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Punkt für die Seele: Gisdol und HSV sehen Fortschritte

Fußball Punkt für die Seele: Gisdol und HSV sehen Fortschritte

Nach turbulenten Monaten und Wochen beim HSV hofft Markus Gisdol auf ein paar ruhige Tage und wird sich mit seinem Team erst mal zurückziehen. Das Derby gegen die Bremer Leidensgenossen im Abstiegskampf wird zum wichtigsten Hinrunden-Spiel.

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Markus Gisdol freute sich über den Punktgewinn in Hoffenheim.

Quelle: Uwe Anspach

Sinsheim. "Derbysieg! Derbysieg!" Die mitgereisten Fans des Hamburger SV wussten genau, was das 2:2 (1:1) des Bundesliga- Schlusslichts bei 1899 Hoffenheim wert war. Ein Pünktchen nur, aber ein Hoffnungsschimmer in der schlimmsten Krise.

Deshalb forderten die Anhänger unmittelbar nach dem Abpfiff den überfälligen ersten Saisonerfolg für Samstag im Nord-Krisengipfel gegen Werder Bremen. Trainer Markus Gisdol zieht alle Register: Er geht mit der Mannschaft von Mittwoch an in ein dreitägiges Trainingslager nach Barsinghausen.

"Wir müssen uns in dieser Woche sehr gut im Training wiederfinden und dürfen uns von nichts ablenken lassen", sagte der sichtlich erleichterte Gisdol. Dies durften die Verantwortlichen beim HSV durchaus auch als Appell verstehen, die Sportdirektoren-Suche etwas geräuschloser abzuwickeln und die Diskussionen um Club-Boss Dietmar Beiersdorfer einzudämmen. Zuletzt hatte der angekündigte Rücktritt von Marketing-Vorstand Joachim Hilke für Schlagzeilen gesorgt.

Beiersdorfer hatte sich vor dem glücklichen Unentschieden - konfrontiert mit der Kritik an seiner Person - aufgewühlt, aber auch kämpferisch gezeigt. "Sollen wir hinwerfen? Nein, das werden wir nicht tun, sondern versuchen, die Mannschaft zu stabilisieren und den Trainer zu unterstützen", sagte er dem TV-Sender Sky.

Beiersdorfer bestätigte erstmals, wie dramatisch die finanzielle Situation beim HSV während seiner Amtszeit war. "Wir haben den HSV wirklich von ganz unten entwickelt, hatten große wirtschaftliche Probleme und mussten den Club zweimal vor dem Konkurs bewahren."

Sportlich sieht es auf der Habenseite weiter ganz düster aus: Das Bundesliga-Gründungsmitglied ist nach elf Spielen sieglos, Gisdol gelang auch in seiner sechsten Partie als Chefcoach kein Dreier. Dennoch zogen Trainer und Spieler aus dem Teilerfolg dankbar alle positiven Aspekte. "Das ist ein erster ganz, ganz großer Schritt in die richtige Richtung", sagte Gisdol an alter Wirkungsstätte.

"Das ist unglaublich wichtig. Wir wollen diese drei Punkte holen, gegen Werder muss unbedingt ein Sieg her", sagte der neue Kapitän Gotoku Sakai mit Blick auf das Derby. Gisdol beschwor nicht nur den Teamgeist ("Die Mannschaft steht über allem, nur so können wir es packen"), er würde ihn notfalls auch erzwingen: Johan Djourou wurde als Kapitän abgesetzt, Sprachunterricht für einige ausländische Profis verordnet, Präsenzzeiten auf dem HSV-Gelände vorgeschrieben. Und nun will der 47-Jährige sein Team in Barsinghausen stärken.

"Es gibt dafür vielleicht keine zweite Chance mehr in dieser Saison, dass es greift." So hat Gisdol nach eigener Aussage die bisherigen Maßnahmen erklärt. "Wir werden das kompromisslos durchziehen. Wir werden diesem Weg extrem konsequent folgen", kündigte er an. Er habe sich erst einmal ein umfassendes Bild von der Mannschaft machen müssen: "Ich wollte nicht gleich mit der Keule dazwischenschlagen." Aber jetzt gibt es kein Pardon für jene, die nicht mitziehen.

Kaum vorzustellen, wie die Gäste aus dem Stadion und ins Derby gegen Bremen gegangen wären, wenn Andrej Kramaric und Sandro Wagner ihre dicken Chancen in der Schlussphase für die weiter unbesiegten Hoffenheimer genutzt hätten. Aber so konnte Gisdol nach dem Abpfiff triumphierend die Faust ballen - er sei nun "voller Hoffnung".

dpa

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