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Peps "großes Geschenk": Abschied mit Finale

Fußball Peps "großes Geschenk": Abschied mit Finale

Pep Guardiola tritt mit einem Endspiel ab, aber das Pokalfinale soll nur ein Vorspiel sein. Der ganz große Abschied in Europa treibt die Münchner Triplejäger unermüdlich an. Mit fehlendem Glanz will sich der FC Bayern nicht aufhalten. Mit einer Vidal-Debatte auch nicht.

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Pep Guardiola hat mit dem FC Bayern das Pokal-Finale in Berlin erreicht.

Quelle: Peter Kneffel

München. Die erste Finalbühne für den Abschied von Pep Guardiola ist gebucht, jetzt wollen die Bayern das ganz große Endspiel in Europa als krönenden Schlusspunkt.

Keine 24 Stunden nach dem pflichtgemäßen Einzug in das 21. Finale des DFB-Pokals präsentierten die Münchner im mit Trophäen üppig ausstaffierten Vereinsmuseum stolz den Fünfjahresvertrag von Welttorhüter Manuel Neuer und einen weiteren millionenschweren Sponsorendeal. Der Kopf ist frei für den nächsten entscheidenden Triplekampf, das knifflige Champions-League-Halbfinale gegen Atlético Madrid.

"Wir haben jetzt gefühlt seit vier Wochen die wichtigsten Wochen im Jahr, aber die wichtigsten Wochen hören nicht auf. Alle drei Tage haben wir ein kleines Finale", erklärte Doppeltorschütze Thomas Müller. "Jetzt wollen wir natürlich auch durchziehen." Von der Debatte um die Schwalbe von Arturo Vidal oder gar von Bayern-Dusel wollten die zielorientierten Münchner am Tag nach dem 2:0 im Halbfinale gegen Werder Bremen nichts wissen. Im Enspiel treffen die Bayern auf Dauer-Rivale Borussia Dortmund, der am Mittwoch bei Hertha BSC 3:0 gewann.

"Wir sind glücklich, dass wir jetzt wieder die Reise nach Berlin machen dürfen", frohlockte Rummenigge, der auf der Saisonzielgeraden "so viel wie möglich mitnehmen" will. Die Elfmeter-Diskussion dürfe man trotz der Fehlentscheidung nicht überstrapazieren, mahnte Rummenigge und freute sich über die Neuer-Unterschrift. "Er ist der mit Abstand beste Torhüter der Welt."

Egal wie erfolgreich die Amtszeit von Guardiola endet, der Grundstein für eine goldene Zukunft unter Neu-Trainer Carlo Ancelotti ist schon jetzt gelegt. Weltmeister Neuer verlängerte seinen bis Sommer 2019 datierten Vertrag um zwei weitere Jahre bis zum 30. Juni 2021 und dürfte zu einem weiteren Topverdiener im Luxuskader aufsteigen.

Vor Neuer hatten bereits Jérôme Boateng, Thomas Müller, David Alaba und Javi Martínez neue Arbeitspapiere bis 2021 unterzeichnet. "Wir sind jetzt noch überall im Titelrennen dabei und haben große Chancen, dieses Jahr viel mitzunehmen", hob der mit viel Beifall bedachte Neuer hervor, der beim Vertragsende 35 Jahre alt sein wird. "Ich denke, dass der FC Bayern auch in den nächsten Jahren international wieder vorne mit dabei ist."

Jetzt freuen sich die Stars aber erst einmal alle auf das Pokal-Endspiel am 21. Mai im Berliner Olympiastadion, in dem die Münchner bereits an diesem Samstag den historischen vierten Meistertitel in Serie feiern könnten. Auch Guardiola fiebert den nahenden Glücksmomenten in einem Finale bereits entgegen. "Die Spieler haben mir eine Woche mehr Zusammenarbeit geschenkt. Vielen Dank für dieses große Geschenk", schilderte Guardiola die Freude über eine besondere Abschiedsnote.

Statt beim Liga-Duell mit Schlusslicht Hannover 96 am 14. Mai endet die Amtszeit des katalanischen Startrainers mit einem Finale als Höhepunkt. Vielleicht bleibt es beim Pokal-Endspiel in Berlin, aber noch winkt der glamouröse Abgang mit einem Champions-League-Finale am 28. Mai in Mailand. "Es wird schwer, aber wir sind da", sagte der Spanier nach seinem letzten Pokalabend in München.

"Super-Bayern, Super-Bayern" schallte es nach dem glanzlosen 2:0 im Halbfinale gegen Bremen durch einen Müller-Kopfball und einen geschenkten Elfmeter nach einer Schwalbe von Arturo Vidal durch die Arena. Ergebnisse stehen in den strapaziösen Wochen über Gala-Aufführungen, die die Bayern schon lange nicht mehr wie noch in der Hinrunde zelebrieren. "Meckern nach Siegen ist nicht angebracht", merkte Rummenigge nüchtern an. "Die Mannschaft gewinnt. In solchen Spielen ist das Ergebnis wichtiger als die Qualität des Spiels."

Dass die so beeindruckende Ballsicherheit und Kontrolle nachgelassen hat, dass zwei Standards gegen einen Abstiegskandidaten helfen müssen, dass mehr gearbeitet als gezaubert wird, das alles beunruhigt den Rekordchampion aktuell nicht.

Erst recht nicht, wenn man diesen Thomas Müller hat. Die Tore 31 und 32 des Weltmeisters im 43. Vereinspflichtspiel der Saison brachten die Münchner gegen tapfere Bremer ins Endspiel. "Es ist nicht jeden Tag Weihnachten und man muss auch solche Spiele nehmen und Charakter zeigen. Das haben wir gemacht", betonte Müller.

"Er hat einen unglaublichen Riecher vorm Tor", staunte selbst Kapitän Philipp Lahm einmal mehr. Aber ob die aktuelle Form auch in zwei Halbfinal-Duellen mit Atlético reicht? "Für die nächsten Spiele wünschen wir uns selbst was anderes", forderte Müller. Bald dürfte der lange verletzte Boateng wieder mitwirken, auch das Comeback von Arjen Robben soll näher rücken. Guter Laune hielt Rummenigge am Mittwochnachmittag vor mehr als einem Dutzend Kamerateams den "ersten Cup des Jahres" in die Höhe: Es war der ihm geschenkte Rasierer des Sponsors - die richtigen Trophäen sollen folgen.

dpa

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