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Potsdamer Herren stehen im Viertelfinale

Judo-Bundesliga Potsdamer Herren stehen im Viertelfinale

Am letzten Vorrundenkampftag der Judo-Bundesliga setzte sich der UJKC Potsdam klar gegen die Gäste aus Leverkusen durch. Im Viertelfinale treffen die Potsdamer im September auf den TSV Großhadern.

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Der Potsdamer Mario Schendel (r.) packt den Leverkusener Ciro Busto.

Quelle: Foto: Nadine Bieneck

Potsdam. Mit einem 11:2-Sieg gegen Bayer 04 Leverkusen und der Qualifikation für die Play-Offs verabschiedete sich das Bundesliga-Team vom UJKC Potsdam in die Sommerpause. Nach dem fünften und letzten Kampftag der Vorrunde belegt die Mannschaft von Trainer Mario Schendel den dritten Tabellenplatz in der Gruppe Nord und trifft im Meisterschafts-Viertelfinale auf den Tabellenzweiten der Süd-Gruppe, TSV Großhadern. „Unser Saisonziel, den Einzug ins Viertelfinale, haben wir erreicht“, resümierte Schendel, „wenngleich mit weniger Verletzungspech eine bessere Platzierung und damit ein leichterer Viertelfinal-Gegner drin gewesen wäre.“ Auf zahlreiche Kämpfer hatte das Team des UJKC im Saisonverlauf verzichten müssen. „Wir mussten immer wieder improvisieren. Da kam alles zusammen: Schulterverletzungen, Pfeiffersches Drüsenfieber und andere Trainingsverletzungen. So gehäuft habe ich das noch nie erlebt. Allein in den Gewichtsklassen 81 und 90 Kilogramm fehlten uns bis zu sechs Kämpfer gleichzeitig.“

Davon unbeirrt zeigte der UJKC am Samstag vor 350 Zuschauern in der Potsdamer MBS-Arena dennoch Biss, das anvisierte Viertelfinale gegen den punktlosen Tabellenletzten Leverkusen klarzumachen. Gegen die nur mit einem Rumpfteam angereisten Gäste lieferten die Potsdamer eine makellose Hinrunde ab und führten zur Halbzeit bereits 6:0. Die Gewichtsklasse unter 60 kg gab der TSV zweimal kampflos ab. Willy Pufahl (90 kg), Faruch Bulekulov (100 kg), Tim Gramkow (81 kg), Sam Van’t Westende (73 kg) und Robert Kopiske (66 kg) gewannen ihre Kämpfe. Einzig Dirk Lehmann (über 100 kg) blieb mit einem Unentschieden punktlos.

Die Rückrunde verschaffte den Zuschauern gleich mehrere Highlights: Nach nur 24 Sekunden schickte Bulekulov, diesmal in der 90-Kilo-Klasse, Gabriel Berg sehenswert auf die Matte. Anschließend trat Trainer Schendel im 100-Kilo-Limit selbst auf die Tatami, unterlag Ciro Busto allerdings vorzeitig mit Ippon. „Das war eine spontane Entscheidung aufgrund ungeplanter Ausfälle“, erklärte der 31-Jährige seinen Kurzeinsatz. Dass ausgerechnet der Trainer einen der einzigen beiden Minuspunkte an diesem Kampftag verbuchte, sorgte bei seinem Team für Heiterkeit: „Ich musste mir noch den ganzen Abend Sprüche anhören.“

Am klaren Heimsieg änderte dies jedoch nichts. Ricardo Melz holte im Schwergewicht seinen ersten Punkt für den UJKC. Tim Richter (73 kg) drehte bei seinem Bundesliga-Debüt einen Rückstand in der letzten Kampfsekunde sensationell in einen Punktgewinn um, ehe der erst 18-jährige Gaststarter Neil McDonald (66 kg) kurzen Prozess machte und seinen Kontrahenten Tim-Ryan Resag sehenswert bereits nach einer Minute Kampfzeit mit Ippon auf den Boden schickte. Der 20-jährige Ruven Lemke (81 kg) unterlag bei seinem Bundeliga-Debüt nach voller Kampfzeit indes knapp.

UJKC-Cheftrainerin Yvonne Bönisch brachte das Saison-Zwischenfazit auf den Punkt: „Dass wir trotz enormer Verletzungsmisere die Relegation umgangen und das Saisonziel, den Einzug ins Viertelfinale, erreicht haben, ist stark.“ Schendel macht dies auch am Auftreten der Youngsters fest: „Ich bin immer wieder begeistert, wie stark sich unsere Nachwuchstalente verkaufen. Das zeigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind und unserer Philosophie, auf den eigenen Nachwuchs zu setzen, weiter treu bleiben werden. Die Jungs sind noch entwicklungsfähig und haben riesiges Potenzial. Da kann in den nächsten Jahren mächtig was heranwachsen.“

Gelegenheit, dies zu zeigen, hat der UJKC das nächste Mal am 5. September in der heimischen MBS-Arena gegen „den Favoriten aus Großhadern“, so Schendel.

Von Nadine Bieneck

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