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Rangsdorferin Ramona Kühne holt nächsten Gürtel

Profiboxen Rangsdorferin Ramona Kühne holt nächsten Gürtel

Ihr erster Auftritt in der Berliner Max-Schmeling-Halle war ein voller Erfolg. Profiboxerin Ramona Kühne sicherte sich die vakante WBA-International Meisterschaft im Leichtgewicht vorzeitig.

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Ramona Kühne (r.) trifft Ikram Kerwat mit einer schweren Rechten.

Quelle: Foto: DEtlev Scheerbarth

Berlin. Am Ende ging alles ganz schnell. Ramona Kühne kletterte erst in die Seile der Ringecke und ließ sich von den 4000 Zuschauern in der Berliner Max-Schmeling-Halle feiern, dann tanzte sie auf den Schultern eines Betreuers und zu guter Letzt hatte sie den nächsten Champions-Gürtel um den Bauch geschnallt. Die Rangsdorfer Profiboxerin sicherte sich am Samstagabend durch einen technischen K.o.-Sieg gegen die Berlinerin Ikram Kerwat, die wegen einer Ellenbogenverletzung am linken Arm zur 6. Runde nicht mehr antrat, die vakante WBA-International Meisterschaft im Leichtgewicht.

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Die Potsdamerin Ramona Kühne besiegte am 16.07.2016 in der Max-Schmeling-Halle in Berlin die Berlinerin Kerwat. Und auch Arthur Abraham kann es noch.

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Gegnerin geht in der 4. Runde nach einem Treffer zu Boden

Zuvor war die gebürtige Tunesierin bereits in der 4. Runde zu Boden gegangen. „Da hatte ich sie mal schön erwischt“, erzählte Ramona Kühne hinterher in der Kabine. Das mit viel Ballyhoo angekündigte Duell – „der beste deutsche Frauenboxkampf der letzten Jahre“ so das veranstaltende Team Sauerland – wurde schneller als gedacht einseitig. Ramona Kühne, frühere Dreifach-Weltmeisterin im Superfedergewicht und aktuelle WBO-Titelträgerin konnte auch in der höheren Gewichtsklasse überzeugen, weil sie all ihre Routine, ihre Raffinesse und ihre Schnelligkeit sowie Fitness in die Waagschale warf. Die 36-Jährige ging hochkonzentriert in ihren 26. Profikampf (nunmehr 25 Siege) und begründete: „Die markigen Worte von Ikram Kerwat hatten sich doch bei mir festgesetzt, sie wollte sich ja mit all ihrer Power über mich hinwegsetzen. Aber ich habe schnell gemerkt, da steckt gar nicht so viel Bums in ihren Fäusten.“ Zwar hatte die 32-jährigen Wahl-Hauptstädterin von ihren bisher sechs Kämpfen fünf vorzeitig gewonnen, aber wie ein Blitz – „Thunder“ von AC/DC war ihre Einlaufmusik – schlug ihre Rechte kaum ein. Viel mehr erzielte die erfahrenere Brandenburgerin mit zunehmender Kampfdauer weitere Wirkungstreffer. „Jeder weiß ja, dass ich erst in der zweiten Hälfte so richtig aufdrehe“, erzählte sie. Doch dazu kam es in dem über zehn Runden angesetzten Kampf nicht mehr.

Jetzt ab in den Urlaub an die Ostsee

Bevor Ramona Kühne in den Katakomben des Box-Tempels zur Dopingkontrolle verschwand, versuchte sie ihre Freude noch mal in Worte zu fassen. „Ich bin wie ein guter Wein, je älter, desto besser. Jetzt aber will ich feiern und ein bisschen was essen nach der Hungerei zuletzt“, bemerkte das 59,7-Kilo-Leichtgewicht.

Ramona Kühne strotzt weiter voller Tatendrang. Nur scheinen ihr nun wirklich die Gegnerinnen auszugehen. „30 Kämpfe will ich schon noch machen und mal in Amerika zu boxen, bleibt mein Traum“, gestand sie. Trainer und Ehemann Stephan Kühne, der seinen Schützling nur nach dem Niederschlag einmal harsch zur Räson rief („da wollte sie zuviel und wurde ungestüm“), schätzte ein. „Es ist so gekommen wie ich vorher gesagt habe: Ikram hat einfach nicht die boxerische Klasse von Ramona.“ Im Angesicht des nächsten Gürtels wurde ihm auch klar: „Ich muss zu Hause in Rangsdorf Platz in der Galerie schaffen.“ Aber nun geht es erst einmal mit den Hunden in den gemeinsamen Urlaub an die Ostsee.

Von Peter Stein

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