Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / -3 ° wolkig

Navigation:
Schwarz will Frust bei der EM bewältigen

Schwimmen Schwarz will Frust bei der EM bewältigen

Nach der verpassten Olympia-Chance will sich der Potsdamer in London beweisen.

Voriger Artikel
Abschied aus Paris - Wohin geht Ibrahimovic nun?
Nächster Artikel
Rosberg wieder der Schnellste - Silber-Roter-Mix

Carl Louis Schwarz absolviert seinen zweiten internationalen Einsatz bei den Erwachsenen.

Quelle: dpa

Potsdam. So ganz verkraftet hat Carl Louis Schwarz die verpasste Olympiachance noch nicht, die ihm bei den Deutschen Meisterschaften im Schwimmen am vergangenen Wochenende in Berlin durch die Finger glitt. „Es war nicht unbedingt außer Reichweite. Ich habe mir vorgenommen, die Norm und Olympia zu schaffen, das hätte auch klappen können. In den letzten Jahren habe ich mich peu à peu verbessert. Dieses Jahr war eigentlich ein größerer Sprung zu erwarten gewesen. Das hat nicht geklappt, deshalb bin ich auch nicht im Bereich der Norm geschwommen“, resümiert der 20-Jährige vom Potsdamer SV vor der für ihn am Montag beginnenden Europameisterschaft in London.

Von den Bestzeiten entfernt

Neben der Enttäuschung über die olympischen 100 Meter Rücken („Die Zeit war nicht so gut, Platz vier war okay, das war ich letztes Jahr auch.“) konnte er auch seinen Titel über die nicht-olympischen 50 Meter Rücken nicht verteidigen und blieb knapp sechs Zehntel über seiner Bestzeit (24,90 Sekunden). „Wäre ich im Bereich meiner Bestzeit geschwommen, wäre es locker drin gewesen, den Titel zu verteidigen“, sagt Schwarz, der beim Anschlag nur fünf Hundertstelsekunden hinter dem neuen deutschen Meister Marco di Carli lag. Eine Erklärung, warum er nicht in den Bereich seiner Bestzeiten schwimmen konnte, hat er selbst nicht. „Soweit war die Saison gar nicht so schlecht. Bei den Wettkämpfen war ich schneller als letztes Jahr.“

Dreifachbelastung kein Problem

Da kommt die Europameisterschaft in London zur Frustbewältigung gerade recht. „Es war so ein bisschen eine Notreserve, wenn es nicht mit Olympia klappt“, erzählt der Sportschüler, der im April seine letzte Abiturprüfung abgelegt hat. Über 50, 100 und 200 Meter Rücken geht der Junioren-Vizeweltmeister von 2013 an den Start. „Da die 200 Meter nach den 50 und 100 Metern stattfinden, ist das auch kein Problem“, erklärt Schwarz die Dreifachbelastung aus – im Idealfall – Vorlauf, Halbfinale und Finale. „Ich versuche, die bestmögliche Zeit und den bestmöglichen Platz zu erreichen. Ich weiß nicht genau, wer alles am Start ist, deshalb kann ich meine Chancen schwer einschätzen“, sagt der 1,93 Meter große Rückenspezialist.

Ein bisschen olympisches Feeling

Es ist sein zweiter internationaler Einsatz bei den Erwachsenen, nachdem er 2015 bei der WM im Fußballstadion im russischen Kazan vor mehr als 10 000 Zuschauern international debütierte. „Das war schon eine geile Atmosphäre“, erinnert er sich. Und zumindest ein bisschen olympisches Feeling kommt vielleicht auch in London auf: Die EM findet in der olympischen Schwimmhalle von 2012 statt. „Ich glaube, die ist auch nicht viel kleiner als in Kazan“, freut Schwarz sich auf die EM.

Von Stephan Henke

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Sport
MAZ Sportbuzzer