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Nichts mit Rio

Volleyball Nichts mit Rio

Die deutsche Nationalmannschaft der Männer hat die Qualifikation für die Olympischen Spiele verpasst. Am Sonntag unterlag das Team in Berlin Polen mit 2:3. Das Gesicht der Mannschaft wird sich nun ändern.

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Georg Grozer trat aus dem Nationalteam zurück.

Quelle: dpa

Berlin. Zuspieler Lukas Kampa lag platt wie eine Flunder auf dem Boden, Hauptangreifer Georg Grozer saß daneben, den Kopf bis tief auf die Brust gesenkt – Enttäuschung pur. Nach einem dramatischen Marathon-Match über zwei Stunden und 20 Minuten unterlagen die deutschen Volleyballer in der europäischen Olympia-Qualifikation am Sonntagnachmittag gegen Polen im Spiel um Platz drei mit 2:3 (25:20, 22:25, 25:16, 26:28, 14:16). Damit finden die Olympischen Sommerspiele in Rio de Janeiro ohne Grozer und Co. statt, während die Polen beim Turnier im Mai in Japan noch eine zweite Qualifikationschance haben.

„Ein Wahnsinnsspiel, ich kann meinen Jungs keinen Vorwurf machen“, sagte Bundestrainer Vital Heynen. „Wir haben ein großes Spiel gemacht, wer da einen Unterschied gesehen haben will, der sollte Volleyballtrainer werden. Das Glück war diesmal nicht auf unserer Seite.“

Weltmeister mit großer Unterstützung

Gegenüber dem 1:3 im Halbfinale am Samstag gegen Olympiasieger Russland zeigte sich der Gastgeber vor 7200 Zuschauern in der Berliner Max-Schmeling-Halle – darunter wohl mehr als die Hälfte polnische Fans – von Anfang an gewillt, den letzten Strohhalm für Olympia noch zu packen. Doch im Gegensatz zum bedeutungslosen 3:2-Erfolg am Freitagabend gegen Polen zum Abschluss der Vorrunde ging es diesmal um Alles oder Nichts. Der Weltmeister aus dem Nachbarland, der im Halbfinale mit 1:3 gegen Europameister Frankreich verloren hatte, wollte Revanche.

Aber Heynens Schützlinge starteten besser. Neben Diagonalangreifer Grozer trumpften im ersten Satz auch die beiden Außenangreifer Christian Fromm und Denis Kaliberda auf. Zwar glichen die Polen im zweiten Satz aus, aber nach dem klar gewonnenen dritten Durchgang schien das Momentum auf Seiten des WM-Dritten zu liegen, zumal die polnische Mannschaft des französischen Trainers Stephane Antiga im Aufschlag sündigte (insgesamt 20 Fehler) und Hauptangreifer Bar-tosz Kurek nicht so zum Zuge kam.

Kampf auf Biegen und Brechen

Ab dem vierten Satz wurde es ein Kampf auf Biegen und Brechen. Zunächst lag der Gastgeber (14:11) vorn, aber Polens Kapitän Michal Kubiak führte die Seinen wieder heran ((17:17). Beim 24:23 hielt es in der Halle keinen mehr auf den Sitzen – Matchball für Deutschland. Doch Mittelblocker Philipp Collin feuerte den Ball ins Netz. Danach kamen die Polen zurück und verwandelten beim dritten Mal ihren Satzball.

Der Tiebreak war dann nichts für schwache Nerven. Beim 12:11 brachte eine strittige Schiri-Entscheidung die Deutschen um die Zwei-Punkte-Führung. Kubiak und der nun wie entfesselt schmetternde Kurek sorgten noch mal für die Wende und den glücklichen 16:14-Siegpunkt.

„Wir hätten es mit dieser Mannschaft absolut verdient gehabt, in Rio dabei zu sein“, haderte Heynen und spielte noch einmal auf den in der Kritik stehenden Qualifikations-Modus an. Denn eine solch starke deutsche Mannschaft wird es so bald nicht mehr geben. Grozer verkündete unmittelbar nach dem Olympia-Aus seinen Rücktritt aus dem Nationalteam. Der in Korea spielende Profi sagte: „Schade, das hatte ich eigentlich erst nach Rio geplant.“ Auch Heynen ließ seine Zukunft offen.

Von Peter Stein

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