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Die Botschaft ist wichtiger als das Ergebnis

Die Botschaft ist wichtiger als das Ergebnis

Am Montag konnten nicht nur die Hockey-Herren, sondern auch die deutschen Hockey-Damen überzeugen. Während es für die Männer eher darum ging gegen das Weltklasse-Team aus Indien ein Zeichen zu setzen, konnten die Frauen gegen Neuseeland einen wichtigen Erfolg landen.

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Die deutschen Hockey-Herren siegten unmittelbar vor Schluss gegen die indische Olympia-Auswahl.

Quelle: Imago

Rio de Janeiro. Es besteht kein Zweifel daran, dass die deutschen Hockeyherren beim Olympischen Turnier das Viertelfinale erreichen werden. Das Team von Valentin Altenburg ist als Goldmedaillengewinner der Spiele 2008 und 2012 erneut ein heißer Medaillenkandidat. Der späte Siegtreffer beim 2:1 im zweiten Vorrundenduell gegen Indien war deshalb weniger wichtig für das Erreichen der nächsten Runde, als viel mehr für die Botschaft an die Konkurrenz, die er aussendete.

Christopher Rühr hatte fünf Sekunden vor dem Ende eines für die Auswahl des deutschen Hockeybundes (DHB) schweren Matches ein wunderschönes Tor zum 2:1 erzielt und damit doch noch für den zweiten Sieg im zweiten Spiel in Rio gesorgt. Das war nicht unbedingt verdient, denn die zähen und konterstarken Inder hatten über einige Phasen der Begegnung die besseren Chancen gehabt. Ein Remis hätte beide Mannschaften zufriedenstellen können. Aber Rühr hatte einen anderen Plan. „Es geht um das Signal an die Gegner, dass die Deutschen erst geschlagen sind, wenn sie im Bus sitzen“, sagte der Siegtorschütze danach. Niklas Wellen hatte die Deutschen in der ersten Halbzeit in Führung geschossen, Indien aber schnell danach den Ausgleich geschafft.

"Es geht darum, von Spiel zu Spiel besser reinzukommen"

Die deutschen Herren haben das Welthockey in den vergangen acht Jahren nicht dominiert, dazu ist die Konkurrenz an der Spitze zu stark. Aber zwei Mal waren sie bei den zurückliegenden Olympischen Spielen das beste Team. Der späte Erfolg gegen die Inder sollte die anderen ambitionierten Teams, der Asienmeister zählt auch dazu, an diese Tatsache erinnern. Für Rühr war das wichtiger als die zwei zusätzlichen Punkte in der Vorrundentabelle. Da sich acht von zwölf Mannschaften für das Viertelfinale qualifizieren, startet das Turnier erst ab der K.o.-Phase richtig. Und für die deutschen Herren ist ein vorheriges Ausscheiden mit jetzt sechs Punkten nur noch theoretisch möglich.

„Es geht darum, von Spiel zu Spiel besser reinzukommen und sich step by step zu steigern“, sagte Michael McCann. Der Assistenztrainer der DHB-Auswahl war als Spieler im Jahr 2000mit Australien Olympiasieger, kennt die besonderen Anforderungen für ein Turnier im Zeichen der fünf Ringe und hat Vertrauen in die Potenziale von Rühr und seinen Kollegen. Die athletisch wie technisch-taktischen – sowie die auf der mentalen Ebene.

Botschaft in Richtung Top-Nationen

Am Dienstag, 17.30 Uhr MESZ, gegen Irland soll der nächste kleine Schritt auf dem Weg zur dritten Goldmedaille gemacht werden. Die Iren sollen auf dem Feld beeindruckt werden, während die Botschaft in Richtung der anderen Top-Nationen gerichtet sein wird. Irland hat seine ersten beiden Spiele verloren.

Eine formidable Ausgangslage für den Einzug ins Viertelfinale haben sich auch die Hockeydamen erarbeitet. Gegen Neuseeland siegte die Mannschaft von Jamilon Mülders mit 2:1 und bleibt nach dem 1:1 gegen China unbesiegt. „Wir haben drei Viertel lang Neuseeland an die Wand genagelt, müssen eigentlich höher gewinnen“, sagte der Bundestrainer: „Wir haben ein Ausrufezeichen gesetzt.“

Kristina Reynolds unterstreicht Weltklasse-Status

Erstaunlich unaufgeregt reagierten die deutschen Damen auf den frühen Rückstand gegen die höher eingestuften Neuseeländerinnen – und wurden dafür belohnt, nicht die Nerven zu verlieren. Pia Oldhafer schaffte noch vor der Pause den Ausgleich und kurz vor dem Ende des dritten Viertels schoss Anne Schröder ihr Team im zweiten Versuch nach einer Strafecke 2:1 in Führung. In den abschließenden 15 Minuten mussten sich die Deutschen wütenden Attacken der Neuseeländerinnen erwehren, doch die Mannschaft von Mülders erwies sich als zäher Künstler in der Verteidigung. Und bei drei Strafecken gegen sich unterstrich Torhüterin Kristina Reynolds ihren Status als Weltklasse-Keeperin.

Mit einem Sieg am Mittwoch, 17.30 Uhr MESZ, gegen Südkorea haben die Deutschen die Gelegenheit, sich schon vorzeitig für das Viertelfinale zu qualifizieren. Was danach käme, wäre Bonus.

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