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Mannschaft mit zwei Gesichtern

Potsdam unterliegt Stuttgart Mannschaft mit zwei Gesichtern

Volleyball-Bundesligist SC Potsdam hatte sich nach dem schwachen Saisonstart viel vorgenommen. Zunächst legte der Gastgeber einen tollen Auftritt hin, führte mit 2:1. Doch dann gab es einen Bruch.

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Die Potsdamerinnen (im hinteren Feld) begannen stark, ließen dann aber stark nach.

Quelle: Gerhard Pohl

Potsdam. Es müssen deutliche Worte gewesen sein. Direkt nach Spielende befehligte Alberto Salomoni seine Mannschaft in die Kabine. Der Volleyball-Bundesligist SC Potsdam hatte soeben gegen Allianz Stuttgart mit 2:3 (25:12, 21:25, 25:16, 17:25, 9:15) unnötig verloren. Eine Viertelstunde später schickte Potsdams Trainer Salomoni seine Schützlinge zum Auslaufen und Dehnen wieder raus aufs Feld. Das Frustventil hatte er aber noch nicht geschlossen. „Ich bin sauer“, schimpfte der Italiener. Das hatte er seine Mannschaft hinter verschlossener Tür wissen lassen.

Kabinenansprache mit klaren Worten

„Das ist intern“, wies Diagonalangreiferin Saskia Hippe am Sonntagabend die Frage nach der Kabinenansprache zurück. Doch die „große Enttäuschung“ konnte sie nicht verhehlen. Denn Potsdam hatte vor 735 Zuschauern in der MBS-Arena mit 2:1 nach Sätzen geführt, war dann aber eingebrochen. „Wir haben einen Schritt nach vorne gemacht“, analysierte Hippe die ersten drei Durchgänge. Der SC ließ bei den erfolgreichen Sätzen nur zwölf beziehungsweise 16 Punkte des Gegners zu. „Wir hatten in allen Elementen mehr Qualität als vorher“, sagte Regina Mapeli Burchardt. Die Spielfreude war den dynamischen Potsdamerinnen anzumerken. „Drei Sätze waren wir sehr gut, wir haben bewiesen, dass wir gut spielen können“, lobte Salomoni. „Das ist meine Mannschaft.“

Der Mut ist weg

Ab dem vierten Durchgang erkannte er sein Team nicht wieder. Trotz Wechseln und Umstellungen bekam Potsdam keinen Zugriff mehr. Salomoni: „Die Mannschaft hat zwei Gesichter. Auf einmal ist sie nicht mehr mutig.“ Alles, was zu Beginn gut funktionierte, machte nun Probleme. Zudem steigerte sich Stuttgart. „Wir haben lange gebraucht, um die beste Sechs zu finden“, sagte Gäste-Trainer Guillermo Hernandez. „Am Ende haben wir solider gespielt, haben nicht mehr so viele Fehler gemacht.“

Im Tiebreak war Potsdams Widerstand schnell gebrochen. „Da haben wir uns sehr schwer getan“, sagte Regina Mapeli Burchardt. Dennoch unterstrich Potsdams Kapitän das Positive. „Wir haben einen Schritt vorwärts gemacht. Das ist ein Prozess, den wir definitiv gestartet haben.“ Doch nach nur sieben Punkten aus sechs Spielen hätte der SC einen Befreiungsschlag gebraucht. Saskia Hippe sah Nachholbedarf in der Mentalität. „Das muss man lernen“, sagte sie. „Siegen lernt man durch siegen.“

Neue Chance in Hamburg

Drei Punkte wären durchaus möglich gewesen. „Wir haben Stuttgart in Schwierigkeiten gebracht“, sagte Salomoni. „Aber wir müssen lernen, solche Spiele auch zu gewinnen.“ Der Coach monierte das „Verhalten auf dem Feld, wenn es nicht läuft.“ Am kommenden Sonntag in Hamburg hofft Salomoni auf das Siegergesicht seiner Mannschaft über ein komplettes Spiel.

Von Ronny Müller

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