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Potsdamer wollen auf das Podium

Bob-WM Potsdamer wollen auf das Podium

Nun gilt es: Beim Saisonhöhepunkt, den Weltmeisterschaften im österreichischen Innsbruck, wollen die Potsdamer Bobsportler auf das Podium. Nach der geglückten Generalprobe bei der EM stehen die Chancen nicht schlecht.

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Kevin Kuske (l.) sitzt im Zweier von Pilot Maximilian Arndt.

Quelle: Foto: BSD

Potsdam. Seitdem Kevin Kuske seinen Antriebsturbo als Sozius von Maximilian Arndt zündet, ist der Oberhofer Pilot in diesem Winter auch im Zweierbob wieder konkurrenzfähig. Am Wochenende will dies das Duo bei den Weltmeisterschaften in Innsbruck/Igls unter Beweis stellen. Die einstige Olympiapiste ist international nicht nur die kürzeste, sondern gilt technisch als weniger anspruchsvoll. „Umso mehr kommt es auf die Startzeiten an“, sagt Kuske – und damit auf ihn und seine Leistungsfähigkeit.

Der inzwischen 37 Jahre alte und 116 Kilogramm schwere Modellathlet machte mit seinen vier Olympiasiegen einst schon den Oberhofer André Lange zum erfolgreichsten Bob-Piloten der Geschichte. Nun will der Brandenburger auch dessen thüringischen Landsmann zumindest auf das Podium verhelfen. „Die Europameisterschaften in der Vorwoche in St. Moritz haben gezeigt, dass wir bei den Startzeiten absolut dabei sind. Diesen Wettkampf habe ich noch aus dem vollen Training heraus bestritten und denke daher, dass ich in Igls noch ein paar Körner mehr freisetze“, erläutert Kuske. „Und weil ich sauer bin, dass ich nächste Woche im Vierer nicht fahren soll, bin ich umso motivierter für den Zweier. Ich werde alles reinhauen und will zeigen, dass ich viel drauf habe.“

Nach seinem Verletzungsausfall in der Vorsaison hatte er sich mit großem Ehrgeiz zurückgekämpft. Am vergangenen Wochenende holte er EM-Bronze im Zweier mit Arndt. Ebenfalls mit Bronze hatten beide 2012 in Lake Placid zuletzt eine gemeinsame WM-Plakette gewonnen. „Das betrachte ich mal als gutes Omen“, so Kuske.

Christian Poser hatte im Zweier eine starke Saison

Neben Francesco Friedrich (Oberbärenburg), der nach 2013 und 2015 den WM-Hattrick anstrebt, werden auch Nico Walther (ebenfalls Oberbärenburg) und dessen Potsdamer Anschieber Christian Poser große WM-Chancen eingeräumt. Poser, bis dato nur im Vierer erfolgreich und dort mit Gold (2011), Silber (2015) und Bronze (2012) bei WM dekoriert, sicherte sich erst in dieser Saison einen festen Platz im kleinen Schlitten, setzte sich im teaminternen Ausscheid gegen Marco Hübenbecker durch. Walther ist im Gesamt-Weltcup Zweiter hinter dem Überraschungsteam des Koreaners Yunjong Won, holte zuletzt mit Poser EM-Silber. „Bisher ist in dieser Saison alles aufgegangen, was ich mir vorgenommen habe“, so der 29-jährige. „Posi ist richtig stark, ein guter Typ, wir kommen bestens zurecht“, urteilt Walther über seinen Zimmerkollegen.

Potsdamer Duo bei den Frauen

Der angehende Feuerwehrmann ist am Wochenende nicht nur wegen der vier WM-Läufe besonders gefordert. Denn auch Ehefrau Jamie Greubel Poser (USA) sitzt im WM-Rennen der Frauen, die am heutigen Freitag ihre ersten beiden Läufe bestreiten, aussichtsreich an den Lenkseilen. Während Vizeweltmeisterin Anja Schneiderheinze (Erfurt) mit Annika Drazek (Winterberg) als Topfavoritin gilt, haben die beiden Potsdamerinnen Stephanie Schneider und Lisa Marie Buckwitz zumindest eine Außenseiterchance. Junioren-WM-Gold sicherte ihnen das WM-Ticket, mit EM-Bronze in St. Moritz sammelten sie viel Selbstvertrauen. Und die leichtere Eispiste in Österreich dürfte Neu-Pilotin Schneider, die im Vorjahr noch WM-Bronze als Anschieberin gewann und nun für Oberbärenburg startet, entgegenkommen. Die ehemalige Werferin aus dem Luftschiffhafen, die sich ihre Athletikpläne nach wie vor von Trainer-Legende Heinz Rieger (83) schreiben lässt, bildet mit Lisa Marie Buckwitz, ebenfalls Ex-Leichtathletin (Siebenkampf), quasi den Potsdam-Bob.

Von Peter Stein

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