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Olympisches Feuer in Brasilien

Olympia Olympisches Feuer in Brasilien

Bisher redet kaum jemand im krisengeplagten Brasilien über die Sommerspiele in Rio. Das soll sich ändern: Die Olympische Flamme wird durchs Land getragen werden. Doch wer eröffnet am Ende die Spiele?

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OK-Präsident Carlos Nuzman steigt mit der olympischen Flamme aus dem Flugzeug.

Quelle: Fernando Bizerra

Brasília. Die Olympische Flamme ist in Brasilien. Rund 12 000 Fackelträger sollen sie drei Monate bis zur Eröffnung der Olympischen Spiele in Rio de Janeiro durch das ganze Land tragen.

Die Flamme traf per Flugzeug aus der Schweiz in der Hauptstadt Brasília ein. Begleitet wurde der Flieger am Ende sogar von zwei Kampfflugzeugen. Das Feuer war am 21. April im antiken Olympia in Griechenland entzündet worden; danach machte es unter anderem beim Internationalen Olympischen Komitee in Lausanne Station.

Nach einem streng gesicherten Transport vom Flughafen in Brasília in die am Reißbrett vom Architekten Oscar Niemeyer geplante Stadt wurde die erste Olympia-Fackel im Palácio do Planalto von einer lächelnden Staatspräsidentin Dilma Rousseff an einem Flammenbecken entzündet.

Sie reichte diese weiter an die zweifache Volleyball-Olympiasiegerin Fabiana Claudino. Als eine der ersten Träger und Trägerinnen war auch die 12-jährige Hanan Khaled Daqqah ausgewählt worden, die mit ihrer Familie vor dem fürchterlichen Krieg in Syrien geflohen ist. Dank eines Sonder-Visaprogramms der Regierung fand sie wie tausende anderer Syrer in Brasilien eine neue Heimat.

Die Fackel für die ersten Olympischen Spiele in Südamerika soll durch mehr als 320 Städte getragen werden. Neben 20 000 Kilometern auf dem Landweg sind 10 000 Kilometer Flugstrecke geplant. Die olympische Flamme wird am 5. August im berühmten Maracanã-Stadion entzündet, bevor rund 10 000 Sportler um 306 Goldmedaillen kämpfen werden.

"Brasilien ist bereit, um die erfolgreichsten Olympischen Spiele auszurichten", meinte Rousseff. Für sie könnte es zugleich einer der letzten großen Auftritte im Zusammenhang mit den Olympischen Spielen gewesen sein.

Die nur noch rund zehn Prozent Zustimmung genießende Präsidentin steht vor der Amtsenthebung. Am 11. Mai könnte der Senat zur Prüfung von Vorwürfen wie Tricksereien beim Haushalt beschließen, dass Rousseff für 180 Tage suspendiert wird. Dann könnte sie nicht die Spiele am 5. August eröffnen, das würde Vizepräsident Michel Temer übernehmen. Im Oktober könnte Rousseff dann vom Senat mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit endgültig des Amtes enthoben werden.

Das Land steckt in einer tiefen Rezession und ist politisch nahezu handlungsunfähig. Temers Partei der demokratischen Bewegung hat mit Rousseff gebrochen. Er will im Mai nach der Suspendierung eine Regierung ohne die seit 2003 regierende linke Arbeiterpartei bilden.

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) rechnet nicht mit Konsequenzen für die Spiele in Rio und setzt auf die Begeisterungsfähigkeit der Brasilianer. Die Olympiabauten sind nach Angaben der Organisatoren zu 98 Prozent fertiggestellt. Die Gesamtinvestitionen aus öffentlichen und privaten Geldern sollen sich auf 38,7 Milliarden Real (9,8 Mrd Euro) belaufen. Insgesamt stehen für Olympische und Paraolympische Spiele 7,4 Millionen Tickets zur Verfügung - rund 85 000 Sicherheitskräfte sollen die Spiele schützen.

dpa

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