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„Unsere Reiter sind heiß“

Olympia 2016 in Rio de Janeiro „Unsere Reiter sind heiß“

Bundestrainer Otto Becker über die Medaillenchancen der deutschen Springreiter bei den Olympischen Spielen und die Konkurrenz aus Holland. Vor vier Jahren blieb das Team ohne Medaillen. Das soll sich dieses Jahr ändern. Der Trainer setzt auf Erfahrung.

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Der deutsche Springreiter Ludger Beerbaum

Quelle: dpa

Herr Becker, was haben Sie sich für Rio vorgenommen?

Otto Becker: Wir wollen besser abschneiden als in London (vor vier Jahren blieb das Team ohne Medaille, d. Red.). Eine Mannschaftsmedaille ist unser Ziel. Wenn alle gesund bleiben, gehen wir mit einem Team an den Start, das das schaffen kann. Aber gerade im Springsport ist es sehr eng. Unsere Pferde und Reiter müssen auf den Punkt topfit sein. Und am Ende braucht man auch das nötige Quäntchen Glück.

Wie stehen die Chancen Ihres Teams auf Gold?

Becker: Gut. Mit Christian Ahlmann, Ludger Beerbaum, Marcus Ehning (er muss wegen einer Verletzung seines Hengstes Cornado passen, d. Red.), Daniel Deußer und Meredith Michaels-Beerbaum haben wir die besten und erfahrensten Springreiter an Bord, die unser Land zu bieten hat. Eine Medaille hätten sie alle mehr als verdient.

Bundestrainer Otto Becker

Quelle: dpa

Wen müssen Sie fürchten?

Becker:Die Leistungsdichte ist sehr groß. In Rio wird es sieben, acht Nationen geben, die um eine Medaille mitreiten. Das wird nicht leicht, wir müssen topfit an den Start gehen und konzentriert reiten. Größter Konkurrent ist Holland. Aber auch die USA und Frankreich gehen mit einem starken Team an den Start.

Christian Ahlmann steht an Platz zwei der Weltrangliste. Ist er der große Hoffnungsträger?

Becker: Christian ist ein alter Hase im Springsport. Ich bin selber noch mit ihm geritten. Als Reiter und auch als Mensch hat er sich in den vergangenen Jahren enorm entwickelt. Er ist definitiv ein wichtiger Bestandteil der Mannschaft. Aber auch die anderen Teamkollegen sind Weltklassereiter.

Für Ludger Beerbaum sind es die siebten Olympischen Spiele. Gehört der 52-Jährige schon zum Mannschaftsinventar?

Becker: Sieht fast so aus. Ludger macht sich immer viele Gedanken und fordert mich damit auch als Bundestrainer. Die Zusammenarbeit mit ihm gibt mir viel und macht einfach Spaß. Er ist sehr leistungsorientiert, sehr erfahren und immer für das Team da.

Wie schaffen Sie es, die Olympioniken zu motivieren?

Becker: Für Olympia muss ich niemanden motivieren. Wenn das so wäre, könnte derjenige gleich zu Hause bleiben. Unsere Reiter sind heiß. Seit Jahren ist Rio ihr großes Ziel. Sie haben ihre Pferde entsprechend trainiert, eingesetzt und sich qualifiziert. Ein Start bei Olympia ist für sie das Größte.

Interview: Sophie Hilgenstock

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