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Auf „Mister UJKC“ ist Verlass

Potsdamer Judoka schlagen Witten Auf „Mister UJKC“ ist Verlass

Robert Kopiske gewinnt mit den Potsdamer Bundesliga-Judoka gegen Witten und macht damit einen großen Schritt zum Klassenerhalt. Der 25-Jährige hatte 2014 seine Karriere beendet. Doch er kann einfach nicht vom Judo lassen.

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Robert Kopiske (r.) ist immer noch in einer guten Form.

Quelle: Winfried Mausolf

Potsdam. Trainer Mario Schendel atmete tief durch. Bis zum letzten der 14 Kämpfe hatten seine Sportler vor 450 Zuschauern den dritten Kampftag der Judo-Bundesliga gegen den SUA Witten spannend gehalten. Erst Paul Schwisow (60 Kilogramm) tütete den zweiten Saisonsieg zum 8:6-Endstand mit einem spektakulären Wurf wenige Sekunden vor Ende der Kampfzeit ein. „Dass es eine enge Kiste wird, war uns klar. Ich wäre mit einem Unentschieden zufrieden gewesen“, so Schendel. „Dass wir am Ende gewinnen, ist umso schöner.“ In der Tabelle rückte der UJKC mit dem Sieg auf Platz zwei vor.

Comeback nach 0:3-Rückstand

Bis es soweit war, war für die Potsdamer gegen die Gäste aus Nordrhein-Westfalen ein Kraftakt notwendig. Zunächst galt es, einen 0:3-Rückstand aufzuholen. Maksym Chykurda (100 kg), Tim Gramkow (81) und Dirk Lehmann (+100) verloren zum Auftakt, ehe Jan Gosiewski (73 kg), Robert Kopiske (66 kg) und Faruch Bulekulov (90 kg) den Rückstand aufholten. In die Pause ging der UJKC schließlich mit einem 3:4, nachdem mit Linus Zarse (60 kg) das Teamküken unglücklich gegen den deutschen U21-Meister Moritz Plafky verlor. Bulekulov, Gramkow, Gosiewski, Kopiske und Schwisow punkteten in der Rückrunde. Willy Pufahl (+100) und Fabian Galandi (90) unterlagen nach begeisterndem Judo nur knapp.

Wie eine zweite Familie

Einmal mehr verlassen konnte sich Trainer Schendel auf Robert Kopiske. Der 25-Jährige hatte zum Ende der vergangenen Saison seine Karriere beendet. „Es war zu schwierig geworden, Training, berufliche und private Pflichten unter einen Hut zu bekommen“, blickt der Psychologiestudent zurück. Sehr zum Bedauern des UJKC. „Robert gehört zu den größten Judo-Talenten, die Deutschland je hatte“, so Schendel. Als „Mister UJKC“ bezeichnet Yvonne Bönisch, Cheftrainerin des Vereins, den dreifachen deutschen Meister. „Ich bin in diesem Verein groß geworden, das ist wie eine zweite Familie“, meint Kopiske, der mit zehn Jahren beim UJKC einstieg. „Ich habe mein ganzes Sportlerleben hier verbracht und hatte nie das Bedürfnis, woanders hinzugehen. Ich habe mich beim UJKC immer wohl gefühlt und Training und Freiheiten von den Trainern bekommen, die ich auch brauchte, um meine Leistung erfolgreich abrufen zu können.“

Kopiske gewinnt nach 30 Sekunden

Auch zukünftig kann der UJKC wieder auf die Dienste des Edeltechnikers zählen, wenn es drauf ankommt. „Ich kann inzwischen wieder regelmäßig trainieren. Judo macht mir nach wie vor Riesenspaß und ich stelle mich gern in den Dienst dieser Mannschaft. Ich habe hohe Ansprüche an mich selbst. Wenn ich kämpfe, möchte ich mich nicht verkloppen lassen, sondern gute Leistungen zeigen“, so Kopiske, der zugleich Vorbild für die jungen Wilden im Team ist. „Die gucken genau, was die Älteren machen. Damit hast du automatisch die Verantwortung, dich zu keinem Zeitpunkt hängen zu lassen. Schließlich kann davon der Erfolg der ganzen Mannschaft abhängen.“ Gegen den SUA Witten gelang das optimal. Bereits nach 30 Sekunden hatte Kopiske in der Hinrunde im kürzesten Kampf des Tages Tim Malewany zur Aufgabe gezwungen. In der Rückrunde hatte Wittens Nicki Graczyk krankheitsbedingt den Punkt gegen den Potsdamer kampflos abgegeben.

Von Nadine Bieneck

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