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Eleganz trifft Geschwindigkeit

Reit- und Fahrverein Hoher Fläming Eleganz trifft Geschwindigkeit

Der Reit- und Fahrverein Hoher Fläming aus Klein Mahrzehns legt großen Wert auf elegantes Auftreten von Pferd und Fahrer. Jährlich lockt er Pferdefreunde aus der ganzen Republik in das beschauliche Örtchen nahe der A9 im Südwesten Brandenburgs.. Der Verein hat 25 Mitglieder und kann bei Wettkämpfen auf über 30 Turnierpferde zurückgreifen.

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Ganz stark an der Platte

Martin Block (vorne) holte in diesem Jahr den Titel bei den Jugend-Landesmeisterschaften.

Quelle: Foto: Verein

Klein Mahrzehns. Quizfrage: Was haben der Alte Fritz und der Reit- und Fahrverein Hoher Fläming gemeinsam? Genau. Die Fortbewegung zu Pferde durch die Landschaft Brandenburgs. Genauer gesagt ist es auch die gelebte Eleganz und die Liebe zum Detail, die den ehemaligen Preußenkönig und den aktuell erfolgreichen Flämingverein verbindet. Doch der Reihe nach.

Wer in das Vereinsleben der Pferdeliebhaber im Fahrverein eintauchen möchte, trifft zunächst in einem Hinterhof im beschaulichen Klein Mahrzehns, nahe der Autobahn 9, auf einen wintergartenähnlichen Anbau. Das Vereinsheim. Drinnen ranken an der hinteren Wand geschwungene Fahnen, beschriftete Ehrenkränze und signierte Urkunden. Davor sitzen am langgezogenen Holztisch drei Herren mit entspanntem Lächeln und gesunder Gesichtsfarbe, denen es sichtlich Freude bereitet über die Tücken des Fahrsports und vor allem über die großen Erfolge zu sprechen.

„Die Kombination aus Eleganz und Geschwindigkeit fasziniert uns“, sagt Ronny Kucharski, der im Verein als Schatzmeister die Fäden auch Abseits des Hindernisparcours zieht. Dann gerät gegenübersitzend ebenso Vorstandsmitglied Siegfried Mahlow schnell ins Schwärmen, wenn er über das Wesen des Vereins spricht. „Wir haben uns in der Pferdebranche deutschlandweit einen Namen gemacht“, sagt er. Dies zeige sich unter anderem darin, dass Jahr für Jahr etwa 600 Teilnehmer mit über 350 Pferden aus der ganzen Republik zur traditionellen „Eröffnung der grünen Saison“ nach Klein Mahrzehns pilgern. Das Fest und der sportliche Wettkampf fanden im vergangenen Frühjahr bereits zum 30. Mal statt. „Jetzt sind wir aber beim Höhepunkt. Mehr können wir hier über drei Tage nicht aufnehmen“, sagt Fahrer Andreas Mahlow.

Große Feste, lange Tradition. Doch es bleibt die Frage, wie beim Rennen das erwähnte Zusammenwirken zwischen „Eleganz“ und „Geschwindigkeit“ überhaupt funktioniert. Um dies zeigen zu können, öffnet Siegfried Mahlow eine meterhohe Stalltür, die sich nur wenige Schritte neben dem Vereinsheim befindet. Sofort kriecht der Duft aus frischem Stroh und etwas Pferdemist in die Nase. „Das ist Alina“, sagt Mahlow und deutet auf ein schwarzes Jungpferd. Alina sei eines von insgesamt 30 Turnierpferden des Vereins. „Unsere Pferde müssen sehr vielseitig sein. Sie müssen am angespannten Wagen Haltung und Eleganz bewahren und trotzdem die Strecke mit den Hindernissen in hoher Geschwindigkeit schaffen“, sagt Siegfried Mahlow.

Zur Eleganz gehört neben einem fitten Pferd auch eine flotte Kutsche. Hierfür öffnet er ein weiteres hochgestrecktes Garagentor. Dahinter verbergen sich die Spannwagen, die aufgrund ihrer schwungvollen Schnörkel wohl auch dem Alten Fritz gefallen hätten. „Die sehen alt aus. Das sind aber alles neue Modelle“, sagt Andreas Mahlow. Er muss auch bei schlammigen Wettkämpfen im Regen, genauso wie seine Pferde, die elegante Haltung bewahren und bestreitet die Strecken in Uniform und teilweise sogar mit Hut. Das Zusammenwirken zwischen Kutsche, Haltung, Auftreten des Pferdes und der Geschwindigkeit ergibt am Ende die Gesamtpunktzahl. Hierfür wird regelmäßig eine offizielle Jury von der Deutschen Reiterlichen Vereinigung zu den Wettkämpfen eingeladen.

Von Tobias Potratz

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