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Potsdamer Frauen-Power im Stern-Center

17. Internationales Stabhochsprung-Meeting Potsdamer Frauen-Power im Stern-Center

Das gab es noch nie in der Geschichte des Internationalen Stabhochsprung-Meetings im Potsdamer Stern-Center. Erstmals mischen bei den Frauen mit Anjuli Knäsche, Annika Roloff und Friedelinde Petershofen drei Lokalmatadorinnen aussichtsreich mit.

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Anjuli Knäsche wurde im Vorjahr Sechste im Stern-Center mit 4,35 Metern.

Quelle: Fotos: Gerhard Pohl

Potsdam. Friedelinde Petershofen will am Freitagabend wieder ein Tänzchen wagen. Aber nicht in der Disko im Waschhaus, sondern beim 17. Internationalen Stabhochsprung-Meeting im Potsdamer Stern-Center. Wenn „ihre“ Musik „Be Right There“ von Diplo aus den Lautsprechern ertönt, dann nimmt die 20-Jährige vom SC Potsdam Anlauf, um sich in die Höhe zu katapultieren.

„Ich bin bereit“, greift sie sogleich ihren Musiktitel auf. „Ich freue mich total auf das Springen. Die Zuschauer sind ganz dicht dran, wir können die Stimmung aufnehmen. Das Schöne am Springen im Stern-Center ist ja, dass da auch Leute vorbeikommen, die sich nicht zuerst für unseren Sport interessieren. Aber wir können sie für das Stabhochspringen begeistern.“

Da die Lehramtsstudentin für Sport und Biologie, die am Freitagvormittag an der Uni Potsdam noch eine Physik-Prüfung schreiben muss, sich in der Materie auch theoretisch bestens auskennt, weiß sie, was es brauch, um möglichst hoch zu springen. „Im Stern-Center bin ich immer bereit für eine Bestleistung.“ Im Vorjahr schaffte sie dort 4,15 Meter, am vergangenen Wochenende überquerte sie in Zweibrücken die Latte bereits bei 4,33 Meter. Dabei hatte sie wegen Problemen an der Schulter nur elf statt der üblichen 16 Schritte Anlauf genommen. „Aber dadurch habe ich mich besser auf den Absprung konzentriert. Das hat funktioniert“, erzählt die junge Sportlerin, die einst aus Oldenburg an die hiesige Sportschule kam und mittlerweile in der Gruppe von Trainer Stefan Ritter starke Partnerinnen hat.

Alle aus einer Trainingsgruppe

Mit Anjuli Knäsche (startet für SG Kronshagen/Kieler TB) und Annika Roloff (MTV Holzminden) haben sich zwei weitere starke Springerinnen in Ritters Obhut begeben. Der 31-Jährige ist Stabhochsprung-Trainer im Deutschen Leichtathletikverband und am hiesigen Olympiastützpunkt, er will im Luftschiffhafen einen Bundesstützpunkt für den Frauen-Stabhochsprung etablieren. Der aktuelle Erfolg befördert das Konzept. „Die Mädels profitieren voneinander. Da sie sich gut verstehen, gibt es keine Probleme“, meint Ritter. Knäsche, Roloff (beide 4,43 Meter) und Petershofen (4,33) liegen in der nationalen Hallenbestenliste 2016 auf den Plätzen zwei bis vier. Nur Silke Spiegelburg (Bayer Leverkusen) sprang mit 4,45 Meter bisher höher. Das soll aber noch nicht das Ende der (Stabhochsprung-) Stange sein. Die Norm für die Olympischen Spiele im Sommer in Rio steht bei 4,50 Meter.

Ziel sind 4,50 Meter

Anjuli Knäsche will diese Höhe bereits am Freitag packen. Die deutsche U-23-Meisterin des Vorjahres, die aus der Nähe von Kiel stammt, fühlt sich seit anderthalb Jahren wohl in Potsdam. „Das Meeting ist jetzt mein Heimspiel“, sagt daher die Wirtschaftsstudentin. Annika Roloff (24) kam im Herbst hinzu, studiert ebenfalls auf Lehramt (Englisch/Deutsch) und wird Ende des Monats mit Knäsche in Potsdam in eine WG ziehen.

Ritter urteilt über sein starkes Trio: „Anjuli ist sehr, sehr ehrgeizig, will immer Bestleistung springen. Sie hat eine starke Athletik. Annika ist sehr schnell und hat ein gutes Bewegungsgefühl. Friedelinde ist als Ex-Turnerin sehr bewegungsbegabt. Dank ihrer Körpergröße kann sie die Stäbe 20 Zentimeter weiter oben anfassen.“

Von Peter Stein

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