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Potsdamer Chefcoach Ron Schmidt befördert

„Bundestrainer Projekt Rio 2016“ Potsdamer Chefcoach Ron Schmidt befördert

Seit 2006 ist er Cheftrainer am Bundesstützpunkt Nachwuchs im Potsdamer Luftschiffhafen, nun soll Ron Schmidt als „Bundestrainer Projekt Rio 2016“ die deutschen Triathleten auf die Olympischen Spiele in Brasilien im kommenden Sommer vorbereiten. Mit seiner Berufung reagiert der Verband auf die sportliche Misere insbesondere im Männerbereich.

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Ron Schmidt

Quelle: Bernd Gartenschläger

Potsdam. Beförderung für den Potsdamer Triathlon-Chefcoach Ron Schmidt: Der 49-Jährige wird künftig als „Bundestrainer Projekt Rio 2016“ die deutschen Triathleten auf die Olympischen Spiele in Brasilien im kommenden Sommer vorbereiten. „Das ist eine Stärkung für unseren Stützpunkt in Potsdam und eine Anerkennung für den Brandenburger Triathlon“, kommentierte Schmidt, der seit 2006 Cheftrainer am Bundesstützpunkt Nachwuchs im Potsdamer Luftschiffhafen ist. Der in Brandenburg an der Havel geborene Coach wird damit in das Kompetenzteam der Deutschen Triathlon-Union (DTU) um Cheftrainer Ralf Ebli und Bundestrainer Dan Lorang aufgenommen.

DTU-Vizepräsident Leistungssport Reinhold Häußlein bezeichnete Schmidt als „einen der besten Trainer der Welt“. „So einen Mann Richtung Rio im Trainerteam zu haben tut uns gut. Deshalb wollen wir ihn integrieren und hoffen natürlich auf positive Impulse“, sagte Häußlein der MAZ. Unter Schmidt schafften gleich mehrere Brandenburger Triathlon-Talente den Sprung in die Nationalmannschaft, seit 2007 holten sie zehn internationale Medaillen. Im kommenden Jahr werden Lasse Lührs und Laura Lindemann in den B-Kader aufgenommen. Die beiden 19-Jährigen gewannen in diesem Jahr die Junioren-EM, Lindemann verteidigte zudem ihren Junioren-WM-Titel. „Wir hätten niemals gedacht, dass Laura Lindemann sich in so kurzer Zeit so positiv entwickelt und die Chance hat, sich für Olympia zu qualifizieren“, sagte Häußlein.

Schmidt wurde als „Trainer des Jahres“ ausgezeichnet

Am vergangenen Freitag wurde Schmidt im Frankfurter Römer anlässlich des 30-jährigen Bestehens der DTU als „Trainer des Jahres“ ausgezeichnet – den Titel verlieh der Verband erstmals. „Ich war immer konstruktiv, habe aber auch und gerne Kritik geübt. Nun hat man bei der DTU gesagt, den sollte man mal in der Elite-Nationalmannschaft mitmachen lassen und darauf freue ich mich“, sagte Schmidt über seine Beförderung.

Mit seiner Berufung reagiert der Verband auch auf die sportliche Misere insbesondere im Männerbereich. In der WM-Serie (WTS) belegte Justus Nieschlag als bester Deutscher Rang 23, die beiden Potsdamer Gregor Buchholz und Franz Löschke, die am Olympiastützpunkt in Saarbrücken trainieren, landeten auf den enttäuschenden Rängen 57 und 110. Löschke verlor vor kurzem seinen B-Kader-Status. „Bei den Männern sieht es aktuell aus verschiedenen Gründen leider etwas trübe aus. Im Nachwuchsbereich sind Talente am Horizont in Sicht, aber die müssen ihre Entwicklung in den kommenden Jahren bestätigen und auch die erforderlichen Trainingsintensitäten körperlich absolvieren können, um Triathlon auf höchstem Niveau zu betreiben“, sagte DTU-Vize Leistungssport Häußlein.

Schmidt wird nun häufiger bei den WTS-Rennen und bei Trainingsmaßnahmen für die DTU durch die Welt reisen, auf fünf bis sechs Wochen bis zu den Olympischen Spielen schätzt er den Aufwand. „Ich werde im Projekt Rio 2016 dann allerdings nicht als Lindemann-Trainer, sondern als DTU-Trainer arbeiten“, sagt Schmidt. „Parallel werde ich weiter meine Arbeit am Bundesnachwuchs-Stützpunkt in Potsdam machen“, erklärt der Trainer. Häußlein ergänzt: „Ron Schmidt leistet in Potsdam sehr gute Arbeit, was ja auch die Ergebnisse der Brandenburger Athleten beweisen. Daher schätzen wir seine Arbeit dort und wollen, dass er auch zukünftig den Bundesnachwuchs-Stützpunkt Brandenburg betreut. Parallel soll er in der Vorbereitung auf Rio einzelne der vielen Trainingsmaßnahmen und Wettkämpfe betreuen.“

Biographisches

Ron Schmidt wurde am 5. Oktober 1966 in Brandenburg an der Havel geboren.

Nach acht Jahren Leistungsturnen und sportlichen Versuchen im Fußball, Tennis und Kraftsport landete der 49-Jährige beim maritimen Fünfkampf (Schwimmen, Laufen, Schießen, Segeln und Rudern).

1988 bestritt er seinen ersten Triathlon, insgesamt nahm er dreimal am Ironman auf Hawaii teil.

Nachdem er drei Jahre als Triathlon-Landestrainer in Berlin arbeitet, wechselte er 2000 nach Potsdam, wo er ab 2002 Landestrainer war.

Seit 2006 ist Schmidt Cheftrainer am Bundesstützpunkt Nachwuchs im Potsdamer Luftschiffhafen.

Von Stephan Henke

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