Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 8 ° Sprühregen

Navigation:
Robert Harting startet Mission Titelrückeroberung

Leichtathletik Robert Harting startet Mission Titelrückeroberung

Mehr als anderthalb Jahre war er nach einer Kreuzbahn-Operation außer Gefecht. Nun will es Diskus-Olympiasieger Robert Harting wieder wissen. Er spricht darüber, wie er sich das Ticket für die Sommerspiele in Rio holen will.

Voriger Artikel
Frankreich will mit Auftaktsieg EM-Mission starten
Nächster Artikel
Hoffen auf Wende: Vettel will in Kanada angreifen

Warf in Birmingham die Olympia-Norm: Robert Harting.

Quelle: Foto: AFP

Berlin. Robert Harting ist gut drauf. Bei einer Pressekonferenz im Hause einer Bank in der Berliner City für das 75. Internationale Stadionfest (Istaf) am 3. September in seinem „Wohnzimmer“ Olympiastadion gibt sich der Diskuswerfer in T-Shirt und Shorts locker.

Von Versagensängsten, wie noch vor einer Woche geäußert, will er nichts mehr wissen. Zwar hat der gebürtige Cottbuser bei seinem Freiluft-Comeback anderthalb Jahre nach seiner Kreuzband-Operation im linken Knie am vergangenen Sonntag mit 65,97 Metern die Olympia-Norm (65,00 Meter) geknackt, aber das Rio-Ticket ist das für den Olympiasieger von 2012 mitnichten. Der Titelverteidiger für die höchste sportliche Krone ist in der nationalen Rangliste damit erst die Nummer fünf – und das scheint ihn zu beflügeln. „Jetzt habe ich endlich die Konkurrenzsituation, die ich mir immer gewünscht habe. Ich sehe da eine Bedrohung und das begreife ich als Herausforderung. Ich spüre wieder die Leidenschaft des Wettkämpfers.“

Kein Freiflugschein nach Brasilien

Da es auch für ihn keinen Freiflugschein für Brasilien gibt, will der dreimalige Weltmeister bei den Deutschen Leichtathletikmeisterschaften in zehn Tagen in Kassel alles auf eine Karte setzen. „Da muss ich mindestens noch einen halben Meter weiter werfen. Ich will mir nach der Verletzungspause meinen ersten Titel zurückholen. Darauf freue ich mich richtig, weil es mir die Gegner so schwer wie noch nie machen werden.“ Selbst dass sein jüngerer Bruder Christoph als deutscher Jahresbester darunter ist, ficht Robert Harting nicht an. „Bisher habe ich immer die größeren Stücken vom Kuchen abbekommen, das soll auch so bleiben.“ Denn die Richtlinie des Deutschen Leichtathletikverbandes (DLV) lautet: Wer in Kassel siegt und die Olympia-Norm übertrifft, ist in Rio ohne Wenn und Aber dabei.

Vier Kilo Muskelmasse fehlen noch

Harting möchte da keine Kompromisse eingehen. An diesem Samstag testet er noch mal im niederländischen Leiden bei einem kleineren Meeting. „Ich brauche den Wettkampf für die Sicherheit.“ Dann gerät er über die Zeit vor und nach dem Kreuzbandriss ins Philosophieren, zumal er sich vor ein paar Wochen „zur Unzeit“ noch einen Sehnenanriss im rechten Knie zugezogen hatte. „Wenn ich in den Ring trete und anfange zu schwingen, merke ich, Körper und Geist sind noch keine Einheit. Aber mein Hochleistungskadaver kommt langsam wieder in Form. Vier Kilo aktive Muskelmasse muss ich noch draufpacken. Im Moment sehe ich ja eher aus wie ein Hochspringer“, witzelt der 2,01 Meter große und „nur“ 126 Kilo wiegende Recke. In der langen Verletzungspause habe er gemerkt, dass er es allein nicht mehr geschafft hätte. „Ich bin meinem Team dankbar“, sagt Harting und nennt seine Freundin Julia Fischer, die ebenso als Diskuswerferin zu Olympia will, den Trainer, die Physiotherapeuten und die Ärzte.

Christina Schwanitz stimmt beim gemeinsamen Auftritt nur zu. Die Kugelstoß-Weltmeisterin steht am Samstag in Gotha nach einer Schulterverletzung ebenso vor dem Comeback. „Die Olympia-Norm dürfte kein Problem sein“, verbreitet die Sächsin Zuversicht und will wie Harting nach Rio.

Von Peter Stein

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Sport
MAZ Sportbuzzer