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Rekordläufer Siegfried Valentin feiert 80. Geburtstag

Leichtathletik-Legende Rekordläufer Siegfried Valentin feiert 80. Geburtstag

Für ihn schien es keine Zeitgrenzen zu geben. Mittelstrecken-Ass Siegfried Valentin pulverisierte einst einen Rekord nach dem anderen. Nun feiert der Potsdamer seinen 80. Geburtstag.

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Siegfried Valentin war ein Mittelstrecken-Ass.

Quelle: Foto: Gartenschläger

Potsdam. Wenn Siegfried Valentin am Samstag im Filmmuseum Potsdam und anschließend in einem Restaurant an der Historischen Mühle nahe Schloss Sanssouci seinen 80. Geburtstag feiert, dann werden ganz sicher die alten Geschichten hervorgekramt – zumindest im Kreise seiner Sportfreunde. Der Potsdamer Armeesportler war in den 1950er und 1960er Jahren ein Rekordläufer auf den Mittelstrecken. Der gelernte Klempner stellte 21 deutsche, einen Europa- und vier Weltrekorde auf. Er war der erste Deutsche, der die klassische englische Meile (1609,35 Meter) unter vier Minuten (3:56,5 Minuten 1959 Europarekord) lief. Am 19. Juli 1960 stellte er über 1000 Meter in 2:16,7 Minuten einen Weltrekord im heimischen Stadion Luftschiffhafen auf.

„Am Vormittag haben wir die Aschenbahn noch glatt geschuffelt, hatten davon Blasen an den Händen. Am Abend bin ich dann den Rekord gelaufen. Ich war in einer Superform und sollte anschließend bei den Olympischen Spielen eine Medaille über 1500 Meter holen“, erzählt der Jubilar. Doch das ging in die Hose. Valentin schied – von den Trainern mit einer falschen Taktik ausgestattet – schon im Vorlauf aus. Außerdem machte ihm die Hitze in Rom zu schaffen. „Danach brauchte ich mich bei den Sportfunktionären nicht mehr blicken lassen“, erinnert er.

Auch danach ebbte die Rekordflut nicht ab. National holte er Titel auf Titel, war bei internationalen Sportfesten und Länderkämpfen gefragt. „Ich habe die Welt bereist, alle haben mich gejagt, mir haben die vielen Starts nichts ausgemacht“, sagt der gebürtige Lausitzer, der von der harten Nachkriegszeit geprägt war, als er meist barfuß acht Kilometer zur Schule wetzte. Auch 1964 bei Olympia in Tokio schied er nach dem Vorlauf aus und beendete ein Jahr später mit dem 18. DDR-Meistertitel seine Karriere. Der Babelsberger, der mit seiner Ehefrau Erika seit 57 Jahren verheiratet ist, hat sieben Kinder und zwölf Enkelkinder – die Geburtstagsrunde wird groß.

Von Peter Stein

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