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Neuruppin aus der Vogelperspektive

Hinweg über Fontanes Wurzeln Neuruppin aus der Vogelperspektive

Auf dem alten Flugplatz der Fontanestadt Neuruppin starten die Segelflieger. Neugierige und zukünftige Piloten dürfen sich bei einem Probeflug auf ungeahnte Ausblicke über Neuruppin freuen.

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„Bitte schauen Sie nach rechts“: Hoch oben im Segelflieger wirkt Neuruppin wie eine Stadt mit tausend Ameisen.

Quelle: Jan Philipp Stoffers

Neuruppin. Eine ruhige Hand und starke Nerven bewiesen die Piloten der Segelflieger am Sonntag über dem Neuruppiner Flugfeld. Starker Wind und kräftige Böen schaukelten die empfindlichen Flieger tüchtig durch und sorgten bei den Passieren mitunter für ein mulmiges Gefühl in der Magengegend – doch alle kamen wohlbehalten am Boden an.

Seit mehr als elf Jahren gehen der Flugtechnische Verein (FTV) Spandau und der Luftsportclub Kranich (LSC) Berlin auf dem ehemaligen russischen Luftwaffenstützpunkt im Norden Neuruppins ihrem Sport, der Segelfliegerei, nach. Am Sonntag waren Interessierte zum Tag der offenen Tür eingeladen.

Flugspaß für Jedermann – Kostenpunkt 25 Euro

Für 25 Euro durfte jeder samt geliehenem Fallschirm mitfliegen. Bei Kaffee, Kuchen und Grillwurst fachsimpelten die Gäste mit den Piloten, unter ihnen auch Neuruppins Bürgermeister Jens-Peter Golde (61). Er ließ sich zunächst den Fuhrpark bestehend aus Segelfliegern und Motorseglern zeigen – und wagte sich anschließend selbst ins Cockpit für einen Flug in mehr als 800 Metern Höhe. „Ich hätte nie gedacht dass ich das einmal mache. Ich kann es jedem nur empfehlen, die Aussicht über Neuruppin ist wunderschön.“

Ziel des Tages war es, die Neuruppiner für den Sport zu begeistern. Walter Messerschmitt (56) flog vor rund fünf Jahren an gleicher Stelle erstmals in einem Segelflieger – und war sofort Feuer und Flamme. Inzwischen ist der Berliner stolzer Besitzer einer Pilotenlizenz. Der Flugunterricht kann bereits mit 14 Jahren begonnen, die Prüfung als Pilot darf mit 16 Jahren abgelegt werden. „Interessierte sind bei uns jederzeit willkommen. Und wer möchte, kann sofort einsteigen und mitfliegen“, sagt der Schatzmeister des LSC. Physik, Meteorologie und Thermik sind die Schwerpunkte der Pilotenausbildung. „Einige Anwärter kommen aus technischen Berufen oder gehen in solche. Das spielt aber keine Rolle,“ sagt Walter Messerschmitt. Wichtig für alle Segelflieger sind die Wolken – genauer genommen die Kumuluswolken. Denn nur in deren Nähe haben die fragilen Segelflieger genügend Auftrieb, um sich in den Himmel schrauben zu können.

Professionelle Vorbereitung und familiärer Zusammenhalt

„An jedem Flugtag machen wir ein ausführliches Wetterbriefing. Jeder Pilot muss vor dem Start um die Wetterlage wissen,“ so Messerschmitt. Und wenn das Wetter einmal gar nicht mitspielt, finden sich genügend Beschäftigungsmöglichkeiten rund um das angrenzende Fliegerheim. Dort campen die Mitglieder der Vereine und ihre Gäste in Zelten und Wohnwagen – die Stimmung ist familiär, jeder packt mit an.

Wer sich selber ein Bild von dem Sport machen möchte, kann zwischen April und Oktober an jedem Wochenende mit den Vereinen vor Ort auf dem Neuruppiner Flugfeld Kontakt aufnehmen.

Kontakt: Arnd Köppen, Vorsitzender des LSC Tel.  0151/58 60 25 42.
www.lsc-kranich.de

Von Jan Philipp Stoffers

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