Volltextsuche über das Angebot:

1 ° / -5 ° wolkig

Navigation:
Robert Förstemann hat die dicksten Oberschenkel

Berliner Sechstagerennen Robert Förstemann hat die dicksten Oberschenkel

Beim Berliner Sechstagerennen steht der Endspurt an. Ganz vorn dabei bei den Sprintern ist Robert Förstemann vom Track Team Brandenburg. Der 29-Jährige hat nicht nur die schnellsten Beine, sondern auch die dicksten Oberschenkel.

Voriger Artikel
Party in Berlin: "Bad Boys" lösen Handball-Euphorie aus
Nächster Artikel
Lokalmatador Carlo Paech will hoch hinaus

Die MAZ hat nachgemessen: 73 Zentimeter misst der Oberschenkel von Robert Förstemann.

Berlin. Der allabendliche Jubel der 12 000 Fans im Velodrom ist für Robert Förstemann Balsam auf die Wunden. Der Sprinter kann die Ehrenrunden beim 105. Berliner Sechstagerennen, das am Dienstagabend zu Ende geht, nur genießen. „Das ist einfach fantastisch. Dieses Publikum versteht eine Menge vom Radsport, die Fans können die Leistungen einschätzen. Umso mehr freue ich mich, dass es so gut läuft“, sagte der 29-Jährige vom Track-Team Brandenburg, der gern seinen vierten Gesamtsieg bei der Traditionsveranstaltung feiern möchte. Das wäre auch ein wenig Balsam auf die Wunden, die er nach dem Scheitern im Rennen um einen WM-Startplatz Anfang März in London mit viel Lorbeer zupflastern will.

„Das ist bitter für mich“, erklärte Förstemann. „Seit elf Jahren bin ich bei WM oder Olympia immer dabei gewesen. Und nun bin ich ausgerechnet 2016 draußen. Denn das WM-Aus bedeutet auch das Olympia-Aus für mich. Die Spiele in Rio kann ich mir nur vorm Fernseher aus anschauen.“ Die nationale Konkurrenz war in diesem Winter zu stark, Förstemann hat das WM-Ticket verpasst. Bei einem Trainingslager im Herbst in den USA zog er sich einen Virus zu, dieser Ausfall warf ihn zurück.Als die entscheidenden Weltcup-Qualifikationen anstanden, reichte es nicht. Der Erfurter René Enders schnappte sich die von Förstemann erhoffte Startposition im Teamsprint als schnellster Anfahrer. „Das muss ich sportlich akzeptieren“, so der gebürtige Thüringer, der aber seit vielen Jahren in Berlin lebt.

Den Zug nach Rio verpasst

Der Olympiadritte von 2012, der vor vier Jahren gemeinsam mit dem Cottbuser Maximilian Levy und dem Erfurter Enders zu Bronze sprintete, zeigt gerade im Velodrom, dass er gewiss kein Schlechter ist. Hier hält er mit 12,441 Sekunden seit 2014 auch den Rundenrekord. „In den letzten Nächten habe ich ihn noch nicht knacken können“, so Förstemann, der nur drei Fahrradminuten vom Velodrom entfernt im Friedrichshain wohnt und daher zu Hause schläft.

Besonders gefreut hat er sich am Familiensonntag über den Besuch vom dreijährigen Sohn Noah Samuel, der mit Ehefrau Jenni vorbeischaute. „Die Familie ist mein großer Rückhalt“, erzählte der Bundespolizist, der als der Radprofi mit den dicksten Oberschenkeln (73 Zentimeter Umfang) gilt. Natürlich wollen an den bierseligen Abenden im Sixdays-Zirkus die (vor allem weiblichen) Fans alle mal anfassen und prüfen, ob alles echt ist, was da in der engen Radhose steckt. „Mittlerweile bin ich das ja gewohnt“, sagte Förstemann. „Aber so nach Mitternacht, wenn der Alkoholpegel steigt, wird es mir zuviel mit den Grapschern, wenigstens vorher fragen könnten sie schon mal.“

Neustart nach einer Pause

Der Publikumsliebling wird sich nach dem Sechstagerennen eine Pause gönnen. „Ich brauch das zur Regeneration. Das hatte ich all die Jahre nie gehabt.“ Von seinem langjährigen Trainer Emanuel Raasch hat er sich getrennt. „Für die nächsten vier Jahre bis Olympia 2020 brauche ich einen Neuanfang“, so Mister Beinhart. „Meine Karriere ist noch nicht zu Ende.“

Von Peter Stein

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Sport
MAZ Sportbuzzer