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Mit Kind und Kegel

Mein Verein - Blau-Gold Rangsdorf Mit Kind und Kegel

Der Blau-Gold Rangsdorf hat 56 Mitglieder. Wir stellen die Kegler vor und erklären, dass nicht alle Meilensteine in der Geschichte des Verein von sportlicher Natur sind.

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Die beiden großen Vereinsmomente hängen im Flur, einer Mischung aus Straße der Besten, Zeitstrahl und Bildergalerie: Zwei Bescheinigungen für den Ausbau und die Modernisierung der Heimstatt des KSV Blau-Gold 70 aus den Jahren 2004 und 2006 sind fein säuberlich hinter Glas bewahrt. „Das waren für den Verein zwei ganz wichtige Meilensteine”, sagt Hartmut Britze.

Der Vorsitzende des Kegelsportvereins Blau-Gold Rangsdorf sitzt im gemütlichen Mehrzweckraum im ersten Obergeschoss. Nebenan gibt es geräumige Umkleiden und einen modernen Sanitärbereich für die drei Damen- und zwei Herrenteams des KSV und ihre Gäste. Im Erdgeschoss befindet sich die moderne Vier-Bahnen-Anlage, auf der die Frauenabteilung wie jeden Mittwochabend trainiert. Danach steht noch ein Geburtstag auf dem Programm. Die Tische sind im Foyer schon gedeckt. „Alles selber gebaut. Wir haben eine der schönsten Kegelanlagen im Land Brandenburg. Am Wochenende ist die Bahn knüppeldicke voll, sogar deutsche Meister aus Berlin kommen trainieren”, sagt Britze stolz über das Schmuckkästchen.

Doch bis zu den eigenen vier Wänden und eigenen vier Bahnen war es ein weiter Weg für den KSV. In den ersten 20 Jahren ist die Vereinsgeschichte geprägt von Gastspielen und der Suche nach einer Heimstatt.

Steckbrief

Gründungsdatum: 30. April 1970 (Gründung als BSG Traktor Rangsdorf)

Mitgliederzahl: 56

Jüngstes Mitglied: 14 Jahre

Ältestes Mitglied: 83 Jahre

Vorsitzender: Hartmut Britze (70) seit 1993.

Größte Erfolge: zu DDR-Zeiten und nach der Wende Kreismeistertitel und Teilnahme bei Landesmeisterschaften.

Aber der Reihe nach. Bis Anfang 1970 kegeln vier Rangsdorfer Sportler in Zossen bei der BSG Einheit. Dann aber plant das Volksgut Groß Machnow den Bau einer Kegelsportanlage. Hans-Joachim Graßmann, einer des Rangsdorfer Quartetts, Gründungsmitglied der BSG Traktor Rangsdorf am 30. April 1970 und heute Männerwart erinnert sich: „Wir haben uns damals an den Bauarbeiten beteiligt und dafür wurden uns zwei Trainingstage pro Woche eingeräumt.”

Ab 1984 laufen dann Bestrebungen, in Rangsdorf eine Kegelanlage zu bauen. Als Standort wird eine alte Schulturnhalle im Seebad ausgewählt. In Etappen geht es vorwärts. 1989 steht schließlich der Rohbau. Mitten in die Baumaßnahmen aber platzt die Wende. Am 11. Juni 1990 wird aus der Betriebssportgemeinschaft Traktor der KSV Blau-Gold. Neben dem klassischen KSV für Kegelsportverein entscheidet man sich für Blau-Gold, weil diese Farben auch im vorherigen Traktor-Emblem vorkamen. Ende Juni 1990 wird die Heimstatt eingeweiht. Doch noch einmal folgen mehrere Wechsel der Besitzverhältnisse der Immobilie — und damit auch Zukunftsängste für die Kegler.

Nachdem der KSV einen Antrag an die Gemeinde stellt, bekommt der Verein aber ab 1998 den Zuschlag für die Verwaltung der Anlage in Eigenregie. „Seitdem ging es wieder aufwärts”, sagt Britze. Während renommierte Kegelvereine der Region in den Nachwendejahren endgültig die Kugel aus der Hand legen, konsolidiert sich der KSV. Zu den Meistertiteln im DDR-Altkreis Zossen erkämpfen die Blau-Goldenen etliche Titel im neuen Kegelkreis Teltow-Fläming. Und vor allem blüht damals wie heute das Vereinsleben. „Zum Sport gehört auch Geselligkeit — man muss auch mal die Seele baumeln lassen”, meint Britze. Zweimal im Monat kommen Hortkinder trainieren, betreut von drei KSV-Spielerinnen. „Seitdem wollen ganz viele ihren Kindergeburtstag hier feiern”, berichtet Britze schmunzelnd. Das Umfeld für Kind und Kegel ist ideal: Wenige Meter entfernt liegt die Badeanstalt inklusive Spielplatz.

Britzes Wunsch für die Zukunft? „Wir hoffen, dass wir Mitglieder aus jüngeren Jahrgängen gewinnen können und dass wir noch lange die Bahn nutzen können.”

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