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Potsdamer David Junge will eine Medaille

Junioren-WM im Rudern Potsdamer David Junge will eine Medaille

Die Weltmeisterschaften im Rudern bei den Junioren in dieser Woche gelten in Rio de Janeiro als Testlauf für die olympischen Wettbewerbe im nächsten Jahr. David Junge vom RC Potsdam startet im Doppelzweier.

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David Junge (vorn) mit seinem Partner Johannes Lotz.

Quelle: Foto: Wolfgang Lux

Potsdam. Da hätten seine Freunde und Bekannten große Augen bekommen, als David Junge ihnen erzählte, dass er zu den Junioren-Weltmeisterschaften im Rudern nach Rio de Janeiro reist. Aber für den 1,95 Meter großen Recken wird das ja keine Urlaubsreise an die Copacabana. Dennoch sagt er: „Natürlich freue ich mich riesig darauf. So eine Weltreise habe ich bisher noch nicht gemacht.“

Der Nachwuchs ist dabei zugleich für den olympischen Testlauf auserkoren. Denn traditionell finden die Junioren-WM im Rudern im Jahr vor den Sommerspielen in der Olympiastadt statt. Junge hat sich im Internet schon ein bisschen darüber informiert, Videos angeschaut und mitbekommen, dass vor allem das schmutzige Wasser ein Thema ist. „Ich sitze ja im Boot und muss in dem Wasser nicht schwimmen“, meint der 17-Jährige. „Wir haben Teamärzte dabei und wurden vor der Abreise mehrfach darüber unterrichtet, zum Beispiel Getränke nur aus der Flasche zu uns zu nehmen.“

Dienstagabend wird die WM eröffnet, Mittwoch beginnen die Vorläufe. Der junge Mann vom RC Potsdam startet im Doppelzweier mit Johannes Lotz aus Hanau. „Wir sind im Frühjahr mal zusammen im Doppelzweier gefahren. Das hat ganz gut funktioniert. Dann meinte Bundestrainerin Brigitte Bielig, wir sollten es miteineinander versuchen. Der Doppelzweier ist traditionell international sehr stark besetzt, da müssen wir von Anfang an richtig Gas geben“, erzählt der Potsdamer, der auf der Schlagposition sitzt. Mit Lotz verstehe er sich prima. Da brauche er nur wenige kurze Kommandos zu geben, um die ideale Schlagzahl zu finden.

Junge war bereits im Vorjahr bei der Junioren-WM im Doppelvierer erfolgreich. Insofern hat ihn die viereinhalbwöchige Vorbereitung auf die JWM, die der Deutsche Ruderverband (DRV) seit Jahren in Berlin-Grünau organisiert, von den Abläufen nicht mehr überrascht. „Wir haben viel trainiert, sind gut vorbereitet“, zieht er ein Fazit. Dabei sei es sehr hilfreich gewesen, dass sein Heimtrainer Roland Köpke ihn nun auch in der DRV-Auswahl im Doppelzweier betreut. „Da musste ich mich nicht groß umstellen“, schildert Junge die Vorteile. „Da weiß ich Bescheid, wie es läuft.“

Nicht nur sein Trainer begleitet ihn nach Rio. Auch seine Eltern, Mutter Jana und Vater Oliver Junge, haben eine Reise an den Zuckerhut gebucht – für sie ist es tatsächlich Urlaub. Und der Filius freut sich darüber. „Meine Eltern haben mich seit Beginn der Ruder-Karriere immer unterstützt – auch in finanzieller Hinsicht. So manches Trainingslager hätte ich aus eigener Tasche nie bestreiten können“, meint der Sportschüler, der im neuen Schuljahr in die 12. Klasse geht. Doch bevor es soweit ist, will er nach der WM noch seinen Führerschein machen. Denn bisher ist Junge viel mit dem Fahrrad unterwegs vom Wohnort in Babelsberg bis in den Luftschiffhafen. „Rennradfahren ist mein zweites Hobby“, sagt er.

Um einmal selbst an den Olympischen Spielen teilzunehmen, dafür käme Rio 2016 allerdings viel zu früh. „Als Sportler ist das aber immer das große Ziel, irgendwann einmal soll es soweit sein.“ Für die Junioren-WM hat er sich mit seinem Partner „auf jeden Fall eine Medaille“ vorgenommen.

Neben Junge sind Janina Arndt und Isabelle Hübener vom RC Potsdam in Brasilien dabei. Die beiden Riemenruderinnen starten im deutschen Achter.

Von Peter Stein

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