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Russlands Sommer-Olympioniken unter Zeitdruck

Olympia Russlands Sommer-Olympioniken unter Zeitdruck

Wie beweist man in elf Tagen, ein sauberer Athlet zu sein. Bis zum Beginn der Olympischen Spiele in Rio de Janeiro bleibt russischen Athleten Zeit zu beweisen, sauber zu sein.

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Die Olympischen Spiele beginnen am 5. August.

Quelle: Marcelo Sayao

Moskau/Monaco. Nach dem Beschluss des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Russlands nicht komplett von den Sommerspielen in Rio de Janeiro auszuschließen, tickt für saubere russische Athleten die Uhr.

Sie müssen nun Experten internationaler Sportfachverbände und des Internationalen Sportgerichtshofs CAS beweisen, sauber zu sein. Die ersten Sommerspiele in Südamerika beginnen schon am 5. August.

Der Leichtathletik-Weltverband IAAF bot Hilfe beim Auswahlverfahren an. Das teilte der Verband am Sonntag in Monaco mit. Der IAAF hatte die russischen Leichtathleten für Rio wegen Beweisen systematischen Dopings suspendiert. Diesen Bann hatte der CAS bestätigt. Die IAAF habe diesen schwierigen Prozess schon hinter sich, sagte Präsident Sebastian Coe. Er habe deshalb den anderen Fachverbänden Hilfe angeboten.

Die Exekutive des IOC unter Leitung des deutschen Präsidenten Thomas Bach hat festgelegt, dass russische Athleten den Nachweis bei den internationalen Verbänden und dem CAS führen müssen, sauber zu sein.

Die deutsche Anti-Doping-Agentur (NADA) zeigte sich enttäuscht über die IOC-Entscheidung. Die NADA habe ein klares Signal für sauberen Sport erhofft, hieß es in einer Erklärung. Nun seien leider viele Fragen offen und das Anti-Doping-System geschwächt. Es gebe keine einheitlichen Regeln für ein gemeinsames Vorgehen der internationalen Verbände.

Auch Jörg Schild, Präsident von Swiss Olympic, zeigte sich enttäuscht. "Nach dem jetzigen Entscheid des IOC bin ich erstaunt, enttäuscht und verärgert", zitierte die Schweizer Nachrichtenagentur sda den Chef des Sport-Dachverbandes. "Ich bin enttäuscht, dass das IOC in dieser Sache jegliche Führungsstärke vermissen lässt."

Die russische Stabhochspringerin Jelena Issinbajewa hat den Olympia-Ausschluss der Whistleblowerin Julia Stepanowa durch das IOC begrüßt. "Sie sollte lebenslang gesperrt werden. Ich verstehe die Aufregung um einen Menschen, der gedopt hat und dafür bestraft wurde, überhaupt nicht", sagte die zweimalige Olympiasiegerin am Sonntag der Agentur R-Sport.

Stepanowa darf in Rio trotz der Mithilfe bei der Aufklärung des umfassenden Dopings in Russland nicht starten. Der Antrag der Leichtathletin, beim Ringe-Spektakel im August als "neutrale" Athletin unter der olympischen Flagge antreten zu dürfen, lehnte das IOC ab. Sie erfülle angesichts ihrer Doping-Vergangenheit trotz ihrer Verdienste um Aufklärung nicht die "ethischen Anforderungen", teilte das IOC in Lausanne mit.

dpa

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