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Nach Infantino-Wahl: Umwälzungen bei FIFA, UEFA & DFB

Fußball Nach Infantino-Wahl: Umwälzungen bei FIFA, UEFA & DFB

Die Erleichterung über die Wahl von FIFA-Chef Gianni Infantino war im europäischen Fußball spürbar. In dem Ex-UEFA-Generalsekretär steht ein vertrautes Gesicht an der Spitze des Weltfußballs. Alle Probleme sind damit aber ganz gewiss nicht gelöst.

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Mit Gianni Infantino fängt die Neuordnung der FIFA an.

Quelle: Patrick B. Kraemer

Zürich. Mit der Wahl von FIFA-Präsident Gianni Infantino fängt die Neuordnung in der Welt der Fußball-Funktionäre erst richtig an. Der junge Weltverbands-Boss muss noch einen Topmanager als wichtigsten Angestellten finden, die UEFA sogar eine komplette Führungscrew ersetzen.

Der Deutsche Fußball-Bund hat auch noch diverse Mammutaufgeben vor sich. Der Sommermärchen-Skandal muss aufgearbeitet, das Personal an der Spitze um den designierten Präsidenten Reinhard Grindel neu geordnet und eine moralische Instanz geschaffen werden.

Was muss FIFA-Chef Gianni

Infantino

jetzt dringend erledigen?

Die ersten Termine von Infantino waren für einen Vorsitzenden, der künftig vor allem repräsentieren soll, typisch. Die Eröffnung des FIFA-Museums und ein für Montag geplanter Spaßkick mit FIFA-Personal, Freunden und Journalisten sorgen für schöne Bilder. Doch Priorität haben für den Schweizer andere Dinge. Er muss einen Generalsekretär finden, die Reformen in der FIFA-Administration etablieren und vor allem: Nach der Ära der Skandale wieder Vertrauen schaffen, damit die dringend gesuchten Sponsoren wieder Milliarden in die Kassen spülen.

Was wird aus den Ermittlungen der Justiz in den USA und der Schweiz?

Die Juristen in Washington und Bern arbeiten natürlich weiter. Noch sind die laufenden Ermittlungen zu möglicher Korruption bei der WM-Vergabe 2018/22 nicht abgeschlossen. Auch das Verfahren gegen Ex-Chef Blatter wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung läuft weiter. Die lange befürchtete Zerschlagung des Verbandes durch die knallharte US-Justiz scheint zunächst gebannt. Die Annahme der Strukturreformen hat den größten Druck genommen.

Was bedeutet die Wahl

Infantinos

für den deutschen Fußball?

Endlich standen die DFB-Bosse mal wieder auf der Seite des Siegers. Infantino ist als langjähriger UEFA-Mann ein vertrautes Gesicht. Doch jetzt rücken die eigenen Probleme in den Vordergrund. Spätestens am Freitag muss der DFB handeln, wenn die beauftragte Kanzlei Freshfields in Frankfurt ihre Untersuchung zum Sommermärchen-Skandal offenlegt. Das kann bittere Erkenntnisse liefern. Möglicherweise gerät Ex-Chef Wolfgang Niersbach noch mehr unter Druck und muss auch seine internationalen Posten bei FIFA und UEFA aufgeben.

Auf den designierten Präsidenten Reinhard Grindel und den noch zu benennenden neuen Generalsekretär kommt nach dem außerordentlichen Bundestag am 15. April auf jeden Fall viel Arbeit zu. Der Verband muss sich neu strukturieren, um wieder glaubwürdig zu sein. Auf jeden Fall soll eine Ethikkommission gegründet werden. Die interne DFB-Gerichtsbarkeit entspricht nicht mehr den Kriterien moderne Verbandsorganisation.

Wie geht

Infantinos

alter Arbeitgeber UEFA mit dem Personalwechsel um?

Die UEFA ist noch schlechter dran als die FIFA. Denn sie hat mit den ganz großen Umwälzungen noch gar nicht angefangen. 100 Tage vor dem EM-Anpfiff steht die Europa-Union ohne Präsident (Michel Platini ist gesperrt) und Generalsekretär (Infantino ist bei der FIFA) da. Am kommenden Freitag soll bei einer Sondersitzung des Exekutivkomitees der bisherige Infantino-Ersatz Theodore Theodoridis dessen Posten übernehmen, noch ist das Generalsekretär-Profil auf der UEFA-Homepage eine blanke, leere Seite.

Aber: Auch beim Kongress am 3. Mai in Budapest wird Stand heute kein Chef gewählt werden, denn Platini soll erst beim Internationalen Sportgerichtshof CAS seine Sperre anfechten dürfen. Auch wenn das Urteil vorher kommt, reicht der in den Statuten geregelte Vorlauf für eine Wahl nicht mehr aus. Das Vakuum an der Spitze kann auf Dauer nur schaden. Strukturreformen warten auf die UEFA auch noch, denn in den neuen FIFA-Statuten wird auch von den Konföderationen eine unabhängige Gerichtsbarkeit verlangt. Dagegen hatte sich ausgerechnet Infantino immer gewehrt.

dpa

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