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Germania Milow frönt dem Feldhandball

MAZ-Serie: Mein Verein Germania Milow frönt dem Feldhandball

In der MAZ-Serie „Mein Verein“ stellen wir diesmal den TSV Germania Milow vor. Hier wurde bereits 1895 der erste Sportverein gegründet. Die Tradition des Feldhandballs wird weiter gepflegt.

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Der TSV Germania Milow lädt in regelmäßigen Abständen zu einem Aktionstag Handball ein, um Nachwuchs zu werben.

Quelle: Fotos (2): Winfried Ganzer

Milow. Schön wäre es gewesen, aber es sollte nicht sein. Die erste Männermannschaft der traditionsreichen Handballabteilung des TSV Germania Milow (Havelland) verpasste am letzten Spieltag der Kreisspielunion A den angestrebten Aufstieg in die Landesliga. 14:16 verloren die Milower gegen den HC Neuruppin II und verpassten damit den erforderlichen Tabellenplatz zwei. Seit 2013 spielen die Männer in dieser Spielunion, nachdem sich der Verein aus einer Fusion mit dem HSV Rathenow und dem HSV Premnitz, der HSG Westhavelland, wieder gelöst hatte.

Der Turn- und Sportverein Germania wurde 1895 gegründet, ein Jahr vor den 1. Olympischen Spielen der Neuzeit in Athen. Zunächst wurde in Milow geturnt, sich der Leichtathetik hingegeben, Faustball gespielt oder gekegelt. 1931 fand auf dem Sportplatz in der Hasenheide ein erstes offizielles Handballspiel auf dem Großfeld statt. Seitdem ist die Handballabteilung die treibende Kraft des 153 Mitglieder starken Vereins. Nach dem 2. Weltkreig erkämpften sich die Handballer viele Erfolge, erst als SG Milow und dann bis 1990 als BSG Traktor Milow.

Dreimal den Goldenen Traktor gewonnen

Vereinschef Detlef Sengespeick

Vereinschef Detlef Sengespeick.

Quelle: Winfried Ganzer

„Von 1963 bis 1967 spielte Milow in der DDR-Liga, bis von offizieller Seite der Großfeldhandball verboten wurde“, so der erste Vorsitzende des Vereins, Detlef Sengespeick. In den 1950er Jahren wurde die SG Milow in BSG Traktor Milow umbenannt. „Wir haben mindestens dreimal den Goldenen Traktor gewonnen. Ein großes Event war das.“ Einer, der diesen Erfolg bei der DDR-Meisterschaft der Landsportgemeinschaften auch möglich machte, ist das älteste Mitglied der Milower, Werner Friesecke, der kürzlich seinen 80. Geburtstag feierte. Der Rechtsaußen verhalf der Traktor-Mannschaft mit seinen Finten und seiner Wurfkraft ebenfalls zum Erreichen der zweithöchsten Spielklasse der DDR.

In diesen Jahren wurde nicht nur erfolgreich Handball gespielt, auch die Kegler und Billardspieler holten mehrere Kreismeister- und Bezirksmeistertitel. Poolbillard wird noch heute erfolgreich unter Abteilungsleiter Ralf Holburg gespielt. „Die Mannschaft ist gerade erst in die Landesliga aufgestiegen“, so Sengespeick.

1990 in TSV Germania umbenannt

Am 3. September 1990 beschlossen die Mitglieder, den Verein wieder in TSV Germania Milow umzubennen. Schnell ging es für die Handballer wieder nach oben über Bezirksliga bis zur Oberliga. „Der Aufstieg 1993 war einer der größten Erfolge“, so der Vorsitzende. 2008 schlossen sich die Milower mit dem HSV Rathenow zur HSG Rathenow/Milow zusammen, als noch Chemie Premnitz hinzukam, hieß das Gebilde dann HSG Westhavelland.

„Seitdem wir uns wieder rausgelöst haben“, sagt Handball-Abteilungsleiter Hans-Jürgen Ohle, „ist die Entwicklung als absolut positiv einzuschätzen.“ Über 70 Mitglieder zählt allein diese Abteilung mit einer

Werner Friesecke ist heute mit 80 Jahren ältestes Vereinsmitglied

Werner Friesecke ist heute mit 80 Jahren ältestes Vereinsmitglied.

Quelle: Winfried Ganzer

Mädchenmannschaft, einer D- und B-Jugend sowie eben jener Männermannschaft, die gerade den Aufstieg knapp verpasst hat. „Es reicht noch nicht“, sagt Winfried Ganzer, der selbst 50 Jahre lang Handball gespielt hat. „Die Leistungsstärke ist noch nicht da, aber die Truppe hält zusammen und will weitermachen.“

Wenn die Saison vorbei ist, geht es raus aufs eigene Vereinsgelände. Rasenplatz und Vereinsheim hat Germania Milow vom Nachbarn, der Jugendherberge Bolle, gepachtet. Hier hält der Verein die große Tradition des Feldhandballs hoch. „Wir haben nur eine kleine Halle in Milow. Draußen können wir einige Sachen besser machen“, so Detlef Sengespeick. Und nicht zu vergessen, der Handballtag, der am 1. Juli auf dem Gelände stattfindet. „Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren“, so der Vorsitzende.

Sanierung des Vereinsheims

Ein kleines Turnier auf Kleinfeld ist geplant, dazu Aktionen für die Besucher, besonders für die Kinder. Es soll wieder eine Werbung für den Handball werden. Auf dem Beachplatz präsentieren sich die Volleyballer von Germania. Bis Anfang Juli wird die geplante Dach-Sanierung des Vereinsheims noch nicht begonnen worden sein. „Die Signale stehen auf Grün, aber die Fördergelder sind noch nicht bewilligt. Die Anträge sind aber schon gestellt.“ Anders der Innenausbau, der über Winter durch den Goldenen Plan Havelland, in Angriff genommen werden konnte. Sanitäranlagen, Gasheizung, Elektro-Installationen konnten in Eigenleistung plus 13 000 Euro Fördermitteln erneuert oder neu eingebaut werden. In Eigenleistung, also ehrenamtlich, werden Platz und Gebäude gepflegt. „Es gibt einen Stamm von 20 Leuten oder mehr bei den Arbeitseinsätzen, sonst wäre das nicht zu bezahlen“, meint Sengespeick.

Von Dirk Becker

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