kapitän. Im Tor stand Matthias Bienk, Libero spielte Manfred Reck. In der Offensive wirbelte Frank Gumpricht. „Das waren schöne Zeiten”, schwärmt der Vereinschef.

„Ein Höhepunkt war das Pokalspiel 1982 gegen Electronic Neuruppin”, muss Pritzkow nicht lange überlegen. „Da kamen 989 zahlende Zuschauer.” Er kann sich noch genau an die erfolgreiche Zeit und die Anfänge erinnern. „In den 60er Jahren haben wir in der Freizeit auf dieser Anlage hier geknödelt”, berichtet er. „Der Sportplatz war Treffpunkt für uns. Da standen zwei Holztore. Das war es.” Nach der Vereinsgründung 1968 blieb die Frage des Vereinslogos lange offen. „Wir hatten uns den Löwen ausgesucht. Da gab es aus politischer Sicht Probleme. Wegen 1860 München, die auch einen Löwen im Vereinslogo hatten.” Die Walslebener setzten sich aber durch.

Schritt für Schritt wurde die Anlage verschönert. 1975 wurden der zweite Platz und der Wall gebaut. Bis heute kam noch der Trainingplatz hinzu. Das Vereinsheim bekam noch die Krone aufgesetzt. 2008 erhielt der Verein Fördergelder im Gesamtwert von 106 000 Euro — plus Zuschuss der Gemeinden. „Wir haben innen komplett modernisiert”, so Krüger. Vier Kabinen, zwei Duschen, zwei Toiletten mit Behindertenbereich, Technikraum, Vereinsbüro und der große Saal mit dem kleinen Ausschank — ein Schmückstück an der Autobahn 24. „Zudem haben wir das Spitzdach auf die Container montiert, die Fassade und die Heizung erneuert, die durch ein Solaranlage unterstützt wird, und die Lichtmasten auf dem Hauptplatz hochgezogen”, freut sich Krüger. Auch die vier Strafräume wurden mit Rollrasen verlegt. Trotzdem haben die Walslebener Wünsche. Die Zeit bleibe nicht stehen. „Wir haben jährlich allein 5000 Euro für Betriebskosten aufzubringen. Hinzu kommen die Pacht für den Platz und die laufenden Unterhaltskosten”, erzählt Krüger, der sich am 13. März erneut zur Wahl stellen will. „Wir brauchen mehr Unterstützung der Gemeinden. Wir bekommen genau so viel Geld wie die Angler.”

Die Laune lässt sich das Duo aber nicht verderben. Die erste Mannschaft spielt erfolgreich in der Kreisliga. Die zweite in der zweiten Kreisklasse. „Wir haben endlich wieder eine F-Jugend. Die Arbeit mit den Kleinen bereitet uns viel Freude und erinnert uns oft an die Zeit, als wir 2001/02 mit der A-Jugend den Sprung in die Landesklasse geschafft haben”, so Krüger, der als Fliesenleger arbeitet. Blau-Weiß Walsleben sei auf einem guten Weg. Das Vereinsheim macht vieles leichter.

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