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Feine Kampfkunst bei Honshinkai Aikido-Dojo in Werder

MAZ-Serie: Mein Verein Feine Kampfkunst bei Honshinkai Aikido-Dojo in Werder

In der MAZ-Serie „Mein Verein“ stellen wir diesmal den Honshinkai Aikido-Dojo in Werder/Havel vor. Der junge Verein wurde erst im Vorjahr gegründet. Der Zulauf sorgt für Platzprobleme.

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Kinder ab acht Jahren, wie Mirja und Enya (v.l.), und Erwachsene können sich in Werder in der Kampfkunst Aikido probieren.

Quelle: Fotos: Dirk Becker

Werder/Havel. „Nicht gegeneinander, miteinander“, lautet die Anweisung des Trainers. Es ist Montagabend und im Sportraum der Kita „Werderaner Früchtchen“ wird spezielles Obst gereicht: Aikido, eine japanische Kampfkunst. „Ganz locker bleiben“, sagt Karsten Kiewitt. Aikidolehrer und Vorsitzender des noch jungen Vereins „Honshinkai Aikido-Dojo Werder e.V.“ 2014 wurde das Dojo, der Ort, wo Kampfkunst geübt wird, mit einem Erwachsenenangebot unter der Leitung von Karsten Kiewitt und der Assistenz seiner Frau Anika eröffnet. Eine Kindergruppe kam schnell hinzu. „Damals gehörte das Dojo noch zur Aikido-Gruppe von Motor Babelsberg“, beschreibt Kiewitt die Anfänge, die geprägt waren von der Suche nach einem geeigneten Raum. „Es war problematisch“, so der 47-Jährige, „sämtliche Sportstätten in Werder waren und sind bis heute komplett belegt. Es standen und stehen keine Trainingszeiten in den Abendstunden zur Verfügung.“ Als Trainingsort wurde der Bewegungsraum der Kita „Werderaner Früchtchen“ gefunden.

2016 einen eigenen Verein gegründet

Karsten Kiewitt, Professor für Inklusionspädagogik und Musikpädagogik in sozialen Arbeitsfeldern, hatte sich schon immer für die Kampfkünste interessiert. „Zunächst habe ich mal Ninjutsu gemacht, aber das war nicht meins.“ Im Internet fand er dann Aikido. In einer Potsdamer Universitätssportgruppe begann er dort 2005 mit dem Training.

Vereinschef Karsten Kiewitt führt eine Technik vor

Vereinschef Karsten Kiewitt führt eine Technik vor.

Quelle: Dirk Becker

2016 gründete Kiewitt gemeinsam mit seiner Frau Anika und einigen Gleichgesinnten den neuen Verein. „Wir fühlten uns in der Gruppe von Motor nicht ernst genommen. Unsere Selbstständigkeit wurde unterdrückt.“ Eine Trennung wurde notwendig, denn eine derartige Haltung widerspricht den Prinzipien, die in Werder bevorzugt werden. „Der Begriff Honshinkai beschreibt einen ursprünglichen, natürlichen Geist, der sich an nichts bindet“ erklärt Kiewitt. Andere Menschen vorbehaltlos annehmen, diese Haltung unterstützt die japanische Kampfkunst, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts von Ueshiba Morihei gegründet wurde und vollkommen ohne Angriffstechniken auskommt. Es gibt keine Wettkämpfe, der Respekt gegenüber anderen wird groß geschrieben. Dinge, die die Kinder im Werderaner Dojo von Beginn an lernen.

Nur 36 Quadratmeter Mattenfläche

Zur Zeit trainieren elf Kinder im Honshinkai, dazu kommen neun Erwachsene, alle üben auf 36 Quadratmeter Mattenfläche. „Der Platz wird langsam knapp“, sagt Kiewitt. Nach der Trennung von Motor musste die andere Hälfte der Fläche zurückgegeben werden. Die vorhandenen Matten wurden sozusagen aus eigener Tasche finanziert. „Wir sind jetzt in der Lage, den Leuten die Gelder aus den Vereinsbeiträgen zurückzuzahlen, wenn die Beträge nicht gespendet wurden.“ Die Mitglieder engagieren sich, wollen den Verein weiter nach vorn bringen. Karsten Kiewitt nennt als Beispiel auch die Organisation eines internationalen Aikido-Lehrgangs mit dem französischen Aikido-Großmeister Jacques Bonemaison im vergangenen Jahr. „Das war eine echte Herausforderung“, so der Dojo-Chef. Die hat der kleine Verein gemeistert und möchte den Lehrgang dieses Jahr wiederholen.

Probleme mit den Behörden

Auch die Vereinsarbeit kommt nicht zu kurz. Ein Sommerfest mit allen Mitgliedern gehört dazu, das japanische Neujahrsfest wird gefeiert. In Planung sind Trainingscamps mit Kindern und Jugendlichen sowie Vereinsfahrten. Überhaupt geht es gesellig bis familiär bei den Trainingszeiten in der Werderaner Kita zu, wenn Markus mit seinen zwei Töchtern Mirja und Enya übt, oder Micha mit Sohn Noah. Auch Ingo wird von Tochter Pauline öfter auf die Matte geschickt. Wenn der Verein weiteren Zuwachs an Mitgliedern bekommt, wird nicht nur die Mattenfläche zu klein. Ein größerer Raum wäre dann ebenfalls notwendig. „Es gibt da einen Saal in Glindow, aber da gibt es noch Brandschutzprobleme“, sagt Karsten Kiewitt. Die müssten zunächst einmal behoben werden.

„Ein Problem stellt sich in der Trägheit der Behörden dar.“ Der ansonsten so ausgeglichen wirkende Vorsitzende des Werderaner Vereins ist bei dem Thema ungehalten. „Wir haben bereits vor drei Monaten beim zuständigen Finanzamt die Anerkennung der Gemeinnützigkeit beantragt. Wir mussten die Satzung trotz korrekten Inhalts überarbeiten, lediglich die Formulierung entsprach nicht der Vorgabe.“ Das liege jetzt schon zwei Monate zurück, getan habe sich bislang nichts. „Das führt dazu, dass wir die Eintragung ins Vereinsregister jetzt bezahlen müssen. Es ist unverständlich, dass kleinen Vereinen solche Hindernisse in den Weg gelegt werden.“

Von Dirk Becker

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