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Potsdamer Arzt träumt von Olympia

Wasserball Potsdamer Arzt träumt von Olympia

Lars Götz hat für den OSC Potsdam in der Bundesliga gespielt. Nun betreut der 48-Jährige die Nationalmannschaft bei der EM In Serbien. Götz kann sich in seine Sportler nach einer Operation noch besser hineinversetzen.

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Der Traum von Rio lebt

Lars Götz träumt von Olympischen Spielen.

Quelle: foto: OSC Potsdam

Potsdam. In Belgrad ist das Wasser ein bisschen heißer als gewohnt. Lars Götz freut sich auf die hitzige Atmosphäre bei der Wasserball-Europameisterschaft in der serbischen Hauptstadt. Der leitende Oberarzt der Unfallchirurgie am Potsdamer Bergmann-Klinikum betreut die deutsche Nationalmannschaft bei dem Turnier. „Serbien ist eines der Heimatländer des Wasserballs“, sagt Götz. „Das sind Dimensionen, die man sonst nicht kennt.“ Die Spiele finden in einer riesigen Eventhalle statt. Rund um das temporäre Wasserbecken haben 18 000 Zuschauer Platz. Götz: „Das ist etwas ganz Besonderes. Ich bin sehr gespannt auf die Stimmung.“

Auftakt gegen Italien

Am Freitag reist der 48-Jährige nach Belgrad. Montag steigt die Mannschaft von Nationaltrainer Patrick Weissinger mit dem Spiel gegen Italien in das Turnier ein. In der Vorrundengruppe heißen die Gegner außerdem Georgien und Rumänien. Titelchancen haben die Deutschen nicht. Auch wenn sie am Dienstag in einem Vorbereitungsturnier überraschend Olympiasieger Kroatien mit 10:9 bezwangen. Vielmehr geht es um die Qualifikation zu den Olympischen Spielen in Brasilien. Seit fünf Jahren betreut Götz das Nationalteam. Für Turniere muss er teilweise Urlaub nehmen. „Ich bin auf die Toleranz der Kollegen angewiesen.“ Nach einer Weltmeisterschaft und drei Europameisterschaften wäre Olympia für Götz die Krönung. In Belgrad werden fünf Plätze für das olympische Qualifikationsturnier im März in Florenz vergeben. Dort geht es um drei Tickets für die Spiele in Rio. „Wir haben nur eine Außenseiterchance, aber wir wollen auf den Zug aufspringen“, sagt Götz. Allerdings sind die Stammspieler Moritz Oeler und Andreas Schlotterbeck so schwer verletzt, dass sie für die EM absagen mussten.

Operation an der Schulter

Weitere Ausfälle muss Götz verhindern. Im Kader stehen 13 Spieler, Potsdamer sind nicht dabei. „Alle Jungs kommen in der Rotation zum Einsatz. Wenn nur ein Akteur ausfällt, haben die anderen weniger Pausen“, erklärt der Arzt. Deshalb muss er schon mal am Beckenrand einen Cut nähen oder den Jungs über einen Schnupfen hinweghelfen.

Seit einem Jahr kann sich der frühere Bundesligaspieler des OSC Potsdam, der auch das aktuelle Team als Doc betreut, noch besser in seine Sport-Patienten hineinversetzen. Damals wurde Götz wegen Verschleißerscheinungen an der Schulter operiert. „Leistungssportler haben nach einem Eingriff ganz andere Ansprüche an ihren Körper“, sagt Götz. Immerhin kann er nach der OP schon wieder schwimmen. „Ich bin froh, dass ich jetzt wieder meine Bahnen ziehen kann.“ Einsätze für die zweite Mannschaft der Potsdamer oder die Senioren hatte er seitdem aber noch nicht. „Ich will aber bald wieder einsteigen.“ Vielleicht kann er mal ins Belgrader Becken springen.

Von Ronny Müller

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