Volltextsuche über das Angebot:

6 ° / 5 ° heiter

Navigation:
Netzhoppers-Urgestein Arvid Kinder beendet Karriere

Volleyball Netzhoppers-Urgestein Arvid Kinder beendet Karriere

Arvid Kinder beendet beim Volleyball-Bundesligisten Netzhoppers KW-Bestensee seine Karriere. Er spielte zehn Jahre lang für den Verein. Nun wechselt der 34-Jährige in die Geschäftsführung der Netzhoppers.

Voriger Artikel
Das besondere Laufereignis über 100 Meilen
Nächster Artikel
Costa Ricas Nationalcoach teilt aus und tritt ab

Die Nummer 6, Arvid Kinder, läuft nicht mehr auf.

Quelle: Foto: Michael Hübner

Bestensee. Arvid Kinder zählte zu den Publikumslieblingen bei den Netzhoppers KW-Bestensee. Bei den traditionellen Trikotversteigerungen am Ende der Saison erzielte sein Jersey mit die höchsten Erlöse. Nun zieht er das grüne Leibchen mit der Nummer 6 endgültig aus. Der 34-Jährige beendet seine aktive Karriere und wird Geschäftsführer Sportorganisation beim Volleyball-Bundesligisten.

„Einmal ist es soweit“, sagte er am Mittwoch. „Von der körperlichen Verfassung her hätte ich mir noch eine Saison zugetraut, aber nach dem Abschluss meines Sportwissenschaftsstudiums mit dem Schwerpunkt Sportmanagement und Ökonomie an der Humboldt-Uni ist das natürlich ein idealer Einstieg ins Berufsleben. Ich kenne den Verein und weiß, was mich erwartet.“

Zehn Jahre lang lief er für die Netzhoppers auf. Kinder, der als Berliner schon mit 17 Jahren sein Bundesliga-Debüt feierte, kam von den damaligen Volley Dogs 2005 nach Königs Wusterhausen zum Zweitligisten. „Trainer Matthias Münz hat mich und Manuel Rieke damals geholt, um den Aufstieg in die erste Liga zu schaffen. Was ja prompt gelang.“ Der Außenangreifer kann sich noch sehr gut daran erinnern, wie in der vollen Halle in Königs Wusterhausen im letzten und entscheidenden Spiel Bad Dürrenberg/Spergau besiegt wurde. Einer der Höhepunkte war sicherlich der dritte Platz in der Saison 2008/09 mit dem Halbfinaleinzug gegen Haching. Das hatte den Dahmeländern, die inzwischen von Mirko Culic gecoacht wurden, keiner zugetraut. Denn bei der Truppe war Schmalhans Küchenmeister. „Die klamme Kasse schweißte die Mannschaft nur noch mehr zusammen“, erinnerte sich Kinder, dass auch mal wochenlang ohne Geldzahlungen gespielt wurde. „Wir waren immer ein Team mit vielen Konstanten. Dadurch haben wir die Neuzugänge gut aufgefangen.“

Tiefpunkt war für ihn der Zwangsabstieg vor zwei Jahren aus finanziellen Gründen. Dabei hatten die Netzhoppers zuvor sportlich in einem dramatischen Spiel in Spergau gegen den CV Mitteldeutschland noch den sportlichen Klassenerhalt geschafft. „Wir haben im vierten Satz zwei Matchbälle abgewehrt und noch mit 3:2 gewonnen“, erzählte „Mister Zuverlässig“. Mitspieler Matthias Penk bestätigte: „Wenn man mit Arvid in der Annahme stand, musste man sich keinen Kopf machen. Er strahlte so viel Ruhe und Sicherheit aus, da konnte ja nichts schiefgehen.“ Davon profitierten gerade die jungen Spieler wie Theo Timmermann. „Das hatte uns sicher keiner zugetraut, dass wir ungeschlagen den sofortigen Wiederaufstieg schaffen und als Viertelfinalist 2015 wieder fest in der Bundesliga etabliert haben“, sagte Kinder, der auch nie Nein sagen konnte, wenn ihn der Fanclub Netzinos zum Bowling einlud. „Ich habe zwar keine großen Meisterschaften und Pokale gewonnen, aber diese Erfolge machen mich stolz und zufrieden, als kleines Rädchen da mitgewirkt zu haben.“

Weil ihm die Netzhoppers – neben Frau Sandra natürlich – ans Herz gewachsen sind, will er nun die Geschicke des Bundesligisten maßgeblich managen, teilt sich die Geschäftsführung mit Volkmar Mann, der für die Finanzen zuständig ist. Der Etat von 400 000 Euro für die im Oktober spät beginnende Saison 2015/16 steht. In den nächsten Tagen werden die Netzhoppers, die unter Coach Culic bereits die Saisonvorbereitung in Angriff genommen haben, weitere Spielerverpflichtungen bekannt geben. „Es gibt viel zu tun. Aber dieser Job macht mir Spaß“, erzählte Kinder und rechnet mit einer spannenden Saison.

Von Peter Stein

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Sport
MAZ Sportbuzzer