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8000 Kalorien am Tag

Gewichtheber Almir Velagic übers Essen 8000 Kalorien am Tag

Er ist der stärkste Mann Deutschlands. Doch dafür muss Almir Velagic auch viel tun: viel trainieren und viel essen. Denn der Gewichtheber geht heute um Mitternacht deutscher Zeit in Rio in der Klasse der Superschweren an den Start. Wie sich der 34-Jährige auf die Spiele vorbereitet hat und was sein größter Wunsch ist, verrät er im Interview.

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Gewichtheber Almir Velagic

Quelle: dpa

Rio de Janeiro. Herr Velagic, wie sieht ein Frühstück bei Ihnen aus?

Almir Velagic: Fünf bis sechs Eier, zwei bis drei Brötchen, dazu etwas Joghurt oder Magerquark.

Das ist eine ganze Menge …

Velagic: Ich muss auch auf 8000 Kalorien am Tag kommen.

Wie schaffen Sie das?

Velagic: Ich esse viele Kohlenhydrate. Eigentlich esse ich alles außer Schweinefleisch – und das in sehr großen Mengen. Am liebsten esse ich Steaks.

Und wie sieht Ihr Abendbrot aus?

Velagic: Vor allem esse ich abends doppelt. Einmal um 19.30 Uhr, zum Beispiel zehn Eier, und dann noch mal gegen 22.30 Uhr. Da können es noch mal drei Schnitzel werden und ein bisschen Magerquark.

Wenn Sie auf die Waage steigen, dann schauen Sie also vor allem, dass dort nicht zu wenig steht?

Velagic: Ganz genau. Ich darf so viel essen, wie ich will – nur nicht zu wenig. Andere beneiden mich vielleicht darum, aber als Superschwergewichtler isst man nicht gerne. Wissen Sie was?

Ja bitte?

Velagic: Mein größter Wunsch ist es, mal nichts zu essen. Oder nur eine Kleinigkeit, vielleicht ein Sandwich. Aber ich bekomme ein richtig schlechtes Gewissen, wenn ich nichts esse – oder nur zwei kleine Steaks.

Dann muss Ihr Kühlschrank zu Hause aber immer voll sein.

Velagic: Allerdings. Meine Frau kauft immer für mich ein.

Und wer macht bei Ihnen das Marmeladenglas auf?

Velagic: Das mache ich schon. Da mache ich alles, was schwer zu öffnen ist, auf. Aber manche Dinge sind mit meinem Gewicht auch nicht so einfach. Wir haben Zwillinge, zwei Jahre alt, wenn ich mit denen auf dem Spielplatz bin und einen Ball aufheben soll, mich bücken muss, dann ist das schwierig.

Wie schaffen Sie es dann eigentlich im Wettkampf, Gewichte zu heben, die kaum ein Mensch stemmen kann?

Velagic: Indem die eigene Masse beweglich ist. Man muss sie beim Stoßen einsetzen können.

Was ist Ihr Ziel für den Wettkampf?

Velagic: Wenn ich einen guten Tag habe, traue ich mir im letzten Versuch beim Stoßen 250 Kilo zu. Ich mache das zwar von klein auf, seit 23 Jahren, habe bestimmt schon 1000 Wettkämpfe gemacht, aber das ist ein komplizierter Bewegungsablauf. Ich muss einfach cool bleiben.

Ist Matthias Steiner mit seinem Olympiasieg 2008 in Peking ein Vorbild?

Velagic: Da war ich ja live mit dabei, bin selbst Achter geworden. Da hat man mal gesehen, zu was ein Superschwergewichtler in der Lage ist. Da hätte keiner mit gerechnet, dass er die 258 Kilo im Stoßen schafft.

Nach seiner Karriere hat er enorm abgenonnen. Ist das auch irgendwann Ihr Ziel?

Velagic: Na klar. Wir kommen ja nicht als Brummer zur Welt. Wir haben das für den Sport getan. Aber ich freue mich jetzt schon drauf, 50 Kilo abzunehmen.

Von Manuel Becker

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