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Ronald Verch freut sich auf die Heim-DM

Kanurennsport, KC Potsdam Ronald Verch freut sich auf die Heim-DM

Bei Olympia war er Ersatzmann. Nun geht es für Ronald Verch bei den Deutschen Kanu-Meisterschaften von Mittwoch bis Sonntag in Brandenburg/Havel in die Vollen.

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Ronald Verch startet über drei Strecken im Canadier-Einer.

Quelle: Foto: DPA

Potsdam. Ronald Verch hat sich noch nicht entschieden, ob er seine Karriere fortsetzt. Mit umso größerem Elan geht der 30-Jährige vom Kanu Club Potsdam in die Deutschen Meisterschaften, die von heute bis Sonntag auf dem Beetzsee in Brandenburg/Havel stattfinden.

„Das ist natürlich ein absolutes Heimspiel für mich“, sagt Verch. „Auf dieser Regattastrecke bin ich seit der Jugend zu Hause.“ Vor 22 Jahren hat er mit dem Kanurennsport begonnen, wechselte nach einem Jahr vom Kajak in den Canadier. Im Indianerboot machte er Karriere, holte Gold, Silber und Bronze bei Welt- und Europameisterschaften. Nur die olympische Krönung blieb im verwehrt. Wie 2012 war Verch auch in diesem Jahr Ersatzmann.

Immer an der Seite von Sebastian Brendel

„In London war ich sogar die ganze Zeit dabei. Ich habe zwar nicht im Olympischen Dorf, sondern in einem Hotel gewohnt, aber ich war bei den Wettkämpfen mit auf der Tribüne. Jetzt in Rio hatte mir der Verband auch angeboten, hinzufliegen. Aber ich bin lieber zu Hause geblieben. Ich habe zu Hause trainiert, mich auf die Deutschen Meisterschaften vorbereitet.“

Linkspaddler wie Brendel

Verch war immer an der Seite von Sebastian Brendel. An dem nun insgesamt dreimaligen Olympiasieger war für Verch kein Vorbeikommen. Wie der drei Jahre jüngere Brendel zieht Verch sein Stechpaddel auf der linken Seite durch das Wasser. Er hat Brendel jeden Tag im Training in der Gruppe von Coach Ralph Welke immer wieder angetrieben, den Olympiasieger zu Höchstleistungen herausgefordert. Deshalb war Brendels Dankeschön an Verch vor der Abreise nach Rio mehr als gerechtfertigt und eine starke Geste.

Verch ist mit der Situation gut klargekommen: „Für mich war das ja nicht neu. Ich habe bis zuletzt mit der Mannschaft in Duisburg trainiert.“ Hätte sich Brendel verletzt oder wäre erkrankt, hätte er einspringen müssen. Aber Verch gibt ehrlicher Weise zu: „Ich bin nicht so stark wie Basti. Beim Weltcup vor Olympia, als ich Vierter wurde, hat er mir vier Sekunden abgenommen.“ Brendel ist halt ein Ausnahmeathlet. Verch nimmt es daher sportlich.

Drei Einzelstarts bei der DM

Auch die Möglichkeit, das Paddel auf der rechten statt auf der linken Seite durch das Wasser zu ziehen, um mit Brendel im Zweier anzutreten, ist nur eine theoretische. „Das habe ich von Anbeginn so gelernt. Die gesamte Koordination ist darauf ausgerichtet. Da kann man nicht einfach mal die andere Seite nehmen. Ich könnte mich zwar im Boot halten, aber wäre nicht wirklich schnell“, so Verch. Die Wettbewerbe in Rio hat er sich im TV und im Livestream angesehen und sich mit den Kanuten seines Heimatvereins gefreut. „Das war ein starker Auftritt in Rio.“

Nun werden sich die erfolgreichen Olympiastarter in Brandenburg der nationalen Konkurrenz stellen müssen. Verch hat viel zu tun, tritt über 500, 1000 und 5000 Meter im Einer an sowie über 1000 Meter im Vierer. Der Canadierfahrer ist über 500 Meter Titelverteidiger, über die doppelte Distanz kommt es wieder zum Duell mit Brendel. Verch hat die Vizemeistetertitel über diese Strecke nicht gezählt. „Es sind etliche.“ Seine Freundin und sein zehn Monate alter Sohn Maxime werden am Beetzsee auf der Tribüne sitzen. Mit der Familie wird Ronald Verch nach den Meisterschaften auch beraten, ob er seine Laufbahn fortsetzt.

Von Peter Stein

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