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Radsprinter Eric Engler baut auf neue Einlage in Schuhen

Radsport Radsprinter Eric Engler baut auf neue Einlage in Schuhen

Hightech gehört zum Bahnradsport dazu. Das betrifft nicht nur die Räder. Nun haben Wissenschaftler der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg eine Schuheinlage für Radsprinter Eric Engler entwickelt.

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Weniger Energieverlust beim Kurbeln: Radsprinter Eric Engler aus Cottbus.

Quelle: imago

Cottbus. Bei den Bahnradsport-Weltmeisterschaften, die am Mittwoch in Hongkong beginnen, entscheiden oft Hundertstelsekunden über Sieg oder Niederlage – gerade bei den Sprintern. Da wird nicht nur im Windkanal an der aerodynamischen Sitzposition getüftelt. Junge Forscher der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU) Cottbus-Senftenberg haben für Radsportler Eric Engler eine neue Einlegeschale entwickelt.

Wissenschaftler Jonas Krenz, der das Projekt maßgeblich mit seinem Kollegen Niklas Vogt entwickelt hat, erklärt: „Der Radfahrer war unzufrieden, weil an der Kopplung zwischen Sportler und Sportgerät zu viel Energie verloren ging. Der Schuh ist zwar durch die Klickpedale fest mit dem Rad verbunden, aber speziell beim Anfahren aus dem Stand geht durch die im oberen Bereich biegeschlaffen Schuhe zu viel Energie verloren. Das haben wir unterbunden, indem die neue Einlegeschale aus

Eric Engler (M) mit den beiden Wissenschaftlern  Niklas Vogt (l) und Jonas Krenz von der BTU Cottbus

Eric Engler (M.) mit den beiden Wissenschaftlern Niklas Vogt (l.) und Jonas Krenz von der BTU Cottbus.

Quelle: BTU

kohlestofffaserverstärktem Kunststoff den Spann des Fußes umfasst. Diese nur wenige Millimeter dicke Schale kann in den herkömmlichen Radschuh eingeschoben werden.“

Der Schuh sitzt wie angegossen

Mithilfe eines 3D-Scans wurde ein exaktes digitales Fußmodell von Engler gewonnen. „Das Material ist einerseits so steif, dass der Fuß keine Bewegungsfreiheit mehr im Schuh hat. Andererseits verhindert eine weiche Zwischenschicht, dass sich die Haut aufscheuert“, erläutert Krenz. Denn Engler schlüpft barfuß in den Schuh.

Der 25 Jahre alte mehrfache deutsche Meister aus Cottbus ist begeistert: „Der Schuh sitzt jetzt perfekt, wie angegossen. Es bewegt sich nichts mehr, genau das wollten wir erreichen. Das Fahrverhalten ist nun ein komplett anderes – vor allem am Start wegen der enormen Zugkräfte, die den Fuß beim Losfahren aus dem Stand zuvor nach oben gezogen haben.“ Bei den Weltcups konnte Engler dies bereits mit Erfolg testen. Nun hofft er auch bei der WM auf entsprechende Ergebnisse – sprich Medaillen. Zum Auftakt tritt er im Teamsprint an, außerdem im Zeitfahren über 1000 Meter.

Ziel ist eine Serienfertigung

Wissenschaftler Krenz drückt die Daumen. Der 28-Jährige gehört zwar selbst nicht zu den Hobbyradsportlern, könnte sich aber eine Serienfertigung des Englerschen Prototypen vorstellen. Dazu müsste die kohlenstofffaserverstärkte Kunststoff-Einlegeschale mit einer thermoplastischen Matrix hergestellt werden. Diese wird im warmen, verformbaren Zustand individuell an den Fuß angepasst und kann nach dem Abkühlen als starre Schale in den Radsportschuh eingelegt werden. „Den Schuh muss man nicht mal eine Nummer größer kaufen, so dünn ist die Einlegeschale“, bestätigt Krenz. Er sagt: „Radsport hat in Cottbus eine riesige Tradition. Wenn wir als Wissenschaftler von der Uni mithelfen können, dann ist das doch eine tolle Verbindung.“ Die BTU-Schuheinlage macht vielleicht bald vielen Radsportlern noch schnellere Beine – Engler bei der WM auf jeden Fall.

Von Peter Stein

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