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„An den Dreck gewöhnt man sich“

Olympia „An den Dreck gewöhnt man sich“

Das Wasser in Rio de Janeiro weist Verschmutzungserscheinungen auf. Genau in diesem Wasser starten am Montag die deutschen Segler in das olympische Turnier. Gerade das deutsche Team, das nach der Infektion von Erik Heil im vergangenen Jahr noch vorsichtiger ist, setzt auf umfangreiche Hygienemaßnahmen.

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Das Wasser im Guanabara Bay, wo das olympische Segel-Turnier stattfindet, sorgte schon vor dem Start der Spiele für Diskussionen.

Quelle: dpa\Archiv

Rio de Janeiro. Rio de Janeiro. Philipp Buhl nimmt das leidige Thema Wasserverschmutzung mit dem größtmöglichen Galgenhumor. „Ach, das mit dem Dreck, da gewöhnt man sich dran“, sagte der Laser-Athlet vor dem Start der olympischen Segelregatten am Montag. Und fügte schmunzelnd an: „Ich versuche, es positiv zu sehen. Ich war vor Kurzem im Aktuellen Sportstudio. Ich glaube, da wäre ich nicht gewesen, wenn das Wasser sauber gewesen wäre.“

Von Sauberkeit ist die „braune Brühe“ des olympischen Segelreviers trotz jahrelanger Beteuerungen der Organisatoren noch immer weit entfernt. „Das Wasser ist schlechter als überall, wo wir sonst segeln“, meinte Buhl. Die größte Angst ist, dass sich einer der Athleten einen Infekt einfängt und das jahrelange Training auf das mögliche Karriere-Highlight mit einem Schlag zunichte ist.

Umfangreiche Hygienemaßnahmen

Wie groß die Bakteriengefahr wirklich ist, sei schwer vorherzusagen, sagte der deutsche Olympia-Arzt, Prof. Bernd Wolfarth: „In der normalen Situation ist es keine große Gesundheitsgefahr. Wenn aber jemand Probleme mit dem Immunsystem hat oder eine Wunde in Kontakt mit Bakterien kommt, sieht das anders aus.“

Die deutschen Segler sind gerade nach der schwerwiegenden Infektion von Erik Heil bei einem Testevent im vergangenen Jahr in Rio sensibilisiert und ergreifen umfangreiche Hygienemaßnahmen. Wunden werden schnell desinfiziert, eine Spritzflasche mit frischem Wasser ist immer greifbar. „Die Statistik bei mir ist recht positiv und ansonsten gab es auch nicht zu viele Krankheitsfälle“, sagte Buhl. Er war in den vergangenen Jahren immer wieder in Rio, um das Revier bestmöglich zu studieren. Der Allgäuer hofft, dass sich die Wasserqualität in den nächsten Jahren verbessern wird, auch im Interesse der Bevölkerung.

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