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Nulldrei-Kicker Maximilian Zimmer

Flinker Hoffnungsträger kommt aus Berlin Friedrichshain Nulldrei-Kicker Maximilian Zimmer

Bevor es richtig hätte losgehen können, schien Maximilian Zimmers Kickerkarriere schon am Ende. Gerade der A-Jugend von Hertha BSC entwachsen, ereilte den Jugendlichen bei einem Spiel 2010 ein fieser Kreuzbandriss – vier Operationen und zwei Jahre in der Reha folgten.

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Nulldrei-Neuzugang Maximilian Zimmer (r.) setzt sich gegen Steve Kallis (l.) vom FC Deetz durch und durfte über zwei Tore jubeln. 

Quelle: JAN KUPPERT

 „Fußball hatte ich für mich damals abgeschrieben“, erzählt der Berliner, der sich jedoch ins Sportlerleben zurückgekämpft und bis 2015 einen Vertrag beim Regionalligisten SV Babelsberg 03 unterschrieben hat.

Bei den Freundschaftsspielen der Filmstädter gegen die Zweitligisten St. Pauli und Union Berlin präsentierte sich der flinke 20-Jährige im Karl-Liebknecht-Stadion dem einheimischen Publikum, mit dabei seine Eltern und Freundin Ewelina. Beim Schützenfest gegen den Kreisklasse-Verein FC Deetz (14:0) am Sonntag erzielte der rechte Mittelfeldspieler zwei Treffer. Ein flotter Start für Zimmer, den alle „Maxi“ rufen und den Nulldrei-Trainer Cem Efe als einen der „Hoffnungsträger mit großem Potential“ innerhalb der neu aufzubauenden Mannschaft ansieht. Dank seiner Schnelligkeit und Technik soll das Talent, das in immerhin zehn Spielen für U-Nationalmannschaften des DFB antrat, für Vorstöße und „gefährliche Momente“ sorgen. Zehn Jahre kickte Zimmer in Herthas Jugendmannschaften. Beim blau-weißen Hauptstadtclub hätte er noch in der U23 spielen können – „doch daran war ich nicht mehr interessiert“.

Es war Zeit für Neues. „Bevor ich zu Babelsberg gegangen bin, habe ich mir ein paar andere Vereine angesehen, in Berlin und in Magdeburg beispielsweise. Aber nirgendwo sind die Bedingungen annähernd so gut, so professionell wie hier“, schwärmt Zimmer, dem zu den vielen als linksalternativ geltenden Nulldrei-Fans ein hübscher Satz einfällt: „Die sind ziemlich crazy.“ Zu Verrücktheiten neigt der Kicker selbst offenkundig kaum: Pausiert das runde Leder mal („Ich gucke auch leidenschaftlich gern Spiele im Fernsehen, besonders Dortmund finde ich klasse“), geht der junge Mann ins Kino, bevorzugt in Actionfilme, trifft sich mit Kumpels zum Grillen oder genießt die speziellen Segnungen seines Heimatkiezes Friedrichshain, dem er treu bleiben möchte: „Ich will das nicht missen, auch mal um zwei Uhr nachts ausgehen zu können.“ Babelsberg hat Zimmer bislang kaum erkundet, für Sightseeing oder einen Kneipenbummel war noch keine Zeit: „Ich bin aber schon im Auto an den vielen schicken Häusern hier vorbeigefahren.“ Noch wohnt Zimmer bei seinen Eltern, sucht jedoch nach einer WG-tauglichen Bleibe – eine anspruchsvolle Aufgabe in dem angesagten Szene-Stadtteil. Die Wohngemeinschaft will Zimmer mit seinem gleichaltrigen Kumpel Jakob Regulski teilen, der zu den Neuzugängen von Babelsbergs Ligakonkurrenten Optik Rathenow gehört. Klingt nach Fußball schon zum Frühstück... „Nee, wir reden vielleicht die ersten zehn Minuten über Fußball, das war’s dann auch schon. Wir haben genug andere Themen, das passt ganz gut.“

Prognosen, was die Mannschaft in der Saison 2013/14 reißen kann, will der 1,75 Meter große Zimmer nicht abgeben. „Wir müssen ja erstmal uns und die Abläufe kennenlernen. Mal sehen, wie unsere Mannschaft in den ersten Spielen zusammenfindet. Ich denke aber, die zweite Saison wird besser als die kommende.“

In Babelsberg liegt nicht nur Zimmers sportliche Zukunft, womöglich auch seine berufliche. „Vielleicht mache ich beim Verein ja eine kaufmännische Ausbildung“, erzählt der Kicker mit den römischen Zahlen auf dem linken Unterarm und verrät: „Das sind die Geburtsdaten meiner Eltern.“

Von Ricarda Nowak 

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