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Parade der Olympia-Helden mit Überraschungen

Kanu, Deutsche Meisterschaften Parade der Olympia-Helden mit Überraschungen

Großer Sport auf dem Beetzssee in Brandenburg an der Havel. Dort sind bei den Deutschen Meisterschaffen im Kanu-Rennsport am Wochenende auch einige Olympiahelden aufs Wasser gegangen. Unter ihnen Sebastian Brendel, der in Rio zwei Goldmedaillen holte. Doch auf dem Beetzsee erlebte er eine Überraschung.

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Überraschung im Einer-Canadier: Ronald Verch (vorn) schlägt Sebastian Brendel.

Quelle: Foto: Ute Freise

Brandenburg/Havel. Als er die Bootsspitze über die Ziellinie geschoben hatte, ballte er kurz die Faust. Ronald Verch konnte es wohl selbst kaum glauben. Bei den Deutschen Kanu-Meisterschaften auf dem Brandenburger Beetzsee hatte er am Samstagnachmittag überraschend seinen Teamgefährten vom KC Potsdam, Sebastian Brendel, geschlagen – und das im Einer-Canadier über 1000 Meter.

Verch schlägt Olympiasieger Brendel über 1000 Meter

Auf dieser Strecke war Brendel bei EM und WM sowie Olympia seit 2012 ungeschlagen, wiederholte elf Tage zuvor in Rio in beeindruckender Manier seinen olympischen Erfolg. „Ich kann es verschmerzen“, sagte der 28-Jährige und gratulierte Verch, der über 500 Meter Zweiter geworden war. Der 30-Jährige, bei Olympia nur Ersatzmann, wusste im ersten Moment gar nicht wie ihm geschah. Während Brendel sich nicht mehr erinnern konnte, wann er das letzte Mal auf dieser Strecke verloren hatte, wusste Verch nicht, wann er denn Brendel mal hinter sich gelassen hatte. „Das war ein tolles Rennen. Ich freue mich jedenfalls“, so Verch, der 300 Meter vor dem Ziel an die Spitze zog. „Ich habe alles gegeben, mein Boot war ganz schön voll Wasser.“

Die Olympia-Helden – sieben Medaillen, davon viermal Gold hatten die deutschen Kanuten in Rio aus dem Wasser gefischt – waren die gefeierten Stars vor der voll besetzten Tribüne am sonnenüberfluteten Beetzsee. Brandenburgs Kanu-Präsident Michael Schröder sagte: „Den Schwung von Rio haben wir gleich genutzt. Es war ein toller Olympia-Empfang für unsere erfolgreichen Athleten. Wir sind sehr stolz auf die Sportler.“

Immer wieder Glückwünsche für die Olympia-Starter

Auch Franziska Weber, die Doppel-Silber in Rio holte, musste immer wieder Glückwünsche entgegennehmen, gab es hier ein Küsschen, da eine Umarmung. „Alle haben sich mit mir gefreut, das finde ich toll. Da kann man den Sport auch ein bisschen genießen“, erzählte sie nach ihrem DM-Sieg im Kajak-Einer über 1000 Meter. Und das klappte auch ohne ihren Glücksbringer im Boot, die Biene Lilli. „Die muss sich nach Olympia erst mal zu Hause ein bisschen ausruhen“, scherzte Franziska Weber. „Da haben sich in den letzten sechs Wochen auch viele Briefe gestapelt. Da habe ich in den nächsten Tagen noch genug zu tun.“

Kurz darauf war sie mit Conny Waßmuth auch im Kajak-Zweier über 500 Meter siegreich vor ihrer Olympia-Zweierpartnerin Tina Dietze aus Leipzig, die mit Anne Knorr ein Sachsen-Duo bildete. Oldie Ronny Rauhe zeigte im Kajak-Einer über 200 Meter eine Woche nach dem Olympia-Bronze-Krimi seine ganze Klasse und setzte seine Meisterschaftsrekordserie fort. Der 34-Jährige gewann Sonntag auch im Zweier über 200 Meter mit Vereinsgefährte Timo Haseleu.

Der Nachwuchs schaut zu Brendel und Co. auf

Brendel ordnete das Ereignis noch mal ein: „Die Meisterschaften sind wichtig für unseren Nachwuchs. Deshalb bin ich hier. Wir haben eine Vorbildfunktion. Daher ist es nicht schlimm, wenn die Deutschen Meisterschaften immer nach dem Jahreshöhepunkt stattfinden.“ Deshalb ging er wie Goldjunge Jan Vandrey sogar im Vereinsachter an den Start und hatte seinen Spaß. „Das ist für alle Beteiligten ein schönes Erlebnis“, meinte der dreimalige Olympiasieger.

Der Potsdamer Tibor Gecsö, der hinter Olympiasieger Max Hoff (Essen) Platz zwei im Kajak-Einer über 1000 Meter belegte und mit seinen 22 Jahren als Mann der Zukunft gilt, sagte: „Bei Olympia habe ich mit allen mitgefiebert. Das sind alles meines Freunde. Jetzt sind sie alle hier. Hinter Max Zweiter zu werden, macht mich glücklich.“ Der bald 34-jährige Hoff kündigte an, mindestens noch ein Jahr weiterzumachen.

Von Peter Stein

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