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Potsdam droht herber sportlicher Verlust

Bundesstützpunkt Schwimmen in Gefahr Potsdam droht herber sportlicher Verlust

Es geht um viel Geld und noch mehr Prestige. Potsdam droht der Verlust des Bundesstützpunktes Schwimmen. Nach MAZ-Informationen könnte dieser nach Berlin wechseln. Der Bundestrainer ist nicht zufrieden mit der Zusammenarbeit.

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Christian Diener trainiert in Potsdam

Quelle: dpa-Zentralbild

Potsdam. Der Sportstadt Potsdam droht der Verlust des Bundesstützpunkts Schwimmen (BSP). Derzeit wägt der Deutsche Schwimm-Verband (DSV) ab, ob Berlin oder Potsdam federführend in einem künftigen Bundesstützpunkt sein wird. „Da liegen momentan die Karten ein bisschen mehr bei Berlin, da bin ich auch ganz ehrlich“, sagte Bundestrainer Henning Lambertz auf Anfrage der MAZ.

Bundestrainer Henning Lambertz stellt Forderungen an Potsdam

Bundestrainer Henning Lambertz stellt Forderungen an Potsdam.

Quelle: dpa

Knackpunkt bei der Entscheidung ist die Richtlinienkompetenz des künftigen Bundesstützpunkttrainers, die Lambertz in Potsdam aktuell nicht gewährleistet sieht. „Als Chefbundestrainer kann, will und werde ich meine Befürwortung zum BSP in Potsdam nur dann geben, wenn sichergestellt ist, dass der Bundesstützpunkttrainer die Richtlinienkompetenz am Stützpunkt erhält“, schrieb Lambertz in einer E-Mail vom 12. Oktober 2016, die der MAZ vorliegt. Dort fordert er von allen Beteiligten „ein klares Bekenntnis zu den Strukturideen des DSV“.

Vom Potsdamer Bundesstützpunkt Schwimmen schafften in diesem Sommer zwei Athleten den Sprung zu den Olympischen Spielen nach Rio.

Christian Diener sorgte mit seinem 7. Platz über 200 Meter Rücken für Aufsehen, der erst 17-jährige Johannes Hintze stand im Vorlauf über 400 Meter Lagen.

Diener trainiert unter Jörg Hoffmann, Hintze unter dem ehemaligen Van-Almsick-Trainer Norbert Warnatzsch.

„Warum er da Bedenken hat, weiß ich nicht. Ich stehe aber mit Herrn Lambertz in Kontakt und wir werden uns auch noch einmal zusammensetzen. Da gibt es aus meiner Sicht keinen Dissens“, sagte Sylvia Madeja, Präsidentin des Landesschwimmverbands (LSV). „Wir legen alle Kraft darin, Bundesstützpunkt zu werden“, sagte die LSV-Präsidentin, die auch keinen Konflikt bei den Trainern sieht. „Ich finde es schade, dass da Unruhe von außen hereingetragen wird.“

Der Streit könnte schmerzhafte finanzielle Einschnitte nach sich ziehen. Würde Potsdam seinen Status als Bundesstützpunkt verlieren, droht die Trainingsstättenförderung in Höhe von 212.000 Euro verloren zu gehen. Dazu kommt ein sechsstelliger Bauunterhalt. „Nach den mir vorliegenden Unterlagen und Kenntnissen ist der BSP nicht sicher“, sagte Andreas Klemund, Geschäftsführer der Luftschiffhafen GmbH, die im Auftrag der Stadt das Gelände betreibt.

Wilfried Lausch, Leiter des Olympiastützpunkts, appelliert, Ruhe zu bewahren. „Ich habe nicht das Gefühl, dass der Schwimmverband beabsichtigt, den Stützpunkt in Potsdam nicht mehr haben zu wollen.“

Von Stephan Henke

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