Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / -3 ° wolkig

Navigation:
Potsdamer Duo holt Gold auf Olympia-Kurs von Rio

Rudern Potsdamer Duo holt Gold auf Olympia-Kurs von Rio

Bei den Ruder-Weltmeisterschaften der Junioren in Rio de Janeiro kamen Janina Arndt und Isabelle Hübener vom RC Potsdam mit dem deutschen Achter auf Platz eins. Das Duo testete schon mal die Olympia-Strecke für das kommende Jahr.

Voriger Artikel
Belzigs Marvin Sommer im Konzert der Großen
Nächster Artikel
Sandhausen mit Tor-Gala - Düsseldorf schwächelt weiter

Janina Arndt (2.v.r.) und Isabelle Hübener (5.v.l.) feiern mit dem Gold-Achter.

Quelle: foto: Verband

Potsdam . Ein wenig ist Isabelle Hübener der Jetlag noch anzumerken. „Ich bin noch etwas müde, aber sonst ist alles gut“, sagt die Ruderin mit schwerer aber erleichterter Stimme. Erst am Mittwoch kehrte sie gemeinsam mit ihrer Teamkollegin Janina Arndt von den Junioren-Weltmeisterschaften aus Rio de Janeiro zurück nach Potsdam. Im Gepäck: Die Goldmedaille im Achter.

Auf der Strecke über 2000 Meter setzte sich das Duo vom Ruder-Club Potsdam mit dem deutschen Achter souverän durch und feierte einen Start-Ziel-Sieg. Gerudert wurde auf dem Gewässer, welches in einem Jahr als Olympiastrecke vorgesehen ist. „Es ist schon krass. Wenn in einem Jahr Olympia im Fernsehen läuft, dann können wir sagen, dass wir da schon waren und Weltmeister geworden sind. Die Kulisse war beeindruckend“, schwärmt Isabelle Hübener.

Mit der Christus-Statue im Rücken und bei besten Bedingungen ließ das Ruderensemble zu keinem Zeitpunkt Zweifel am Sieg aufkommen. „Wir hatten einen guten Start. Nach 1000 Metern haben wir alle gemerkt, dass wir vorne liegen und am Ende haben wir sehr klar gewonnen“, sagt die 17-Jährige. Über drei Sekunden betrug der Vorsprung vor dem zweitplatzierten Boot aus Italien. Die Bronzemedaille ging an die USA. „Es war härter als in anderen Wettkämpfen. Es ist halt eine Weltmeisterschaft. Da ist die Konkurrenz groß und wir mussten alles geben, um zu gewinnen“, sagt Hübener.

Neben dem sportlichen Wettkampf sorgte während der Ruder-Weltmeisterschaft auch die Rennstrecke für Schlagzeilen. Die britische Tageszeitung „The Guardian“ berichtete, dass mehrere Athleten aufgrund der schlechten Wasserqualität mit Krankheiten infiziert wurden. Diese Meldungen sorgen ein Jahr vor den Olympischen Spielen für mediale Unruhe. Diesbezüglich gibt Isabelle Hübener jedoch leichte Entwarnung: „Unserem Team geht es gut und ich habe nicht mitbekommen, dass es anderen schlecht geht. Das Wasser sah aber nicht so sauber aus. Man sollte es nicht unbedingt runterschlucken.“ Die Problembereiche des Gewässers befänden sich eher in anderen Gebieten fernab der Rennstrecke. Schon im Frühjahr hatten Medien vom „Ekelalarm“ auf der Rennstrecke berichtet. Tausende tote Fische würden nahe der Rodrigo-de-Freitags-Lagune treiben, in der die olympischen Ruder- und Kanuwettkämpfe 2016 stattfinden sollen. Auch bei dieser Junioren-Weltmeisterschaft gab es im deutschen Team einen Fall von plötzlichen Magen-Darm-Beschwerden. Dieser ist allerdings nicht zwangsläufig auf die Wasserqualität zurückzuführen.

Doch egal wie sauber oder dreckig das Wasser auch ist, Isabelle Hübener und Janina Arndt scheinen zumindest sportlich stets gut gewappnet zu sein und haben nach dem Weltmeistertitel schon neue Ziele für ihre sportliche Zukunft. „Nach dem Urlaub wollen wir wieder angreifen und die neue Saison erfolgreich gestalten“, sagt Isabelle Hübener, die in Potsdam das Sportinternat besucht. Womöglich dauert es nicht mehr lange und sie fahren während eines olympischen Wettkampfs als erstes Boot über die Ziellinie.

Von Tobias Potratz

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Sport
MAZ Sportbuzzer