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SC Potsdam verschenkt den Sieg

Volleyball SC Potsdam verschenkt den Sieg

Die Volleyballerinnen des SC Potsdam haben sich in der Bundesliga selbst um den Lohn ihrer Arbeit gebracht. Nach einer 2:0-Satzführung gaben sie im dritten und vierten Satz einen klaren Vorsprung jeweils noch aus der Hand und unterlagen am Ende beim USC Münster mit 2:3.

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Münsters Ex-Potsdamerin Michala Kvapilova (l.) gegen den Potsdamer Block mit Ivonne Montano und Saskia Hippe (r.)

Quelle: Foto: Jürgen Peperhowe

Münster/Potsdam. So eine bittere Niederlage haben die Volleyballerinnen des SC Potsdam selten kassiert. Trainer Alberto Salomoni muss sich vorgekommen sein wie einst der Kapitän auf der Titanic. Der Coach konnte das sinkende Schiff nicht mehr retten, dabei schienen die SC-Damen auf voller Fahrt voraus Richtung drei Punkte. Denn sie führten am Sonntagnachmittag vor 1022 Zuschauern beim USC Münster bereits mit 2:0 nach Sätzen, mussten aber nach zwei Stunden und sechs Minuten noch eine 2:3 (27:25, 25:22, 23:25, 27:29, 7:15)-Niederlage hinnehmen und rutschten auf Tabellenplatz zehn.

Bei aller Enttäuschung war Salomoni hinterher wenigstens nicht sprachlos: „Das Resultat ist absolut ärgerlich. Wir waren im zweiten und dritten Satz klar die bessere Mannschaft, hatten uns gegenüber den ersten beiden Saisonspielen deutlich gesteigert.“ Für den Bruch im Spiel fand der Italiener nur eine Erklärung: „Einer eingespielten und gefestigten Mannschaft wäre das nicht passiert.“

Das Drama in fünf Akten begann wenig vielversprechend. Münster mit der starken Ex-Potsdamerin Michala Kvapilova, die 27 Punkte erzielte, dominierte den ersten Satz bis zum 20:15. Dann kämpfte sich Potsdam heran und wehrte beim 22:24 zwei Satzbälle ab, ehe Kapitän Regina Mapeli Burchardt der Punkt zum 27:25 gelang. In Durchgang zwei führte Potsdam bereits 16:12, zitterte beim 20:19 kurz, ehe Saskia Hippe (insgesamt 33 Punkte) zum 25:22 schmetterte. Aber das Auf und Ab sollte noch viel dramatischer kommen.

Im dritten Satz lag die Salomoni-Sechs schon 21:15 vorn, um beim 22:22 den Ausgleich zu kassieren und mit 23:25 nicht nur den Satz, sondern den greifbaren 3:0-Sieg noch abzugeben.

In Satz vier passierte dann noch Unfassbareres. Die Gäste erarbeiteten sich durch starke Aktionen eine 18:10-Führung. Doch wie vom Blitz getroffen brachen plötzlich alle Dämme. Selbst zwei Auszeiten und Einwechslungen halfen nicht. Dem USC gelangen zwölf Punkte in Folge. Potsdam wehrte zwar ab dem 22:24 noch sechs Satzbälle ab, aber im siebten Streich schaffte Münster unter dem Jubel der einheimischen Fans in der Sporthalle Berg Fidel mit dem 29:27 den nicht mehr für möglich gehaltenen Satzausgleich.

Im Tiebreak ging die Titanic alias SC Potsdam endgültig im Chaos unter. „Da war nichts mehr zu machen, wir haben keine Lösungen gefunden“, konstatierte Salomoni, dem aufgrund von Verletzungen auch die personellen Alternativen fehlten. „Wir müssen jetzt trotzdem positiv nach vorn schauen“, blieb der enttäuschte Coach tapfer.

Von Peter Stein

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