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RV Borussia Werder setzt auf den Nachwuchs

Mein Verein RV Borussia Werder setzt auf den Nachwuchs

Beim Radfahrerverein Borussia Werder 1895 blickt man nicht nur auf eine 120-jährige Tradition zurück, sondern setzt auf den Nachwuchs und schaut optimistisch in die Zukunft. Im Einradfahren, auf dem Kunstrad und im Radball sind Mädchen und Jungen aktiv.

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Nachwuchsfahrerinnen (v.l.): Angelina, Annika und Janice. Foto: Julian Stähle

Werder/Havel. Die Räder sehen aus wie Vehikel aus längst vergangenen Zeiten. Wenn die jungen Radballer des Radfahrervereins Borussia den Ball auf das zwei mal zwei Meter große Tor schießen, ist ganz schön Bums dahinter. Wolfgang Engel und Wolfgang Bathe unterrichten die Jungs in dem Sport, der viel Geschick auf dem Zweirad erfordert. „Beim Schuss auf dem Rad stehen zu bleiben, ist am schwersten“, erzählt Johannes Zinke. Der Zwölfjährige – im Fußball-Nationaltrikot von Bayern-Star Mario Götze – mag das rasante Spiel , das sei wie Fußball spielen auf dem Fahrrad. Zwei Sportler bilden ein Team, daher sind die neunjährigen Zwillinge Johann und Maurice Höhn quasi das ideale Duo, um den Gegner zu verwirren.

Trainer Engel, der einst in der DDR-Oberliga dem Radball nachjagte, sagt: „Das ist ein toller Sport. Das Problem aber besteht darin, die Jungs bei der Stange zu halten.“ In dem 120 Jahre alten Verein legen sie Wert auf Tradition, deshalb werden auch die alten Räder gepflegt und gehegt. Schließlich kostet eine Neuanschaffung gut 2000 Euro. Sogar ein Oldtimer der früheren Serien-Weltmeister Pos-pisil aus Tschechien ist dabei. „Die waren zu Turnieren in Werder“, schwärmt der 71-jährige Engel.

Von vergangenen Zeiten kann auch Vereinschefin Jeanette Rux (49) eine Menge erzählen, denn bei ihr ist der RV Borussia quasi Familientradition. Der erste Radsportverein wurde 1895 von Obstbauern gegründet, die nicht am üblichen Turnsport interessiert waren. Schon der Urgroßvater war dabei. Mutter Rosemarie Pinquitt sowieso. Sie gewann einst acht DDR-Meistertitel im Einer- und Zweierkunstradfahren. „Damals hatten wir sogar eine hauptamtliche Trainerin“, erzählt die inzwischen 75-Jährige, die es sich aber nicht nehmen lässt, gemeinsam mit ihrer Tochter noch immer den Nachwuchs in der Sporthalle des Haeckel-Gymnasiums in das Einmaleins des Kunstradfahrens einzuweisen.

Charlotte Seidler gehört zu ihren Zöglingen. Die Elfjährige kam durch eine Freundin in den Verein und berichtet: „Ich hatte mir das schon einfacher vorgestellt, auf dem Einrad zu fahren. Aber es macht Spaß, vor allem, wenn man in der Gruppe auftritt.“ Dann kurbelt die Sechstklässlerin im Viererreigen mit ihren Freundinnen vorwärts und rückwärts. Mal geht es links herum im Kreis, mal rechts herum. Für die Übungen gibt es einen genauen Ablaufplan.

Echte Kunststücke zeigt Elisa Demuth auf dem Zweirad. Die 15-Jährige wird von ihrem Vater Christian Demuth trainiert und ist die Enkelin von Radballer Wolfgang Engel. Bei Landes- und ostdeutschen Meisterschaften hat die Schülerin schon mehrfach auf dem Podium gestanden. „Es ist cool, wenn man auf dem Fahrrad turnen kann“, findet sie. Das sei aber nichts für den Straßenverkehr. In der fünfminütigen Kür muss sie 30 Übungen unterbringen. Da heißt es: Üben, üben, üben.

Von Peter Stein

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