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Radfahren wie in Rio für Laura Lindemann

Olympische Spiele Radfahren wie in Rio für Laura Lindemann

Nach langem Kämpfen für Ihre Olympiateilnahme wurde Triathletin Laura Lindemann für die Spiele in Rio nachnominiert. Für ihr bisheriges Karrierehighlight bereitet sich die 20-Jährige akribisch in Kienbaum (Oder-Spree) vor. Neben Laufen und Schwimmen steht auch das Radfahren auf dem Programm – und dafür hat ihr Trainer in Brandenburg auch Berge wie in Rio gefunden.

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Die Potsdamerin Laura Lindemann trainiert die Wechsel vom Schwimmen zum Laufen auch in der Schwimmhalle im Luftschiffhafen.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Kienbaum. Das Ziel hat Laura Lindemann inzwischen fester im Blick als je zuvor: die Olympischen Spiele in Rio. Nachdem die Triathletin nach langem Hin und Her und einem Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel schließlich doch noch nachnominiert wurde, bereitet sie sich nun akribisch auf ihren Start am 20. August (16 Uhr) in Rio vor. „Als Ziel habe ich eine Top10-Platzierung. Mein Traumziel wär es, mein bestes Rennen in der Elite zu machen, das war bislang Platz sieben in Hamburg“, sagt die 20-Jährige, die als eines der größten Triathlontalente weltweit gilt. In der vergangenen Woche arbeitete sie in Kienbaum (Oder-Spree) am Formfeinschliff für ihr bisheriges Karrierehighlight.

6 Uhr: Aufstehen. „Das ist nicht so schwer für mich. Ich schlafe zwar auch gerne mal aus, aber ich bin auch kein Morgenmuffel“, sagt die zweifache Junioren-Weltmeisterin. Eine halbe Stunde später trifft sie sich mit Trainer Ron Schmidt vor Pavillon 7 im Trainingszentrum, „gerade die morgendlichen Läufe vor dem Frühstück mag ich sehr gerne“. 12 Kilometer mit einem 4:45-Minuten-Schnitt, „das ist schon relativ zackig“, sagt ihr Trainer Ron Schmidt zu dem Pensum, er begleitet sie auf dem Rad. Anschließend folgt das „Dessert“, wie Schmidt es nennt: Lauf-Abc, Steigerungsläufe, Dehnung.

8.30 Uhr: Nach dem Duschen steht das Frühstück auf dem Plan. „Ich mag gerne das Schokomüsli in Kienbaum, das ist ziemlich lecker. Dazu das viele Obst“, erzählt die Sportschülerin.

9.30 Uhr: Die Pause steht den Athleten zur freien Gestaltung. „Meistens lege ich die Beine ein bisschen hoch, wenn ich richtig platt bin, schlafe ich auch. Aber lieber lese ich dann etwas“, erklärt Deutschlands Juniorsportlerin des Jahres 2015.

11 Uhr: Nach 15 minütiger Erwärmung (Seilspringen, Rumpfübungen, Liegestütze) geht es in das 25-Meter-Becken in Kienbaum. Jedes Training beinhaltet eine Hauptaufgabe. Alternativ geht es auch in den Liebenberger See. „Das ist natürlich ein großer Unterschied. Grundsätzlich gibt es fünf Faktoren: Die Gegner, die Strömung, Wellen, Wind und Orientierung“, zählt Schmidt die Unterschiede zum Beckenschwimmen auf. Das Thema Wasserqualität in Rio spielt gerade für die Triathleten eine große Rolle. Manche Athleten verzichten sogar auf eine Trainingseinheit dort. „Ich werde mir es mal anschauen, wie es ist. Wir gehen auf jeden Fall einmal vor dem Wettkampf rein“, sagt Lindemann, für die um 13 Uhr das Mittagessen und eine Pause auf dem Plan steht.

16 Uhr: Erneut ist Pavillon 7 der Treffpunkt mit Trainer und Trainingsgruppe, dieses Mal allerdings auf dem Rad. Auch hier stellt Schmidt täglich einen Schwerpunkt. Nach 10 Kilometern Einfahren fährt Lindemann beispielsweise die anschließenden 40 Kilometer „qualitätsbewusst“ im Grundlagenausdauerbereich eins, wie ihr Trainer erklärt. Rund 1:10 Stunden braucht sie dafür, danach folgen weitere 30 Kilometer ausfahren.

Doch auch die Technik und Taktik werden trainiert. So hat Schmidt in Rauen bei Fürstenwalde einen Berg gefunden, der dem Anstieg in Rio ähnelt. Lindemanns Trainingspartner Franz Löschke, der den Rio-Start knapp verpasste, imitiert für sie den Radstil einer Weltcup-Konkurrentin, die ihr Trainer als starke Schwimmerin und Radfahrerin einschätzt. „Das ist mehr für den Kopf was anderes, weil es wirklich genau für die Wettkampfsituation ist. Nach 80 Kilometern ist die Trainingsgruppe zurück in Kienbaum.

19.15 Uhr: Die dritte Mahlzeit des Tages, nach der auch die Vorbesprechung für den nächsten Tag folgt.

Von Stephan Henke

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