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Potsdamer Fabian Böhm tritt mit Balingen-Weilstetten bei den Füchsen in Berlin an

Handball-Bundesliga Potsdamer Fabian Böhm tritt mit Balingen-Weilstetten bei den Füchsen in Berlin an

Der Familien-Anhang wird auf der Tribüne sitzen, wenn der Potsdamer Fabian Böhm mit seinem Verein HBW Balingen-Weilstetten am Sonntag in der Handball-Bundesliga bei den Füchsen in Berlin gastiert.

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Fabian Böhm

Quelle: Foto: Imago

Potsdam. Wenn Fabian Böhm am Sonntag (17.15 Uhr) in die Max-Schmeling-Halle einläuft, dann ist ihm die familiäre Unterstützung sicher. „Ich habe drei Brüder, bin siebenfacher Onkel, ich schätze, da werden schon einige Böhms auftauchen“, sagt der Handball-Profi, der in der Bundesliga mit HBW Balingen-Weilstetten auf die Füchse Berlin trifft.

Es ist das Duell mit dem Ex-Verein, für den er in der Saison 2010/2011 auflief. „Etwas Besonderes ist es aber eher, weil ich in meine Heimat komme. Ich bin gebürtiger Potsdamer, meine ganze Familie lebt hier“, freut er sich auf das Wiedersehen.

Doch das Aufeinandertreffen mit den Füchsen ist natürlich nicht nur familiär wichtig. Balingen-Weilstetten ist schlecht in die Saison gestartet, am vergangenen Wochenende gab es gegen Aufsteiger SC DHfK Leipzig erst den dritten Saisonsieg. „Wir haben dieses Jahr schon drei, vier Spiele, die man eigentlich gewinnen muss, verloren. Wir sind mit dem Saisonverlauf überhaupt nicht zufrieden“, bilanziert der 26-Jährige. Wobei der Rückraumspieler zu den Leistungsträgern zählt, mit 64 Treffern ist er der beste Torschütze des Bundesligisten vom Fuße der Schwäbischen Alb. „Mit meiner persönlichen Bilanz bin ich relativ zufrieden. Aber es gibt immer noch Luft nach oben“, sagt der 1,98-Meter-Mann.

Erfolgreichster Torschütze bei Balingen-Weilstetten

Wo er noch Verbesserungspotenzial hat, sah er insbesondere bei der Handball-Weltmeisterschaft Anfang des Jahres. „Man merkt einfach, was die Weltklasse entscheidet, ist das Körperliche. Die Spieler sind noch stabiler, können noch länger rennen, noch höher springen, das Handballerische ist gar nicht so der gravierende Unterschied“, berichtet er von seiner WM-Erfahrung. Am 2. Weihnachtsfeiertag 2014 war er von Nationalmannschafts-Co-Trainer Alexander Haase, zugleich sportlicher Leiter des Drittligisten VfL Potsdam und sein ehemaliger Klassenlehrer an der Sportschule, angerufen worden. Zuvor hatte er noch kein Länderspiel absolviert, die Nominierung kam dementsprechend überraschend.

„Das war natürlich der Wahnsinn. Es hat tierisch Spaß gemacht. Es war ein tolles Gefühl, einer der besten 16 Handballer Deutschlands zu sein. Und ich habe mich da auch persönlich weiterentwickelt“, sagt der Spieler.

Böhm entwirft Fan-Shirts für seinen Verein

Böhm schaut auch über den Handball-Tellerrand hinaus, gründete vor zwei Jahren mit dem gebürtigen Cottbuser Hannes Lindt (HC Elbflorenz) die Stiftung BeTuk, die sich für gemeinnützige regionale Projekte engagiert. Zuletzt entwarfen sie mit einem eigenen Lable – alles unter dem Fair-Trade-Siegel – Fan-Shirts für Balingen-Weilstetten. Fünf Euro des Kaufpreises flossen in den Bau eines Spielplatzes für mehrfach schwerbehinderte Kinder, insgesamt 5000 Euro kamen so zusammen. „Wir haben uns einfach gedacht, dass wir als Handballer doch eine gewisse Reichweite haben und wollten das positiv nutzen“, berichtet Böhm über sein soziales Engagement.

Am Sonntag will er allerdings wieder sportliche Schlagzeilen schreiben, der HBW braucht die Punkte im Kampf um den Klassenerhalt. Und für ihn geht es auch um einen neuen Vertrag. Nach drei Jahren bei HBW läuft sein aktueller Kontrakt im Sommer aus. „Es gibt Gespräche mit dem Verein, aber auch mit anderen Vereinen“, sagt Böhm.

Und eine Minimalchance auf die Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft (16. bis 31. Januar 2016) in Polen hat er womöglich auch noch. Zwar absolvierte er nach der WM kein Länderspiel mehr, „es kam aber auch letztes Jahr super überraschend. Ich sehe das ganz entspannt, spiele im Verein eine gute Rolle, mehr als anbieten kann ich mich nicht“, sagt Böhm.

Damals musste er für die WM einen Familien-Ski-Urlaub absagen. Der ist auch für dieses Jahr wieder geplant – für eine EM würde er ihn wohl noch einmal verschieben.

Von Stephan Henke

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