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Schröder: Buhmann der Fans, aber lachender Gewinner

Basketball Schröder: Buhmann der Fans, aber lachender Gewinner

Dennis Schröder steht mit den Atlanta Hawks im Viertelfinale der Basketball-Liga NBA. Emotionaler als erwartet war die Serie gegen die Boston Celtics. Der Braunschweiger lieferte sich hitzige Duelle mit Bostons Isiah Thomas - und wurde dafür von den Fans ausgebuht.

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Dennis Schröder erreichte mit den Atlanta Hawks das NBA-Viertelfinale. Foto: Erik S. Lesser

Boston. Er war der Buhmann der Fans, am Ende jedoch ein lachender Gewinner. Zufrieden, erleichtert und mit breiter Brust verließ Dennis Schröder den Bostoner TD Garden.

Mit den Atlanta Hawks hatte der Braunschweiger 104:92 bei den Boston Celtics gewonnen und somit den vierten und entscheidenden Sieg der NBA-Playoff-Serie geholt. "Alle sind fröhlich, ich natürlich auch. Jetzt spielen wir gegen Cleveland, versuchen, uns bereits darauf zu konzentrieren", sagte Schröder im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. Im Duell mit den von Superstar LeBron James angeführten Cleveland Cavaliers gab es im Vorjahres-Halbfinale vier Niederlagen in vier Partien.

Die siegreiche Serie gegen Boston war ein lehrreiches Kapitel für den Ersatz-Spielmacher. Denn Schröder rückte völlig unerwartet in den Mittelpunkt, war für Bostons Fans der bad boy. Den Zorn der Zuschauer hatte er sich in Spiel drei zugezogen - dabei war er zunächst Opfer und nicht Täter. Celtics-Spielmacher Isiah Thomas schlug Schröder mit der linken Faust an den Kopf. Die Schiedsrichter übersahen die Szene, Schröder wurde wütend und revanchierte sich anschließend mit einem etwas härteren Block, ließ Thomas dabei an seiner Schulter abprallen, so dass dieser auf dem harten Hallenparkett landete.

"Ich liebe Dennis Schröder. Er hat keinerlei Angst, weder vor dem Moment, noch den Gegenspielern", sagte der Ex-Profi und jetzige TV-Experte Grant Hill während der Live-Übertragung. Für Schröder begann anschließend jedoch ein Spießroutenlauf. Bei jeder Ballberühung wurde er bedingungslos ausgebuht, in den sozialen Medien machten sich Celtics-Fans über seine Frisur lustig.

Zwar gab er sich lässig und betonte, dass ihn die Buhrufe nicht beeinflussen, sondern eher befeuern würden. Die Statistik sagte jedoch etwas anderes aus. Nachdem Schröder im dritten Spiel mit 20 Punkten noch einen Playoff-Bestwert gelungen war, traf er in der vierten Partie nur noch drei seiner 13 Würfe.

Und Schröder trug auch selbst dazu bei, dass die Stimmung aggressiv blieb. In Spiel fünf in Atlanta knüpfte er sich nach einem Slam-Dunk von Mitspieler Thabo Sefolosha Isiah Thomas vor, fauchte ihm einige Kraftausdrücke ins Gesicht - und das bei einer 91:62-Führung. Souveränität in der Stunde des Erfolges sieht anders aus.

In der sechsten und entscheidenden Begegnung in Boston konzentrierte sich der 22-Jährige dann vor allem wieder auf seine defensiven Qualitäten. Im Verbund mit Jeff Teague arbeitete Schröder großartig gegen Thomas. So sorgte er dafür, dass die Celtics-Offensive erst einigermaßen ihren Rhythmus fand, als Atlanta bereits klar auf Siegkurs war. "Wir haben gegen einen sehr guten Point Guard gespielt. Es freut mich natürlich, dass Jeff und ich ihn unter Kontrolle halten konnten", resümierte er.

Schröder vermied es, den Namen Isiah Thomas auch nur einmal zu erwähnen. Er spielte die Rivalität herunter, sprach davon, dass es "ein Duell wie gegen jeden anderen Point Guard" gewesen sei und er halt einfach "ein Wettkampftyp" sei, der "rausgeht, wirklich immer hinter jedem her ist" und versuche, sein Bestes zu geben. Der Trash Talk, die kräftigen Worte, die bösen Blicke - all das gehöre nun mal zum Basketball dazu, so Schröder. "Jeder will das Spiel gewinnen und deshalb versucht man natürlich alles."

dpa

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