Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / -3 ° Nebel

Navigation:
Potsdamer Geher Hagen Pohle schafft Olympia-Norm

Leichtathletik Potsdamer Geher Hagen Pohle schafft Olympia-Norm

Geher Hagen Pohle vom SC Potsdam ist auf dem besten Weg zu den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro. Der 23-Jährige wurde in Andernach deutscher Vizemeister über 50 Kilometer und unterbot bei seinem Debüt die Olympia-Norm.

Voriger Artikel
Ohne Schweinsteiger gegen Georgien - Schürrle für Götze
Nächster Artikel
Polen dank Lewandowski zur EM - Holland in Not

Die letzten Kilometer fielen schwerer und schwerer: Hagen Pohle

Quelle: Foto: Philipp Pohle

Potsdam. Hagen Pohle weiß nicht mehr so genau, wie er ins Ziel gekommen ist. Aber er hat es geschafft – mit Bravour. Bei seinem Debüt über 50 Kilometer wurde der Geher vom SC Potsdam am Sonnabend in Andernach (Rheinland-Pfalz) bei den Deutschen Meisterschaften Zweiter hinter Carl Dohmann (Baden-Baden/3:50:12 Stunden) und unterbot in 3:51:18 Stunden auch die Norm für die Olympischen Spiele 2016 in Rio (3:52:00). Das gelang seinen drei Mitstreitern vom SC Potsdam – Christopher Linke, Nils Brembach und Nils Christopher Gloger – allerdings nicht. Das Trio musste jeweils vorzeitig aufgeben, wobei sich Titelverteidiger Brembach nach 30 Kilometern noch die U 23-Meisterschaft sicherte. Aber danach schied er wegen muskulärer Probleme aus.

„Die Jungs haben wie vereinbart bis Kilometer 30 super zusammengearbeitet. Leider hat es dann bei dreien nicht mehr gereicht. Bei Linke und Gloger kam das nach einem Infekt eine Woche zuvor nicht unerwartet“, sagte Bundes- und Heimtrainer Ronald Weigel, der voll des Lobes über Debütant Pohle war: „Hagens Leistung war Extraklasse, er ging ja lange Zeit auf Kurs deutlich unter 3:50 Stunden. Dass am Ende die Kräfte nachließen, da fehlte ihm einfach die Erfahrung. So eine lange Strecke hat er noch nie absolviert. Da fehlen ihm noch ein paar Kilometer in den Beinen.“

Diese wurden am Ende schwerer und schwerer. „Bei Kilometer 45 ging plötzlich nichts mehr, das war der Hammer “, schilderte Pohle, der auch am Sonntag den langen Kanten noch in allen Muskeln und Knochen spürte. „Das tut schon ganz schön weh in den Gelenken.“ Doch als Fan des Eishockey-Klubs Eisbären Berlin wollte er sich unbedingt noch selber belohnen und fuhr Sonntag mit dem Zug von Andernach zum Auswärtsspiel nach Köln. Zwar fehlte diesmal die Trommel, aber mit Trikot, mehreren Fanschals und Mütze war er bestens ausgestattet.

Über sein Debüt, das fast im Delirium endete, urteilte er: „Im ersten Moment habe ich mir gesagt: ,Nie wieder.’ Aber das Gute war, dass ich vorher nicht wusste, was mich erwartet. Mein größter Fehler war, dass ich zu wenig getrunken habe, höchstens einen halben Liter. Aber weil Gloger zum Beispiel Magenprobleme bekam, wollte ich vorsichtig sein. Das rächte sich dann. Am Ende habe ich nur von Kilometer zu Kilometer geschaut. Ich wusste ja, dass ich noch ein Polster hatte und mir so langsamere Rundenzeiten gönnen konnte.“ Mit Blick auf Rio meinte der frühere U18-Weltmeister: „Jetzt habe ich erst einmal die Norm in der Tasche und bin auch sehr froh darüber. Nun kann ich mich vom Kopf her etwas entspannter auf die Sommerspiele vorbereiten.“ Doch ob die 50 Kilometer seine Olympia-Strecke sein werden, stehe noch in den Sternen. „Ich werde im nächsten Jahr auf alle Fälle versuchen, auch die Olympia-Norm über 20 Kilometer zu unterbieten“, sagte der Polizeimeister. Seine Bestzeit über 20 Kilometer steht bei 1:21:29 Stunden, die Olympia-Norm bei 1:21:15 Stunden. „Das sollte machbar sein“, schätzte Pohle ein. Der 23-Jährige, der bis dato im Training gerade zwei Mal Distanzen von 40 Kilometern bewältigt hatte, will auf jeden Fall auch über 20 Kilometer angreifen.

Weigels Meinung ist bekannt: „Die Olympia-Normen sind für mich die Mindestanforderungen. Wer diese nicht erfüllt, hat bei den Spielen sowieso nichts zu suchen“, hielt der Bundestrainer an seiner hohen Messlatte fest. Und er sieht da durchaus auch für Linke, Brembach und Gloger weiter die Olympia-Chance.

Von Peter Stein

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Sport
MAZ Sportbuzzer