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Potsdamer Geher-Trio in Peking dabei

Leichtathletik-Weltmeisterschaften Potsdamer Geher-Trio in Peking dabei

Drei Startplätze gab es für Deutschland für das 20 km Gehen bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Peking, die am Sonnabend beginnen. Drei Sportler vom SC Potsdam haben die Norm erfüllt und sind dabei: Christopher Linke, Hagen Pohle und Nils Brembach.

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Nils Brembach, Hagen Pohle, Christopher Linke (v.l.).

Quelle: Foto: Gerhard Pohl

Potsdam. Tradition verpflichtet. Aus der Heimatstadt von Olympiasieger Peter Frenkel, der 1972 in München Gold gewann, kommen auch mehr als vier Jahrzehnte später noch hervorragende Geher. Bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften, die am Sonnabend in Peking beginnen, wird Deutschland im 20 km Gehen von einem Trio des SC Potsdam vertreten: Christopher Linke, Hagen Pohle und Nils Brembach.

Linke, mit 26 Jahren der erfahrenste im Team und in der Vergangenheit als WM-Neunter 2013 und EM-Fünfter 2014 der international erfolgreichste, sagt: „Wir sind eine starke Truppe. Vor allem im Training hilft das ungemein, denn die Strecken sind lang und hart.“ In Oberhof in Thüringen und im bulgarischen Hochgebirge Belmeken haben sie ihr Pensum abgespult. „200 Kilometer wöchentlich in 2000 Metern Höhe sind für mich ein ordentliches Programm, ich fühle mich fit“, erzählt Linke, der bei seinen Eltern in Werder/Havel wohnt. Vor den Toren der Blütenstadt, entlang der schattigen Uferstraße am Schwielowsee Richtung Baumgartenbrücke hat die Potsdamer Patrouille ihre Standardtrainingsrunde. „Bei der Hitze war das ganz angenehm“, meint Linke, wohlwissend, dass in Peking bei der WM schwülwarme Luft und Smog ein zusätzlicher Gegner sein werden.

Seine Bestzeit hat der Stabsunteroffizier der Bundeswehr in dieser Saison auf 1:20:37 Stunden gedrückt. Der mehrfache deutsche Meister – „zuletzt musste ich gegen meine Trainingspartner ganz schön fighten, um den Titel zu verteidigen“ – will wie vor zwei Jahren wieder einen Top-Ten-Platz erreichen.

Er stellt fest: „Die Konkurrenz ist groß, da sind nicht nur Russen, Italiener, Spanier, sondern auch Mexikaner, Chinesen und viele Südamerikaner, Gehen wird weltweit auf höchstem Niveau betrieben.“ Ob das immer sauber geschieht, darüber macht sich Linke keine Illusionen: „Ich werde in Deutschland oder im Trainingslager sehr oft kontrolliert. Aber in anderen Ländern gibt es kaum Dopingkontrollen. Ich kann mir über diese Ungleichbehandlung nicht jeden Tag den Kopf zermartern. Ich kann nur für mich sprechen und weiß, dass ich hart arbeite und hoffe, eines Tages dafür belohnt zu werden. Mir nützt es auch nichts, wenn nach drei oder fünf Jahren wieder einer als Dopingsünder bestraft wird und ich dann nachträglich den einen oder anderen Platz nach vorn rücke. Das macht unsere Disziplin kaputt.“

Damit die Potsdamer Paradedisziplin – nur die drei Geher haben sich für die WM qualifiziert – erhalten bleibt, hat Ronald Weigel eine starke Gruppe aufgebaut, zur der auch Nils Gloger gehört. „Das sind alles noch junge Leute, die bis 2020 eine Perspektive haben“, meint der Trainer, der als Weltmeister und dreifacher olympischer Medaillengewinner selbst einige Kapitel in der erfolgreichen Potsdamer Geher-Geschichte mitgeschrieben hat. „Aber am Wettkampftag entscheidet die Tagesform, da muss jeder seine eigene Marschroute wählen. Daher können sich die Jungs kaum gegenseitig helfen“, sagt Weigel.

Linke bestätigt vor der WM-Parade: „Da stirbt jeder für sich allein. Ich werde versuchen, offensiv zu gehen, will möglichst lange in der Spitzengruppe bleiben. Hagen und ich sind Wettkampftypen. Wenn alles gut läuft, können wir uns über die Schmerzgrenze hinaus in einen Rausch gehen.“

Von Peter Stein

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